Halloween – Geister und andere gruselige Gestalten im Halloween-Paradies
Freudiges Geben bis alles vernascht ist
Am Gruselhaus, da ist es schön. Familie Deiwert weiß, was Geister wünschen. Foto: Hannelore Nowacki
NEUSCHLOSS – Ein Plakat hatte es bekannt gemacht – Neuschloß ist das Halloween-Paradies. Auch im Internet geisterte die Einladung zum Mitmachen herum. Der Aufruf nach einer Idee von Stefan Spiesberger wurde von allen guten Geistern gehört, die sich sogleich ans Werk machten. Familie Deiwert im Akazienweg verwandelte Vorgarten und Haus in ein Gruselkabinett, wie es die kühnste Fantasie nicht erwarten würde. Zum Eingewöhnen fand die Verwandlung schon vor einigen Wochen statt, wie Sylvia Deiwert erzählte. Als Guardian of the Galaxy hatte Ehemann Perry vor der Haustüre Platz genommen und reichte den Kindern eine große Schüssel mit Süßigkeiten. Mit fahlem Haupt schaut Gevatter Tod aus dem Gebüsch, am Eingang baumelt ein grün leuchtendes Knochenwesen und auf dem zauberhaft gedeckten Tisch sitzen Mäuse und Spinnen einträchtig beisammen. Aus allen Richtungen strömten die Besucher dorthin, um sich einmal richtig zu gruseln. Oder um Spaß zu haben. Während die Erwachsenen die Ästhetik des Grauens im Detail genossen, konzentrierten sich die jungen Geister eher auf das reine Gruseln, vielfach ausgerüstet mit Leuchtschwertern, Macheten und Masken.
Wahrsagerin Adelheid scharte viele gut gelaunte Geister um sich, die sich vor Zahnärzten nicht fürchten. Foto: Hannelore Nowacki
Auch Geister, Gespenster & Co. werden hungrig. Wer in dunkler Nacht den Weg zur Familie Deiwert gefunden hatte, wurde mit Glühwein und Kürbissuppe verwöhnt, der Gruselnachwuchs durfte sich an Kinderpunsch laben. Ein Knochengerüst von schaute gierig in den Suppenteller, oder schien es nur so? Während im Horror-Zuhause die Gäste einströmten, hatten sich die beiden Jungs der Familie auf Erkundungstour durch das Neuschlösser Halloween-Paradies begeben. Seit vier Jahren ist die Familie in Neuschloß beheimatet und pflegt seitdem den Halloween-Brauch, den sie aus USA mitgebracht hat. Ein geheimes Signal verkündete, wo das Klingeln lohnte – diese Hauseingänge waren hell erleuchtet. Peter Frank im Eichenweg hatte mit voller Süßigkeitenschüssel vorgesorgt. Im Ulmenweg hatte Familie Berger-Ofenloch schnell die Garage aufgeräumt, damit die Gespenster einziehen konnten. Draußen hatten erwachsene Ghostbuster in weißen Schutzanzügen Stellung bezogen und sorgten dafür, dass die Geister nicht überhand nehmen. Tief unten im Dunkeln, im Nebel des Horrors, freute sich Wahrsagerin Adelheid auf die zahlreichen jungen Besucher mit Lust auf Süßes – ein herrliches Spektakel mit hohem Spaßfaktor. „Ich sage dir, es wird ein süßes Leben werden“, orakelte die Wahrsagerin einmal beim Handlesen, „und es wird viele Zahnarztbesuche geben“. Allerdings wirkte diese Ansage nicht abschreckend. Auf dem Ahornplatz waren mexikanische Untote unterwegs, im sonstigen Leben sind sie als Chorkinder bekannt. Eine Reihe ausgehöhlter Kürbisse leuchtete in der Dunkelheit. In der Horrorschule gleich nebenan war eine Party abgegangen, nun war es bald Zeit für die jungen Geister nach Hause zu gehen. Nur ein paar Schritte weiter, im Café des Grauens am Ahornplatz, hatten sich Gruselgestalten eingenistet, die sich sichtlich wohl fühlten. Draußen wurde es stiller, von Ferne noch Kinderlachen. Oder waren es die Geister? Der halbe Mond stand noch schwach leuchtend am nebligen Himmel. Ein schrecklich netter Stadtteil mit vielen netten Nachbarn und Geistern, das war nicht zu viel versprochen. Hannelore Nowacki
Zur Halloween-Party in der Musikschule legten sich die beiden DJs mächtig ins Zeug. Foto: Hannelore Nowacki