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So., 26. Mai 2019, 23:04 Uhr
Amtierender Bürgermeister setzt sich knapp gegen Marco Steffan durch / Lothar Pfeiffer ohne Chance / Wahlbeteiligung bei 60,01 Prozent
Gottfried Störmer erneut zum Bürgermeister gewählt
Nach einem langen Wahlabend gratuliert Marco Steffan (l.) Gottfried Störmer (r.) zu dessen Wiederwahl als Bürgermeister. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM— Lampertheim hat gewählt – dabei setzen die Bürger auf Kontinuität und bestätigten Gottfried Störmer als Bürgermeister. Dies allerdings denkbar knapp, lange sah es im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal des Stadthauses an einem langen Wahlabend nach einer Stichwahl aus – erst die Briefwahlbezirke sorgten dafür, das Gottfried Störmer am späten Wahlabend jubeln und die 50-Prozent-Marke überschreiten konnte.
Ingesamt kam er auf 50,55 Prozent der Stimmen, während Marco Steffan 44,38 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Lothar Pfeiffer war mit 5,07 Prozent der Stimmen ohne Chance. Dabei konnte Gottfried Störmer besonders in Hüttenfeld, Rosengarten und Hofheim sowie Teilen der Kernstadt sowie bei den Briefwählern punkten, Marco Steffan sorgte für überraschende Ergebnisse in der Kernstadt und in Neuschloß. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,01 Prozent.
Nach dem ersten Ansturm der Gratulanten hatte Gottfried Störmer Zeit für ein kurzes Gespräch. Über seine Wiederwahl spricht Bürgermeister Gottfried Störmer zunächst nicht: „Ich freue mich sehr über die Wahlbeteiligung von 60,1 Prozent“, erklärte Bürgermeister Störmer im Gespräch mit dem TIP. Die Bewerber seien offensichtlich interessant gewesen, wie die Wahl gezeigt habe. Die Gründe, warum er in Hüttenfeld, Hofheim und Rosengarten mehr Stimmen bekommen habe als beispielsweise in Neuschloß, könne er an diesem Wahlabend nicht nachvollziehen, das müsse er noch analysieren. Das spannende, zeitweilige Kopf- an Kopfrennen bewertete Störmer als Teil der Wahl, denn „der Wähler entscheidet“. Einen Wunsch erfüllten ihm die Wähler nicht: „Ich hätte mir ein deutlicheres Ergebnis gewünscht“, meinte Störmer dennoch sichtlich entspannt.
„Kann nach Ergebnis in den Spiegel schauen”
„Das Ergebnis heute kann sich sehen lassen, damit kann ich morgen in den Spiegel schauen“, sagte der unterlegene Kandidat im Bürgermeisterwahlkampf Marco Steffan im Gespräch mit dem TIP. Spannend sei der Wahlkampf gewesen und er freue sich, dass „ein bisschen mehr Leute heute wählen gegangen sind“. Sein Anliegen sei gewesen, dass möglichst viele Leute wählen gehen. Seinen Wahlkampf habe er informativ gehalten und eine klare Sprache verwendet, um auch junge Leute zur Wahl zu bringen. Wird er sich kommunalpolitisch engagieren? Steffan antwortete nicht sehr konkret, meinte jedoch; „Ich habe während des Wahlkampfes viele interessante Kontakte bekommen“. Möglicherweise ist mit ihm weiterhin zu rechnen, wenn er sagt: „Ich bin gespannt, wie es in Lampertheim weitergeht. Wenn sich der Aktionismus der letzten Zeit ausdehnt, würde ich mich freuen“. Leise Töne liegen ihm eigentlich, betonte er. „Definitiv will ich weiter ein bisschen die Welt verbessern“.
Überraschende Ergebnisse in Kernstadt
In der Kernstadt gab es zahlreiche überraschende Ergebnisse, wobei sowohl Gottfried Störmer als auch Marco Steffan hier aufhorchen lassen konnten. Gottfried Störmer lag in der Kernstadt in den Wahlbezirken Alfred-Delp-Schule, Kita Saarstraße, Wassersporthalle, Alte Schule, Seniorenwohnheim Dieselstraße und Kita Europaring vorne, Marco Steffan in den Wahlbezirken Biedensandschule, Goetheschule I, Goetheschule II, Schillerschule, Städtischer Bauhof und in der Kinderkrippe Zauberwald.
Eine Besonderheit gab es in den beiden Wahllokalen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses: Während Gottfried Störmer hier in einem der beiden Wahllokale mit 51,23 Prozent vor Marco Steffan mit 44,42 Prozent lag, konnte dieser den zweiten Wahlbezirk mit beachtlichen 54,34 Prozent gegenüber 37,19 Prozent von Gottfried Störmer überzeugen. Auch Lothar Pfeiffer konnte hier überzeugen und erhielt mit 8,47 Prozent sein bestes Ergebnis aller Wahlbezirke.
Hofheim wählt Störmer
In Hofheim lag Gottfried Störmer in allen drei Wahlbezirken deutlich vor Marco Steffan – besonders im Bezirk Nibelungenschule wusste er die Wähler offenbar von sich zu überzeugen, 55,74 Prozent gegenüber 39,07 Prozent von Marco Steffan sprechen hier eine deutliche Sprache.
Störmer in Hüttenfeld klar vorne
Noch deutlicher war das Ergebnis in Hüttenfeld: Hier kam Gottfried Störmer in den beiden Wahlbezirken auf 61,52 sowie auf 62,67 Prozent, Marco Steffan landete bei 33,64 bzw. 34,33 Prozent.
Steffan in Neuschloß stark
Eine Überraschung gab es hingegen in Neuschloß: Hier lag am Ende des Abends Marco Steffan mit 48,83 Prozent vor Gottfried Störmer mit 46,29 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Rosengarten stimmt für Störmer
In Rosengarten war das Ergebnis an diesem Wahlabend deutlich: Gottfried Störmer lag hier mit 57,94 Prozent sehr deutlich vor Marco Steffan mit 36,91 Prozent. Lothar Pfeiffer kam auf 5,15 Prozent. Benjamin Kloos / Hannelore Nowacki