Adventskaffee für evangelische Senioren mit Andacht von Pfarrer Arne Polzer
Geduld – Weihnachten kommt bald
Beim Adventskaffee der Senioren im evangelischen Gemeindehaus wurde auch gemeinsam gesungen. Foto: Hannelore Nowacki
NORDHEIM – Der Diakoniekreis der evangelischen Kirchengemeinde weiß, wie man schön feiert und die Gäste verwöhnt. Als Veranstalter des Adventskaffees für Senioren hatten die dreizehn Frauen keine Mühe gescheut, um den Senioren am Donnerstagnachmittag etwas ganz Besonderes zu bieten. Auch die Sonne strahlte an diesem hellen Dezembertag nach Kräften. Wer in Nordheim über 80 Jahre alt und evangelisch ist, hatte zum Adventskaffee im evangelischen Gemeindehaus eine schriftliche Einladung erhalten. Von den 83 Nordheimer Senioren dieser Altersstufe waren nicht ganz dreißig gekommen, eine erfreuliche Resonanz. Auch wenn die Daheimgebliebenen die heitere Atmosphäre, die Andacht und die süßen Genüsse nicht miterleben konnten, sie werden dennoch beschenkt. Denn das kreative Glaspräsent und den wunderschönen Kalender mit besinnlichen Worten zum Leben bekommen auch sie. Gemeindepädagogin Dorothee Engelhardt wies bei der Eröffnung darauf hin, dass die Glassterne der adventlichen Tischdekoration zum Mitnehmen gedacht sind. Rote Zieräpfelchen, kleine Tannenzapfen und Kerzen zierten die Tische, Kuchenplatten voller herrlichster Verlockungen ließen höchsten Genuss erwarten. Köstlicher Nachschub stand in der Küche bereit – die Nusstorten, Sahnetorten, Bienenstich und viele feine Backwerke mehr hatten die Frauen des Diakoniekreises selbst gebacken. Auch an die Diabetiker hatten sie gedacht, sie konnten bei Hefeschnecken und appetitlichen Wurstplatten zugreifen. Doch zunächst wurde gemeinsam in kräftiger Stimmlage das Adventslied „Macht hoch die Tür“ gesungen, von Organistin Ursula Althoff am Klavier begleitet. Der Text dieses alten Liedes ist inspiriert vom Psalm 24, den Pfarrer Arne Polzer in seiner lebhaften und zugleich besinnlichen Andacht in den Blick rückte. Damals, vor 2000 Jahren, besuchte eine halbe Million Pilger Jerusalem, das nur etwa 100.000 Einwohner zählte. Geduld war damals gefragt. Die Adventszeit heute gebe Zeit, sich auf Weihnachten einzustellen, Advent bedeutet Ankunft.
Pfarrer Arne Polzer und Gemeindepädagogin Dorothee Engelhardt eröffneten den Adventskaffee. Foto: Hannelore Nowacki
Sogar die traditionellen Backrezepte verlangen Geduld, denn Zimtsterne und Stollen beispielsweise sind erst nach Wochen ein Hochgenuss. Der Weihnachtstollen in seiner Form und mit Puderzucker verhüllt, symbolisiere in der Tradition das in Windeln gewickelte Christkind. Manches müsse fünf Wochen ruhen, wie der englische Weihnachtspudding. Früher sei die Adventszeit sogar Fastenzeit gewesen. Heute ist man von der Geduld abgerückt. „Alles sofort, alles über Nacht bekommen – was für ein Fortschritt“. Diesen Satz versah Pfarrer Polzer stimmlich mit einem Frage- und Ausrufezeichen. Charakterbildend ist das nicht, meinte er und gab zu bedenken, dass es auch Geduld brauche, bis ein Kind auf die Welt kommt und auch an Weihnachten komme der Erlöser nicht auf Knopfdruck. „Alle Dinge, auf die man sich lange gefreut hat, da hat sich die Zeit gelohnt“, meinte Pfarrer Polzer. Nach dem Vaterunser und dem Segen wich die andächtige Ruhe umgehend der fröhlichen Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen. Im Laufe des Nachmittags standen einige besinnliche Geschichten und Gedichte auf dem Programm. Viel Spaß hatten die Frauen des Diakoniekreises schon bei der Vorbereitung des Adventskaffees, erzählte Gemeindepädagogin und Pfarrer Polzer erklärte: Nach dem Motto „sich selbst und anderen etwas Gutes tun“ waren die Glassterne entstanden. Hannelore Nowacki