Faschingsgottesdienst mit Repräsentanten der Bürstädter Karnevalvereine in der Pfarrkirche St. Michael zog zahlreiche Narren an
Gottesdienst mit Helau und Narhallamarsch
Ein dreifach donnerndes Helau ertönte im Anschluss vor dem Gotteshaus. Foto: Sigrid Samson
BÜRSTADT – Mit einem närrischen „Helau“ begrüßte Pfarrer Peter Kern die Repräsentanten der Bürstädter Faschingsvereine sowie eine bunte Schar an Närrinnen und Narren zum Faschingsgottesdienst am vergangenen Sonntagmorgen in der katholischen Pfarrkirche St. Michael in Bürstadt. Die Kirche war zur gemeinsamen Einstimmung auf den bevorstehenden großen Umzug am Nachmittag und die nachfolgenden Veranstaltungen prall gefüllt. Der närrische Gottesdienst ist seit einigen Jahren bereits zur lieb gewonnenen Tradition geworden.
Zahlreiche kostümierte Karnevalisten wohnten dem Gottesdienst bei. Die Kirche war passend mit Luftballons und bunten Luftschlangen dekoriert. Auch die Komiteemütze durfte bei Pfarrer Kern nicht fehlen. Mit einem kleinen kirchlichen Witz eröffnete er denGottesdienst, bevor die Vereinsmitglieder der Bürstädter Karnevalvereine unter musikalischer Begleitung der KKM mit Narhallamarsch einmarschierten – allen voran das Bürstädter Prinzenpaar Manuela II. und Marcel II.
Die Kanzel war zur Bütt umgewandelt worden: Pfarrer Kern beglückwünschte die Vereins AG zum 66-jährigen Jubiläum in diesem Jahr. In seiner Ansprache, die in Reimen verfasst war, wies er auf einige Geschehnisse im vergangenen Jahr hin und bemängelte auch, dass leider immer weniger Gläubige zu den Gottesdiensten kämen: „Heut' kann man froh sein ganz beklomme, wenn wenigstens noch a paar Christe zum Gottesdienst komme“, so Kern. Auch die Nachbarstadt Lampertheim bekam, wie könnte es sonst auch sein, auf humoristische Art wieder ordentlich ihr Fett ab. Ob Bürstadt die Nachbarstadt in 2019 einnehmen werde oder gar umgekehrt, stellte er scherzend in Frage. „Ach, wir sind doch gemeinsam Schwestern und Brüder vor dem Herrn“ fügte er hinzu und ergänzte: „Lasst uns nun alle miteinander feiern. Beginnen wir in Fröhlichkeit mit der heiligen Dreifaltigkeit“. Gemeinsam sangen alle „Gloria, Ehre sei Gott“, begleitet von den Musikern des KKM Bürstadt. Gute Laune herrschte im Gotteshaus. Nach der Lesung folgte das „Hallelujah“, gesanglich dargeboten von Paul Fuchs unter Orgelbegleitung von Heinz Kilian. Die Predikt von Jürgen Manske handelte von den Geschwistern Martha und Maria. Tenor war, auch mal „fünfe gerade sein zu lassen“ und wie sehr sich auch mal die Muße lohnt: „Die Arbeit soll euch nicht ersticken; ihr könnt auch mal zum Himmel blicken“ meinte er - alles zu seiner Zeit. „Einfach im Hier und Jetzt verweilen und dabei ein Stück Liebe verteilen“ fügte er hinzu. Kern wandte sich an Narrenschar mit „So schließe ich in Gottes Namen; Halleluja, Helau und Amen“. Zu „Und dann die Hände zum Himmel“ standen alle Jecken auf, klatschten, sangen und feierten mit. Zum „Vater unser“ hakten sich alle ein wie beim Schunkeln. Weitere Lieder wurden gemeinsam gesungen. Hier durfte auch das bekannte Kölner Faschingslied„Denn wenn et Trömmelche jeht“ nicht fehlen. Ein Gottesdienst der ganz anderen Art mit viel Humor und Leichtigkeit wurde den Anwesenden geboten; gleichzeitig wurden alle Närrinnen und Narren gesegnet.
Beim närrischen Faschingsgottesdienst in der St. Michael-Kirche ging es mit viel Spaß und Humor vergnüglich zu. Foto: Sigrid Samson
„Das war's gewese, die Mess' is gelese“ waren die Abschlussworte Kerns, bevor die Mitglieder der Faschingsvereine den Ausmarsch antraten. Er wünschte allen Humor, Freude und viel Spaß bei den bevorstehenden Veranstaltungen, darunter der große Faschingsumzug am Nachmittag. Sein Dank galt auch den anwesenden Messdienern, Lektoren und Frauen, die die Kirche so schön bunt geschmückt hatten.
Vor der Kirche ertönte ein dreifach donnerndes Helau auf das Prinzenpaar und die Karnevalisten standen noch eine Weile gemütlich beisammen bevor sie sich auf den Weg zu den anschließenden Umzugsvorbereitungen machten. Sigrid Samson