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Mi., 30. Oktober 2013, 09:08 Uhr
Letzte Ruhe in der Urnenwand, Rasengrab oder im Baumbestattungsfeld / Reaktion auf gestiegene Nachfrage
Geänderte Friedhofssatzung öffnet sich für neue Bestattungsformen
Auf dem Bürstädter und Bobstädter Friedhof hat sich über die Zeit einiges verändert: auch Rasengräber und Baumbestattungen sind nun möglich. Von links: Friedhofsmitarbeiter Thomas Büchner, Peter Jakob, Amtsleiter des Bürgerbüros und Friedhofsbeauftragter der Stadt und Bürgermeisterin Barbara Schader. Foto: Eva Wiegand
BÜRSTADT – Noch vor einigen Jahren standen Überlegungen an, den Friedhof zu vergrößern, heute eröffnen die neuen Bestattungsformen die Möglichkeit, freiwerdende Gräber zur Anlage parkähnlicher Umgebungen und Orte der Ruhe zu nutzen, in der Familienangehörige sich aufhalten und ihren verstorbenen Angehörigen gedenken können. „Wir haben Sie eingeladen, um zu sehen: was hat sich auf dem Friedhof bewegt“, erklärte Bürgermeisterin Barbara Schader. Dieser, aber auch der Bobstädter Friedhof, befinde sich in ständiger Veränderung, erst recht seit der im letzten Jahr geänderten Friedhofsatzung, die nun neben klassischen Sarg- und Urnenbestattungen auch Baumfeldbestattungen sowie Rasengräber möglich mache.
„Heute ist die Nachfrage nach anderen Formen der Bestattung gestiegen. Zu Anfang waren die Menschen Urnenbestattungen gegenüber sehr skeptisch, heute ist das gang und gäbe“, berichtete Schader. Sowohl der Preis für Grabbestattungen, der in die Höhe gestiegen ist, aber auch der große Pflegeaufwand, ebenfalls mit hohen Kosten verbunden, sorgte dabei für ein Umdenken. So erfolgten von 18 Bestattungen im letzten Monat 16 als Urnenbestattungen, wie Peter Jakob, Amtsleiter des Bürgerbüros und Friedhofsbeauftragter der Stadt verlauten ließ. Diesem Umstand trägt die Stadt Bürstadt Rechnung: eine neue Urnenwand als erster Bauabschnitt ist bereits fertiggestellt, weitere sollen nach dem Beispiel des bereits vorhandenen Urnenhofs folgen, so dass ein einheitliches Bild entsteht. Dabei arbeiten das Friedhofspersonal mit dem Bauhof sowie Bürstädter Unternehmen zusammen. Außerdem schaffte die Stadt mit der Errichtung eines Grabfeldes für Baumbestattungen ein zusätzliches Angebot.
Diese Möglichkeit einer Naturbestattung gab es lange Zeit nur in sogenannten Friedwäldern. Grundgedanke ist die Rückführung des Verstorbenen in den Kreislauf der Natur, indem man die verbrannten Überreste im Wurzelbereich der Bäume einlässt, auf Granitsäulen können auf Wunsch die Namen der Verstorbenen angebracht werden, außerdem steht ein kleines Feld zur Ablage von Kerzen und Blumen zur Verfügung. Das noch neue Baumbestattungsfeld wurde bisher sehr gut angenommen: in Bürstadt erfolgten bereits neun, in Bobstadt eine Bestattung. Erst jüngst fertiggestellt ist auch die Fläche für Rasenbestattungen. „Wir möchten diese Form der Bestattung im Zuge der Veränderungen gleich mit anbieten“, erklärte Schader. Die bisher angelegten dreizehn Rasengräber bieten sowohl Platz für Urnen als auch für Särge.