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  • Di., 14. April 2015, 10:46 Uhr
    Der Naturschutzbund hatte zum Tag der offenen Tür in die Natur eingeladen

    Gewürzkräuter, Gezwitscher und Gesang in der Feuersteingrube

    Natur hautnah zu erleben war für die Kinder eine spannende Sache. Den springlebendigen Tieren schien es zu gefallen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Ein Zaun schützt die empfindliche Naturoase am Lampertheimer Wald. Seltene Vogelarten haben ihr Revier in der früheren Sandgrube, die bis 1983 für den Sandabbau in Betrieb war und seit 2002 vom NABU (Naturschutzbund Lampertheim) als Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere gepflegt wird. Die ehrenamtlichen Naturschützer hatten sich am Sonntag vier Stunden Zeit genommen, um den interessierten Besuchern beim Tag der offenen Tür spannende Einblicke in diese Natur aus zweiter Hand zu ermöglichen. Die brütenden Graugänse waren ziemlich überrascht, wie NABU-Mitglied und Vogelspezialist Dieter Melchior nach einer Führung berichtete. Plötzlich so viele Besucher zu sehen, sind die wilden Gänse nicht gewohnt und fühlen sich in ihrer Privatsphäre gestört. An der Führung durch das recht unwegsame Gelände mit seinen zum Teil abschüssigen Pfaden hatte auch Christine Kuntsche teilgenommen. „Ich habe viel gelernt“, erzählte sie. Zum Beispiel, dass sich Flechten und Misteln auf Bäumen nur vorkommen, wenn die Luft gut ist – so wie hier in der Lampertheimer Natur. Klaus Feldhinkel, 2. NABU-Vorsitzender und als Gärtnermeister auf die Pflanzenwelt spezialisiert, wusste aus eigener Anschauung, dass sich  1976 noch keine Flechten auf Lampertheimer Bäumen angesiedelt hatten. Zum Schnuppern, aber auch zum Knabbern, zupfte er ein winziges hellblau blühendes Kraut vom Wegrand ab. Dieser Ehrenpreis schmecke im Salat gut und sei gesund wie viele andere wild wachsende Gewürzkräuter, erklärte der Pflanzenkenner. Während die Besuchergruppe den Erklärungen lauschte, zwitschert und sang die Vogelwelt aus Leibeskräften.

    Unscheinbare Pflänzchen vom Wegrand gepflückt, beschnuppert und vorsichtig probiert – auch das gehörte zum geführten Rundgang. Foto: Hannelore Nowacki


    Einige Rufe und Gesänge hatte die Gruppe bereits bei der Führung kennengelernt. Nun sei unter vielen anderen der Fitislaubsänger und der Zilpzalp zu hören, meinte Vogelkundler Melchior. Frösche und Kröten sind in der Feuersteinsandgrube mit Teich und Feuchtgebieten ebenfalls heimisch. Erst kürzlich waren die Kröten zur Wanderung aufgebrochen und mussten durch Krötenzäune am Waldrand geschützt werden. Einige dieser Tierchen hatten die NABU-Mitglieder zum Kennenlernen für die Besucher in Schau-Terrarien und Eimer gesetzt. Das gefiel besonders den Kindern. Sie durften die kühlen Erdbewohner auf die Hand nehmen und sanft streicheln. Ob grüner Teichfrosch oder Erdkröte, auch die dicke Kreuzkröte, sie alle blieben ruhig auf den kleinen Händen sitzen und machten einen freundlichen Eindruck. Die siebenjährige Luisa weiß sogar, welches die Weibchen sind, erzählte sie stolz. Ihre Schwester, die zehnjährige Hannah, mag die Kröten und Frösche, denn der Opa hat auch einen Teich. Ulrich Weidenauer hatte mit seinen Kindern einen geführten Rundgang unternommen und war sichtlich beeindruckt von der erlebten Natur. „Da vorne war schön was los“, erzählte der Vater. Die sechsjährige Mira fand die Wildgänse interessant und Julius, der die Strecke auf Vaters Arm erkunden durfte, hatte die Enten und Frösche im Blick. Hannelore Nowacki



     

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