Stifterversammlung zog positive Zweijahres-Bilanz /Stiftungsratsvorsitzender Alfred Kappel wiedergewählt, Ursula Diaz neues Mitglied
Fünf Jahre Bürgerstiftung Biblis
Stiftungsvorstand und Stiftungsrat der Bürgerstiftung Biblis bei der Stifterversammlung: Dr. Nikolaus Wachtel (vorne), Gerd Reis und Dr. Hildegard Cornelius-Gaus. Der Stiftungsrat: Wilhelm Kreider (hinten links), 2. Vorsitzender Rüdiger Glaser, die neu gewählte Ursula Diaz, Rita Schramm, Dagmar Ochsenschläger und der wiedergewählte 1. Vorsitzender Alfred Kappel (nicht im Bild: Horst Kemmeter). Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Die Bürgerstiftung Biblis blickte bei ihrer Stifterversammlung am Montagabend auf ein bewegtes Jahr zurück und legte eine insgesamt positive Bilanz vor. Allerdings erforderte der persönliche, ehrenamtliche Einsatz bei großen Projekten und der damit verbundenen Verwaltungsarbeit von Vorstand und Stiftungsrat ein enormes Arbeitspensum. Dies machte der Bericht des Vorstandes deutlich - eine personelle Stärkung wäre wünschenswert, sogar notwendig. Die eigene Geschäftsstelle in der Kirchstraße 2 wurde kürzlich eröffnet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vorstand hatte sich zu zwölf Sitzungen getroffen und tagte dreimal gemeinsam mit dem Stiftungsrat. Da der Vorstand aus verschiedenen Gründen mittlerweile auf drei Mitglieder geschrumpft ist, wäre er beim Ausfall eines weiteren Mitglieds handlungsunfähig, gaben die Vorstandsmitglieder zu bedenken. Beim Stiftungsrat war bislang ein Sitz vakant, mit der einstimmigen Wahl von Ursula Diaz in der Ergänzungswahl konnte diese Lücke wieder geschlossen werden. Sechzehn stimmberechtigte Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. Nach fünf Jahren war die Amtszeit von Alfred Kappel als Vorsitzender des Stiftungsrates satzungsgemäß abgelaufen. Bei zwei Enthaltungen wurde Kappel für nun drei Jahre wiedergewählt. Um die Vorsitzenden zukünftig zu entlasten hatte die Stifterversammlung zuvor auf Antrag des Vorstandes eine Satzungsänderung beschlossen, um die Amtszeit sowohl des Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes als auch des Vorsitzenden des Stiftungsrates von fünf auf nun drei Jahre zu verkürzen. Gerd Reis, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Biblis, eröffnete die Stifterversammlung und erläuterte den Rechnungslegungsbericht zum Ende des Jahres 2014. Die Bilanzsumme betrug rund 938.000 Euro, das Stiftungskapital wuchs auf rund 886.000 Euro an. Für Projekte im „ideellen Bereich“ wurden rund 33.000 Euro ausgegeben. Allein das Projekt Life Kinetik bezifferte Reis mit 4.061 Euro. Die Spendenverwaltung für den kleinen Julian Wahlig, der in diesem Jahr trotz aller Bemühungen verstarb, wurde mit einer letzten Auszahlung abgeschlossen. Die Spenden hatten 75.000 Euro betragen. An die Eltern ausgezahlt wurde stets nur nach Vorlage von Rechnungen, erklärte Reis und betonte: „Jeder Cent ist Julian zugutegekommen“. Vier Zustifter konnte die Bürgerstiftung gewinnen, wodurch das Stiftungskapital um 3.000 Euro anstieg. Die stellvertretende Vorsitzende Dr. Hildegard Cornelius-Gaus berichtete über die Arbeit des Vorstandes, die 2014 und 2015 geleistet wurde. Mit dem Umzug aus der Steuerkanzlei in die eigene Geschäftsstelle in der Kirchstraße 2 gibt es nun eine eigene Infrastruktur. Ein für alle sichtbares Projekt ist die Bronzeskulptur „Gurkenfrau mit Kind“, die ausschließlich durch Spenden finanziert wurde. Das langfristig angelegte Projekt „Life Kinetik“ wurde mit der Ausbildung von weiteren Erzieherinnen und Lehrkräften der Grundschulen sowie einer Weiterbildung in Nordheim fortgeführt. Zukünftig soll die Life Kinetik für jedes Alter bis hin zu den Senioren angeboten werden, was jedoch weitere Ausbildungen und Lizenzen erfordert. Auch die Vortragsreihe soll fortgesetzt werden. Die Stiftung engagierte sich im Kinder- und Jugendbereich unter anderem mit der Anschaffung von Kleinfeldtoren und Fallschutzmatten. Unterstützt wurde auch der Forschertag. Im Ausblick kündigte Cornelius-Gaus weitere Projekte an. Beim Weihnachtsmarkt nahm die Bürgerstiftung mit ihrer sehr erfolgreichen Tombola über 3.000 Euro ein. Jedes Los gewinnt, so wird es auch diesmal beim Weihnachtsmarkt am 28. und 29. November sein. Die Vorbereitungen laufen schon, gesucht werden noch Zeitstifter, Spender und Unterstützer. Ein internes Projekt, die Erarbeitung eines QM-Handbuchs, wurde abgeschlossen und vom Stiftungsrat abgesegnet. Dieses Werk zum Qualitätsmanagement beschreibt die internen Strukturen und Zuständigkeiten, die Förderrichtlinien und die Anlagerichtlinien für das Stiftungskapital. Hannelore Nowacki
Information
In ihrer persönlichen Stellungnahme anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Bürgerstiftung Biblis zog Dr. Hildegard Cornelius-Gaus, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes, eine durchgehend positive Bilanz und dankte allen Beteiligten. „Das Ziel der Gründungsstifter war es, eine aktive Bürgerstiftung aufzubauen, in der sich jede/jeder einbringen kann – mit Geld oder mit seiner Arbeitskraft. Infolge großzügiger Zustiftungen und Spenden für eigene Projekte hat sich die Bürgerstiftung auch finanziell sehr positiv entwickelt. Wir erfüllen die Kriterien einer Bürgerstiftung und sind dank engagierter Stifter, Spender und Zeitstifter auf einem guten Weg. Ein herzlicher Dank an alle, die dazu beigetragen haben – natürlich besonders dem Ideengeber und ‚Gründungsvater‘ und ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Ernst Wartusch“.