SPD LAMPERTHEIM: Gedenken am Grab des früheren Bürgermeisters Gisbert Dieter
„Gisbert war ein Macher“
Gedenken der Lampertheimer Sozialdemokraten am Geburtstag des früheren Bürgermeisters Gisbert Dieter (SPD) auf dem Waldfriedhof. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Zum Gedenken an den früheren Bürgermeister Gisbert Dieter hatte sich am Dienstagnachmittag bei strömendem Regen eine etwa zwanzigköpfige Schar am Grab des Genossen zu dessen 90. Geburtstag versammelt, einer guten Tradition der Lampertheimer Sozialdemokraten folgend, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Klingler erklärte. Der Erste Stadtrat Marius Schmidt, der auch SPD-Unterbezirksvorsitzender ist, Stadtverordnete, Magistratsmitglieder, lokalpolitische Weggefährten und sein Nachfolger Bürgermeister a. D. Erich Maier waren gekommen, um den 2009 wenige Wochen vor seinem 78. Geburtstag Verstorbenen mit dem Gedenken zu ehren. 1982 war Dieter von der Stadtverordnetenversammlung zum Bürgermeister gewählt worden, dann noch einmal für weitere sechs Jahre bis 1994. Ein frischer Kranz mit leuchtend roten Nelken schmückte das Grab. Rote Rosen legte seine Witwe Brigitta Dieter auf dem Grabstein nieder. An sie gerichtet, sagte Klingler: „Die große Zahl zeigt, wie sehr dein Mann respektiert wird und Wegbegleiter deinen Mann zu schätzen wissen“. Hans Schlatter, der schon damals Magistratsmitglied war und über Bürgermeister Dieter aus eigenem Erleben berichten kann, zeichnete in seiner Rede dessen Werdegang und Wirken nach, eine lange Liste hatte er vorbereitet. Bevor Gisbert Dieter nach dem Tod seines Vorgängers Hans Pfeiffer zum Bürgermeister gewählt wurde, stand er bereits in Diensten der Stadt Lampertheim als Stadtkämmerer. Eine starke Fraktion habe die SPD damals gehabt, Gisbert Dieter sei bei den erfolgreichen Kommunalwahlen Spitzenkandidat gewesen, er habe Lampertheim wie kein anderer geprägt, betonte Schlatter. „Gisbert war ein Macher und war in der Bevölkerung sehr angesehen, seine Spuren sind überall sichtbar“, fasste Schlatter das Wirken des früheren Bürgermeisters Dieter zusammen, „was Hans Pfeiffer begonnen hatte, führte er erfolgreich fort“.Schlatter schloss seine Rede mit den Worten: „Wir sind stolz auf das, was Gisbert in Lampertheim vollbracht hat, wir sind stolz, dass er einer von uns war“. Schlatter nannte in seinem Rundgang durch die Lokalgeschichte zahlreiche Projekte, die mit dem Wirken des Bürgermeisters in der Kernstadt und in den Stadtteilen verbunden sind, darunter der Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg, der zum Landgewinn in Hüttenfeld führte. „Damals war die Welt noch in Ordnung“, erklärte Schlatter zum Neubaugebiet in Neuschloß mit dem Spielplatz auf dem Sodabuckel, das er ebenfalls zu Dieters Erfolgen zählt, wenngleich Schlatter hier von einem „kleinen Schatten“ sprach, der am Ende Dieters Amtszeit auf dessen „ansonsten so hoch geschätzte Arbeit“ gefallen sei. In Rosengarten gehen Bürgerhaus und Sportplatz sowie die Ansiedlung von Kaufland auf Dieter zurück, in Hofheim der Sportplatz und mit heutigem TV-Vereinsheim, in der Kernstadt das Technische Zentrum, das Haus am Römer, der Hessentag, die Hans-Pfeiffer-Halle und die Altrheinhalle sowie die neue Pestalozzischule in Kooperation mit dem Kreis Bergstraße. Im Gegenzug habe der Kreis durch den „Müll-Deal“ die Deponie bekommen. Frühere jüdische Mitbürger habe Dieter nach Lampertheim eingeladen und für die Gedenkstätte am Parkhaus in der Wilhelmstraße gesorgt. Weiter nannte Schlatter Dieters Wirken zugunsten des sozialen Wohnungsbaus, des Baus von städtischen Kindergärten und die Pflege der Städtepartnerschaften. Auch die interkommunale Zusammenarbeit gehe auf Dieter zurück. Abschließend rief Klingler zu einem stillen, kurzen Gebet auf. Eine der beiden neuen Sporthallen, die im Zuge des Biedensand-Campus gebaut werden, soll nach Gisbert Dieter benannt werden, das hofft Klingler. Genossen und Interessierte lud Klingler zum SPD-Neujahrsempfang am 15. Januar ein, Treffpunkt beim Odenwaldklub um 14 Uhr im Freien mit anschließendem Spaziergang. Hannelore Nowacki