Präventionsrat nimmt seine Arbeit auf / Arbeitsgruppe Stadtpark gegründet / Bürgerbefragung ab 2. März
Für mehr Sicherheit und Lebensqualität
Der Stadtpark soll sowohl bei Tag als auch bei Nacht sicher sein und zum Entspannen und Wohlfühlen einladen – eine neunköpfige Arbeitsgruppe nimmt dabei besonders die dortige Problemlage mit Drogenszene und nächtlichem Vandalismus in Augenschein. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Die Sicherheitslage ist nicht so, dass man sich beklagen müsste“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer einleitend in seiner Begrüßung, aber die subjektive Sicherheit könne durchaus anders empfunden werden. Nun hat Lampertheim seit Mittwochabend einen Präventionsrat, der sich im Rahmen von KOMPASS der Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität im öffentlichen Raum in der Kernstadt und den Stadtteilenannehmen will. Wer jedoch eine Anregung hat, sich an bestimmten Punkten der Stadt nicht sicher fühlt oder andere Hinweise geben kann, zum Beispiel auch zu Müllablagerungen, könne sich jederzeit an die Stadtverwaltung wenden oder dies auf der Homepage im Bürgerportal „Sag’s doch mol“ mitteilen, betonte Störmer. Dem hessischen Landesprogramm KOMmunalProgAmmSicherheitsSiegel, besser bekannt als KOMPASS, hat sich die Stadt Lampertheim 2019 angeschlossen. Mit dem Vorteil, dass die wissenschaftliche Begleitung der Bürgerbefragung ab 2. März mit Erstellung des Fragebogens und Auswertung durch die Justus-Liebig-Universität in Gießen vom Land finanziert wird. Der Kommune entstehen Kosten für Papier, Druck und Porto für die Versendung der Anschreiben und Fragebögen an rund 3.800 Bürger etwa in Höhe von 3.500 Euro. Einwohner im Alter ab 14 Jahren mit erstem und zweiten Wohnsitz in Lampertheim werden mit Hilfe des regionalen Rechenzentrums repräsentativ für alle Stadtteile aus dem Einwohnermelderegister für die Bürgerbefragung ausgewählt und angeschrieben. Durch Vergabe eines Zugangscodes wird eine Mehrfachteilnahme vermieden und zugleichAnonymität erreicht. Der Fragebogen kann online oder in Papierform ausgefüllt werden. Lampertheim gehört zu den wenigen ausgewählten Kommunen mit einem detaillierterem Bürgerfragebogen.
Auswertung der Bürgerbefragung braucht vier Monate
An dem passgenauen Sicherheitskonzept, zu dem die Bürgerbefragung die Grundlage sein wird, arbeiten Bürger, Stadtverwaltung, Organisationen und Verbände mit der Polizeistation Lampertheim als Sicherheitspartner zusammen. Zur konstituierenden Sitzung im Stadthaus waren interessierte Bürger und Teilnehmer zusammengekommen, die von Amts wegen zur Mitarbeit verpflichtet sind oder „gesetzt“ wurden, wie es offiziell heißt. Überraschenderweise waren viel mehr Interessierte erschienen, als noch zur ersten Sitzung.
Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte die Teilnehmer an der konstituierenden Sitzung des Präventionsrates, der sich nach den Sommerferien wieder treffen wird. Foto: Hannelore Nowacki
Bürgermeister Gottfried Störmer, der auch Vorsitzender des Präventionsrates ist, erfreute die große Anzahl zwar, doch mahnte er „schöner ist es, wenn wir vorher wüssten wer kommt“. Dieser Wunsch wird in Zukunft wohl in Erfüllung gehen, denn in der Sitzung wurden die Anwesenden allesamt durch Handzeichen zu Mitgliedern des Präventionsrates gewählt, die regelmäßig mitarbeiten wollen. Mit der Einladung hatten die Teilnehmer die Geschäftsordnung erhalten, die diskutiert und einstimmig beschlossen wurde. Demnach sollen zwei Sitzungen im Jahr stattfinden, während sich das geschäftsführende Gremium für die laufenden Aktivitäten mit Uwe Becher, Leiter des Fachbereichs 30 Verkehr, Sicherheit und Ordnung, KOMPASS-Beraterin der Stadt Lampertheim Katja Stotz-Şen vom Fachbereich 30 sowie die beiden Vertreter der Polizeistation Lampertheim Matthias Seltenreich und Dirk Neumann unter Vorsitz von Bürgermeister Störmer bei Bedarf trifft. Fachbereichsleiter Becher stellte anhand einer Präsentation alle Schritte der zweiwöchigen Bürgerbefragung vom Fragebogeninhalt bis zur wissenschaftlichen Auswertung vor. Mit Ergebnissen sei nach Abschluss der Befragung nach etwa vier Monaten im Juli zu rechnen. In der Sitzung nach den Sommerferien sollen die Ergebnisse bekannt gegeben werden. Bechers Appell an die teilnehmenden Bürger der Bürgerbefragung: „Wir hoffen auf viele Rückmeldungen“. In Arbeitsgruppen zu bestimmten Themenbereichen sollen Vorschläge erarbeitet werden. Einem Vorschlag aus dem Kreis des Präventionsrats folgend,fand sich spontan eine 9-köpfige Arbeitsgruppe Stadtpark zusammen. Die dortige Problemlage mit Drogenszene und nächtlichem Vandalismus sei der Verwaltung bekannt, teilte Störmer mit, Maßnahmen wurden eingeleitet. Mit Ideen der Arbeitsgruppe könnte das Vorgehen verfeinert und der Politik zur Entscheidung vorgelegt werden. Bürgermeister Störmer setzt auf den Präventionsrat als Multiplikatoren, die für das KOMPASS-Modell werben. Was das Bahnhofsumfeld angeht, verwies Störmer auf die Ergebnisse der studentischen Arbeitsgruppen der TU Kaiserlautern, die in der öffentlichen Veranstaltung am 19. Februar um 19 Uhr bekannt gemacht werden. Hannelore Nowacki
Information
Die Mitglieder des Präventionsrates
Stadt Lampertheim: Bürgermeister und 1. Vorsitzender Gottfried Störmer* (*gesetzte Mitglieder), Uwe Becher* und Katja Stotz-Şen* Fachbereich (FB) 30 und 30-1, Sabine Vilgis FB 70, Sandra Garbrecht FB 60 Stadtplanung, Dirk Dewald Stadtmarketing, Manfred Scholz FB 40-3 Jugendförderung, Klaus Reiber FB 30-2 Feuerwehr, Martin Stangohr Behindertenbeirat, Krisitina Delceva FB 50-2 Flüchtlingshilfe und Gleichstellungsbeauftragte Sonja Niederhöfer.
Polizeistation Lampertheim/Viernheim: KOMPASS-Beauftragter Dirk Neumann* und Leiter der Polizeistation Matthias Seltenreich*.
Netzwerke: Nikita Girard (PRISMA - AWO-Jugend- und Suchtberatung), Heinz-Dieter Schäfer (Seniorenbeirat), Melina Kugler und Arne Jaedke (Jugendbeirat).
Fraktionen: Die Fraktionsvorsitzenden Stefan Nickel (Grüne), Edwin Stöwesand (CDU), Thomas Bittner (FDP) und Sozialausschussmitglied Christiane Krotz (SPD).
Aus den Stadtteilen: Alexander Scholl (Ortsvorsteher Hofheim), Karl Heinz Berg (Ortsvorsteher Hüttenfeld) und Carola Biehal (Vorsitzende der Bürgerkammer Neuschloß).