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Mo., 16. Januar 2023, 14:46 Uhr
FASTNACHT: Erste Prunksitzung des Heimat- und Carneval-Vereins im Bürgerhaus mit Schwung
Glanzvolles Unterhaltungsprogramm für fröhliche Gäste
Das zehnköpfige Tanzteam zelebrierte Dirty Dancing als Sketch mit dem Titel „Dreckisches Donze“ auf ganz eigene Weise – zum Vergnügen von Elferrat und Publikum. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – „Der HCV wie man ihn kennt, in seiner Heimat stets präsent“. Mit diesem passenden Motto feiert der Heimat- und Carneval-Verein 1959 Bürstadt die diesjährige Fastnacht und man weiß in Bürstadt natürlich auch, dass man sich auf jeden Fall einePrunksitzung gönnen sollte. Auch eine zweite gibt es. Zur ersten Prunksitzung am Freitagabend im Bürgerhaus hatte sich eine bunte Gesellschaft im großen Saal eingefunden, die ihre Lust an fantasievoller Verkleidung zur Schau stellte und Gelegenheit erhielt, mehrere Raketen der Anerkennung zu zünden. Auf der Bühne ereignete sich Erstaunliches – am Ende der über fünfstündigen Prunksitzung brachte das Männerballett „Die Riedbuwe“ verschiedenartig maskierte Monster in Stellung, die aus dem nächtlichen Nebel traten und versuchten, dem Publikum tanzend das Fürchten zu lehren. Während dieser gelenkigen Umtriebe in Tanzformation schlummerte der Träumer friedlich in seinem Bett, wurde jedoch von der Mama geweckt, die doch tatsächlich behauptete, es gebe gar keine Monster. Und schon war nach 21 Programmpunkten mit der riesigen HCV-Fahne das Finale gefeiert. Präsident Patrick Brenner, der in schönster Bürstädter Mundart das Publikum durch den Abend geleitet hatte, rief alle Aktiven auf die Bühne, das HCV-Lied erklang zum musikalischen Schlussakkord. Vor den „Riedbuwe“ hatte „DJ Dieter“, der bekannte Dieter Mottausch mit dem Faible für heiße Stimmungsmusik, den Saal bereits zum Kochen gebracht. Die jüngeren Gäste hatte es von den Stühlen gerissen, auf denen sie nun ausgelassen tanzten. Tom Nieber lud zwischendurch zu Schunkelrunden ein. Zu erleben waren an diesem Glücksabend, immerhin Freitag, der 13., viele glanzvolle Auftritte der Garden, die auch im Showtanz zu überzeugen wissen wie die HCV-Mini-Rasselbande als „Superhelden“ und die Gruppe Kontrast mit Pfeil und Bogen im Bäschdädder Forst als „Robin Hood“. Die Juniorengarde ließ „Pop-Legenden“ erstrahlen und die HCV-Garde machte den „4 Jahreszeiten“ alle Ehre. Als Funkenmariechen bezauberten Vanessa Emig und Lara Hartmann das Publikum, den Elferrat und die gekrönten närrischen Tollitäten, das Bürstädter Prinzenpaar Prinz Andreas II. mit Prinzessin Viviane I. und das Lampertheimer Stadtprinzenpaar vom CC Rot-Weiß Patrick I. und Sabine II., jeweils mit Gefolge. Die bunte Schar der „HCV-Leersingers“ versicherte dem Publikum, dass ihr Herz für „Bäschdadd“ schlägt, beklagten zum Mitklatschen den Zustand von „nix amore“ und bejubelten das „Leberworschdbrod“.Bei Dirty Dancing als Sketch „Dreckisches Donze“ brachte der HCV seine Schwergewichte und Leichtfüßigen auf die Bühne.
Nahm traditionell kein Blatt vor den Mund: Thomas Haberer als „Bäschdädder Sainawwlskett“. Foto: Hannelore Nowacki
Zur Tradition der HCV-Prunksitzungen gehören die närrischen Wortbeiträge, die mit Witz und scharfer Zunge das lokale und sonstige Geschehen aufspießen wie Thomas Haberer, der seine „Bäschdädder Sainawwlskett“ aussprechen lässt, was vielen Bürstädtern mitunter auf der Zunge brennen mag. Was die „Schweinenabel-Katharina“ von der Wohnbebauung des ehemaligen Raiffeisengeländes an den Bahngleisen denkt? Man könne gleich in den Zug einsteigen und die Nachbarn finden sich im „Schatten-Eck“ wieder. Aber: „Des alles ist kein Grund zum Groine, ab morje wird die Sunn wieder schoine“. Eine kleine „Schdory“ hatte Ehrenpräsident Roger Wulff als „Best Ager“ zu erzählen, der sich ans pfeilschnelle Fahrradfahren auch zum Auerbacher Schloss hoch wagt. Ehrensenator Horst Kunkel, mit der fränkischen Lederhose bekleidet, hatte als „Der Franke“ einige „Geschichten vom Bau“ auf Lager, scharf ausgemessen mit dem Zollstock, und damit ihm nichts hart auf den Kopf fällt, mit weißem Bauhelm ausgerüstet. Wichtig in Bürstadt, wo in den letzten Jahren „wie verrückt“ gebaut wurde und die Stadtrat Doppelpunkt innen vom Trump-Tower begeistert gewesen seien. Überhaupt, „das mit dem Gegender“, da blicke er gar nicht mehr durch. Und wie verhält es sich mit dem Schneemann? Außerdem sei der rassistisch schneeweiß, trage keine Regenbogenfarben und seine Karottennase rege die Veganer wegen Lebensmittelverschwendung auf. Und dann versuchte sich noch ein Klimaaktivist festzukleben. Rainer Menzel als „Rainer Ernst“ brachte das Publikum mit seinen Erkenntnissen über „Kinder und Pubertät“ zum Lachen. Hannelore Nowacki
Mit ihrem Showtanz in verschiedenen Kostümen bewegte sich die HCV-Garde im Wechsel der vier Jahreszeiten – auch der Winter macht Spaß. Foto: Hannelore Nowacki