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  • Fr., 04. März 2022, 09:47 Uhr
    SORGE: IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ befürchtet neue Entwicklung beim Ultranet

    Geht es nicht mehr um die ganzheitliche Trassenverschwenkung? 

    Die IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ hatte zum Pressekonferenz eingeladen. Im Bild (von links) die Sprecher Diana Taggeselle, Dominik Ofenloch, Dr. Karl-Wilhelm Klingler und Sabine Baltes.  Foto: Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Sprecher der IG „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ sind alarmiert seit ihnen aus einer nicht öffentlichen Magistratssitzung am vergangenen Montag ein Beschluss über die Ultranet-Trassenführung bekannt wurde, in dem von einer „kleinstflächigen“ , nicht mehr von einer „kleinflächigen“ Verschwenkung die Rede sein soll, die auch bestehende Wohngebiete wie Rosenstock und Guldenweg schützen würden. Durch diese nicht öffentliche Beschlussvorlage fühlt sich die IG hintergangen. Mit einem Schreiben an die Spitze der Stadtverwaltung und an die Fraktionsvorsitzenden hatte die IG reagiert und die Fraktionen und am Donnerstagnachmittag zu einer Pressekonferenz in die Räumlichkeiten des Lampertheimer Ärztenetzwerks GALA eingeladen. Bürgermeister Gottfried Störmer, der nicht eingeladen war, hatte der IG und Presse bereits seine schriftliche Stellungnahme zukommen lassen, in der er darauf hinwies, dass er diese nicht öffentliche Information nicht kommentieren könne und alle Gremien darum bat, zu den von der Hessischen Gemeindeordnung verfahrensrechtlich vorgesehenen Abläufen zurückzukehren. Als Bürgermeister arbeite er zum Wohle der Stadt und müsse deren Entwicklungschancen nutzen. Im Verfahren mit der Bundesnetzagentur gehe es um formale Bewertungsfehler, nicht um inhaltliche Themen des Gesundheitsschutzes oder ähnliches. Genau hier setzt die Kritik der IG an, die in der vorgesehenen Trassenführung am Wohngebiet Rosenstock gesundheitliche Risiken sieht, auch gebe es weltweit dazu keinerlei Studien. 

    IG-Sprecher Karl-Wilhelm Klingler hatte zitierte aus Unterlagen, die er vom Bundesamt für Strahlenschutz und im Gesetz über den Bundesbedarfsplan für Leitungen zur Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung gefunden hatte. Bürgermeister Störmer hält die IG eine „neutrale“ Haltung vor. Winzige sprachliche Details mit großen Auswirkungen stehen im Raum, wenn jetzt offenbar von einer „kleinstflächigen“  anstatt einer „kleinflächigen“ Verschwenkung die Rede ist, die nur das geplante Neubaugebiet im Gleisdreieck schützen würde. Amprion negiere konsequent gesundheitliche Risiken und versuche die bedrohliche Situation „kleinzureden“. Auch wünscht sich die IG eine Erklärung des Bürgermeisters, weshalb für ihren Vorschlag eines Grundstückstauschs für die Aufstellung von Masten nicht genügend landwirtschaftliche Grundstückseigentümer bereit gewesen seien, jetzt aber Tauschwillige gefunden worden seien. Die anwesenden Vertreter der Fraktionen, Alexander Scholl (CDU), Jens Klingler (SPD), Helmut Rinkel (Grüne) und Helmut Hummel (FDP) konnten wegen der „durchgestochenen“ nicht öffentlichen Beschlussvorlage des Magistrats nicht im Details dazu Stellung nehmen, da ihnen ja der Inhalt nicht bekannt sei. Korb wies darauf hin, dass die Stadtverordnetenversammlung am nächsten Abend darüber Aufschluss geben werde. Es gebe eine klare Beschlusslage des Parlaments für eine Gesamtverschwenkung, betonte Scholl. Rinkel kündigte an, sich über das Ergebnis einer im Jahr 2017 begonnenen Studie des Bundesamts für Strahlenschutz informieren zu wollen. Jens Klingler zeigte sich mit Blick auf die Stadtverordnetenversammlung am folgenden Freitag verärgert über die Magistratsentscheidung vom Montag: „In meinen Augen war es völliger Unsinn am Montag die Entscheidung zu treffen“. Hannelore Nowacki

    Strommast am Wohngebiet Rosenstock. Foto: Nowacki


     

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