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Mo., 06. April 2020, 09:34 Uhr
Banner am Fußballplatz für Respekt und Toleranz des Sport- und Jugendförderers
Gemeinsames Eintreten des VfR Bürstadt und der Stadt Bürstadt für Dietmar Hopp
Gemeinsam für den Förderer des Sports Dietmar Hopp – der VfR Bürstadt und die Stadt Bürstadt. Im Bild: VfR-Sprecher des Präsidiums Klaus Gassert und Bürgermeisterin Barbara Schader. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Anfang April, Frühling mit strahlendem Sonnenschein, die Corona-Pandemie bestimmt die Nachrichtenlage. Doch man erinnert sich noch an den Hass und die beleidigenden Aktionen von Ultras bei vielen Fußballspielen im Februar, die Dietmar Hopp, den Mäzen der TSG Hoffenheim, ins Fadenkreuz nahmen. Wie bei vielen anderen war bei den Fußballern in Bürstadt die Empörung über diese Vorfälle in den Fußballstadien groß, sie wollten sich für Dietmar Hopp positionieren, ebenso die Stadt Bürstadt, die der Dietmar-Hopp-Stiftung die alla hopp!-Anlage verdankt. Während sich der Verein intern und mit der Stadt Bürstadt abgestimmt hatte, war die Corona-Krise hereingebrochen. Am Samstagvormittag hatte der Fußballverein VfR Bürstadt zum Pressetermin im Robert-Kölsch-Stadion eingeladen, um die gemeinsame Stellungnahme des Vereins und der Stadt Bürstadt in Form eines Banners gemeinsam mit Bürgermeisterin Barbara Schader vorzustellen. „Wir treten ein für Respekt und Toleranz! Gegen Hass und Diskriminierung“, steht dort groß geschrieben. Klaus Gassert, Sprecher des Präsidiums, war mit Franz-Josef Eitge und zweiweiteren Präsidiumsmitgliedern gekommen, Bürgermeisterin Schader vertrat die Stadt Bürstadt. Man hielt bei diesem Treffen großen Abstand wie in dieser Corona-Krise erforderlich, in der Sache waren alle nahe beieinander. „Wir möchten Farbe bekennen“, begann Bürgermeisterin Schader ihre leidenschaftlich vorgetragene Stellungnahme. Dietmar Hopp beschrieb sie als Menschen, der „in unserer Region so viel Gutes tut“. Wichtig sei ihm auch die Jugend- und Sportförderung. Das alles mache er aus einer dankbaren Grundhaltung heraus. Die Angriffe auf ihn bezeichnete Schader als „Angriff auf die Menschenwürde“. Sie selbst habe ihn als herzensguten Menschen erlebt und kenne ihn als bodenständig und in der Region verwurzelt. „Achtung, Dankbarkeit und Wertschätzung“ bringe sie ihm entgegen. Gerne erinnert sich Schader an die persönliche Begegnung mit Hopp bei der Einweihung der alla hopp!-Anlage. Auf dem Bildungs- und Sportcampus werde es im Einvernehmen mit Hopp einen Dietmar-Hopp-Weg geben. Das Banner sei Ausdruck einer Wertschätzung für ein Lebenswerk. Hopp sei sich treu geblieben, tue was nötig ist und sei authentisch, betonte Schader. In Kürze werde Hopp 80 Jahre alt, die Dietmar-Hopp-Stiftung habe in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Für den VfR Bürstadt sprach Präsidiumsmitglied Eitge, der Dietmar Hopp über das Banner in einem Schreiben informiert hatte und aus dem Dankschreiben vorlas. Der Verein habe die Anfeindungen in deutschen Stadien verurteilt. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es in unserer Stadt Fußballfans gibt, die das Engagement von Dietmar Hopp zu würdigen wissen“. Mit einem herzlichen Schulterklopfen auf das Bild von Dietmar Hopp unterstrich Eitge seine Wertschätzung des Sportförderers. VfR-Präsidiumssprecher Gassert gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass künftig Vernunft einkehre in den Stadien und auf den Fußballplätzen und auch, „dass wir bald besseren Zeiten entgegensehen“. Bürgermeisterin Schader gab noch einen Ausblick auf die nächsten Schritte beim Bildungs- und Sportcampus, ein Thema, das der VfR kürzlich bei einem Pressegespräch bezüglich der eigenen Haushaltsplanungssicherheit kritisch aufgegriffen hatte. Für das Energiekonzept müssten zunächst alle Förderungen feststehen und einige Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung seien noch nötig. Wegen der aktuellen Lage seien Treffen momentan nicht möglich, alles gehe über Video- und Telefonkonferenzen. Als Ziel gab Schader an, dass die Verträge vor der Sommerpause durchverhandelt und unterschriftsreif sind. Erst dann sei es möglich, die Folgekosten zu berechnen, unter anderem seien die Abschreibungsmodalitäten für Gebäude und Spielgeräte unterschiedlich. Hannelore Nowacki