Bürgermeister Störmer übergibt Friedenstaube an seine Amtskollegin aus Swidnica
Gemeinsam für Frieden und Einheit einstehen
Bürgermeister Gottfried Störmer überreichte seiner polnischen Amtkollegin aus der Partnerstadt Swidnica, Teresa Mazurek, die Friedenstaube. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM - Es sind die dunklesten Stunden in der Geschichte, die die Welt und Europa mit dem Beginn und den Folgen des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. Mit der Veranstaltungsreihe „Erinnern und Gedenken – 80 Jahre Friedensverantwortung“ erinnert die Stadt Lampertheim in diesem Herbst bis in den November hinein mit Gottesdiensten, Vorträgen, Ausstellungen und Konzerten an das Geschehene. Am vergangenen Sonntag fand mit einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Domkirche der Auftakt der Veranstaltungsreihe, die die Lukasgemeinde gemeinsam mit dem Dekanat Bergstraße, der Stadt Lampertheim sowie den Aktiven des Bündnisses für Demokratie auf die Beine gestellt hatte, statt. In dem liturgisch geprägten Gottesdienst gedachten Pfarrerin Sabine Sauerwein, Pfarrer Sven Behnke sowie der neue Pfarrer der katholischen Kirchengemeinden, Christian Rauch, mit Schuldbekenntnissen, reflektierenden Texten aus Lyrik und der Bibel sowie mit Musik den Opfern des Krieges und beteten für den Frieden. Bürgermeister Gottfried Störmer und die Besucher aus den Partnerstädten, Teresa Mazurek (Swidnica), Peter van Hecke (Maldegem), Andrea Micheletti (Adria) und Henri Poirson (Dieulouard), verlasen gemeinsam die Fürbitten. Den musikalischen Rahmen gestalteten Kantorin Heike Ittmann und der Leiter der Lampertheimer Musikschule Joachim Sum. Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete der Bürgermeister die Wanderausstellung „In der Wahrheit leben“ im Römersaal und hieß die Gäste aus den Partnerstädten herzlich willkommen. „Im Gottesdienst haben wir an das unsägliche Leid erinnert, dass der Zweite Weltkrieg den Menschen brachte“, so Störmer, nun gelte es das Geschehene zu „überwinden, ohne es zu vergessen.“ Trotz der schrecklichen Hypothek seien gemeinsame europäische Freundschaften und Frieden entstanden. „Europa ist keine Theorie, Europa sind wir und wir müssen aktiv dafür einstehen, an diesen Idealen festzuhalten“, betonte Störmer und überreichte alsZeichen der Verbundenheit die symbolische Friedenstaube des Künstlers Richard Hillinger an seine polnische Amtskollegin Teresa Mazurek. „Das ist ein sehr wichtiges Element des heutigen Treffens. Sie soll weiter wandern, so daß wir den Frieden in der Welt erhalten können“, nahm Mazurek die goldfarbene Taube sichtlich gerührt entgegen. Schließlich meldeten sich auch alle anderen Vertreter der Partnerstädte zu Wort. „Von allen ein Bekenntnis zur Freundschaft, Freiheit und zu Europa gehört zu haben, macht mich sehr stolz“, betonte Störmer und übergab das Wort an Annemarie Franke, Vorstandsmitglied der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung. Sie führte die Gäste in die Ausstellung ein, die die Geschichte von Widerstand und Opposition in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts erzählt – allen voran den Kreisauer Kreis, der sich gegen die Nazi-Herrschaft wandte. Am Nachmittag überreichte die Stadt zudem Partnerschaftsmedaillen anTeresa Mazurek und Regina Adamska (Swidnica) sowie an Margit Selb und Dieter Meyer für deren überdurchschnittliches und stetiges Engagement im Sinne der Städtepartnerschaft. Eva Wiegand