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  • Fr., 13. März 2020, 14:23 Uhr
    Zeckenbisse als Gesundheitsgefahr / Ausstellung mit Informationen über Risiken und möglichen Schutz im Rathaus Bürstadt

    Gefährliche Blutsauger lauern auch im Nibelungenland

    Klein, unscheinbar aber dennoch ein Risiko für die Gesundheit: Zecken. Foto: pixabay.com


    BÜRSTADT – Sie sind klein, unscheinbar aber tragen dennoch häufig ein großes Risiko für die Gesundheit in sich: Zecken. Im Rathaus Bürstadt ist bis zum 20. März eine Ausstellung zu sehen, die über die möglichen Folgen eines Zeckenbisses aufzuklären soll – „aber auch über die Möglichkeiten, sich zu schützen”, schilderte Reinhild Zolg, Fachbereichsleiterin des schulärztlichen Dienstes vom Gesundheitsamt Heppenheim, im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Freitag.

    Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Gefahr für Menschen und Haustiere bei Spaziergängen von einer Zecke gebissen zu werden. Zu ihren Lieblingsplätzen gehören Gräser und Büsche an Wegrändern und das Unterholz. Dort warten sie geduldig in Augenhöhe ihrer Wirte. Sie fallen nicht, wie oft angenommen, von Bäumen. Auch der eigene Garten ist potentielles Zeckengebiet. Sie finden sich sowohl in gepflegten als auch verwilderten Gärten und machen keinen Unterschied zwischen Gärten in Wald nähe und weit entfernten Grundstücken. Die Gefahr dabei: Einige Exemplare können Krankheitserreger übertragen. So kann fast jede dritte Zecke Borrelien, die sich in ihrem Darm aufhalten, in eine Stichwunde einbringen. Wird die Zecke dann gewaltsam und nicht ordnungsgemäß entfernt, steigt das Risiko einer Infektion durch auswürgen. Eine Borreliose ist, rechtzeitig erkannt, behandelbar.

    Schwerwiegender ist die Frühsommerenzephalitis (FSME), die unmittelbar mit dem Biss übertragen werden kann. Diese Erkrankung geht mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, quälender Übelkeit, schlimmstenfalls Berufsunfähigkeit und bleibenden Lähmungen einher. Im Jahr 2019 gab es bundesweit 444 klinische Fälle, im Kreis Bergstraße waren es zwei.

    Impfen schützt

    Was sind Zecken? Wie gefährlich sind sie, welche Krankheiten können sie auslösen? Wie kann ich mich schützen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. „Es ist wichtig, sich in der Natur zu bewegen, aber auch die Gesundheitsvorsorge ist von großer Bedeutung. Jetzt ist die Zeit, sich impfen zu lassen, mit dieser Ausstellung wollen wir über die Impfmöglichkeiten und den Schutz sowie über die Gefahren von Zecken informieren”, betonte Bürgermeisterin Barbara Schader. „Wir haben bewusst auch die Schulen mit einbezogen, gerade auch mit Blick auf was Waldklassenzimmer. Daher ist die Ausstellung parallel in der Schiller- und der Erich Kästner-Schule zu sehen.” Torsten Wiechmann, Leiter der Schillerschule, ergänzte, dass die Ausstellung in den Sachkundeunterricht mit einbezogen wird und lobte deren anschauliche und kindgemäße Gestaltung.

    „Nur wer informiert ist, kann sich richtig schützen”, stellte Reinhild Zolg klar. Wichtig sei, sich regelmäßig nach dem Aufenthalt in der Natur zu untersuchen. Gegen Borreliose gäbe es keine Impfung, hier helfe aber rechtzeitiges Entdecken der Zecke, gegen FSME sollte unbedingt geimpft werden. Auch Tiere können Zecken bekommen, es ist wichtig, diese zu entfernen. Denn wenn ein Hund oder eine Katze eine Zecke ins Haus trägt, kann es sein dass diese dort abfällt und sich einen neuen Wirt sucht. 

    Zecken entfernen

    Wer von einer Zecke gebissen wurde, sollte diese mithilfe einer Zeckenkarte oder, falls sie bereits länger am Körper sitzt, vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Entfernte Zecken sollten zerdrückt werden – eine „Entsorgung” in der Toilette ist nicht ratsam, da dies die Tiere überleben können. Zecken sitzen am Körper übrigens am liebsten dort, wo es warm ist.

    Zuverlässigen Schutz vor der FSME bietet nur eine entsprechende Impfung. Auch der Kreis Bergstraße zählt zu den Risikogebieten. Die Impfung ist hier zu jedem Zeitpunkt sinnvoll. Die ersten beiden Impfungen werden im Abstand von vier Wochen gegeben. Eine dritte Impfung nach fünf bis zwölf Monaten schließt die Grundimmunisierung ab und verleiht einen Langzeitschutz für mindestens drei Jahre. Regelmäßige Auffrischimpfungen, je nach Alter des Geimpften, alle drei bis fünf Jahre durch eine einzelne Impfdosis sorgen dafür, dass der Schutz dauerhaft bestehen bleibt. Bei Bedarf bieten Haus- und Kinderärzte Ratsuchenden zum Thema Impfungen weitere Hilfe an. Benjamin Kloos

     

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