Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 04. Juni 2024, 10:07 Uhr
    AKTIONSTAG: Jugendfeuerwehr feierte 50-jähriges Bestehen mit der Blaulichtfamilie und rund 7.000 Besuchern

    Großes Interesse an Fahrzeugen, Information und Vorführungen 

    Um Information und Gespräche ging es an den Ständen wie hier bei der Kreisfeuerwehrjugend. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Am Sonntag wurde das 50-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Lampertheim Mitte mit einem Aktionstag in der Innenstadt groß gefeiert – schätzungsweise bis zu 7.000 Besucher kamen im Laufe des Tages. Zugleich feierte die Kreisjugendfeuerwehr Bergstraße ihren 60. Geburtstag, während der Kreisfeuerwehrwehrverband Bergstraße in diesem Jahr sogar 100 geworden ist. Sie hatten auf dem Europaplatz ihre Zelte aufgeschlagen, um die Bevölkerung mit persönlichen Gesprächen und Informationsmaterial zu versorgen. 570 Helfer, Aktive und die Jugend von mehreren Feuerwehren, Katastrophenschutz und Rettungsdiensten aus dem Kreis Bergstraße und vom THW waren vor Ort. Die Bewirtung der Besucher hatten der Bauernladen Steinmetz an der Domkirche und ein Imbissbetrieb auf dem Schillerplatz übernommen. Der Bevölkerung wurde ein eindrucksvolles Programm mit Information, Vorführungen und Mitmachaktionen geboten – ein Erlebnistag für Kinder und Erwachsene. Der Spielmannszug Mörlenbach, die Katholische Kirchenmusik Lampertheim und die „Mannemer Stroseridder“ waren für die musikalische Unterhaltung zuständig. Am Ende des Tages war Jonas Krüger, stellvertretender Jugendwart der Feuerwehr Lampertheim Mitte, sehr zufrieden. „Der Aktionstag war in unseren Augen ein voller Erfolg“, teilte er mit. Riesige Fahrzeuge und schweres Gerät  waren in der Kaiserstraße zwischen Schillerplatz und Europaplatz aufgefahren, rund um die Domkirche und in der Römerstraße zur Besichtigung und Erkundung platziert – ein Farbenrausch im Rot der Feuerwehren und THW-Blau, dazu die Fahrzeuge von DLRG, DRK und Johannitern. Auch die Polizeistation Lampertheim war mit Stand und zwei Streifenwagen vertreten. Einmal in einem echten Streifenwagen am Steuer zu sitzen, machte viele Kinder glücklich. Vom netten Leiter der Polizeistation Florian Mohr und von der freundlichen Schutzfrau vor Ort Christina Wegerle erhielten die Kinder als Geschenk gelbe Warnwesten und reflektierende Überzüge für den Rucksack und Malstifte. Wie am Kennzeichen zu sehen war, ist die Polizei mit einem Stromer unterwegs. Allerdings als Hybrid, damit die Energie beim Einsatz nicht plötzlich ausgeht. Schön leise fährt die Streife nachts durch Wohngebiete. 

    Beim THW ließ sich das Becken fluten, kleine Sandsäckchen lagen bereit. Foto: Hannelore Nowacki


    Feuerwehr im Einsatz und in Bereitschaft

    Eröffnet wurde der Aktionstag auf dem Schillerplatz gemeinsam von Bürgermeister Gottfried Störmer und den Spitzen von Kreisjugendfeuerwehr und Kreisfeuerwehrverband sowie Jugendfeuerwehrwart Martin Neumann. Der frühere Stadtbrandinspektor Frank Willhardt begrüßte Teilnehmer und Besucher und kündigte an, dass die Vorführungen praxisnah durchgeführt werden. Dies sei der Tag der Einsatz- und Rettungskräfte, die sich für das Wohl der Menschen einsetzen, betonte Bürgermeister Störmer. Alarm hatte es um 9.39 Uhr gegeben – in der Biedensandstraße war ein Räucherofen in Brand geraten. Die beiden Löschfahrzeuge und  Einsatzleitwagen kamen nach gut einstündigem Einsatz wieder zurück zum Aktionstag. In Bereitschaft hielt sich auch das Team der großen Sandsackfüllanlage für den Fall eines Hochwassereinsatzes. 45 Personen seien nötig, um in einer Stunde 1.200 Jutesäcke zu füllen, erklärte Roger Weinkauf von der Feuerwehr Lampertheim Mitte. Zeitgleich fand im Adam-Günderoth-Stadion der Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren in Gruppen mit neun Jugendlichen pro Mannschaft und als Sechser-Staffel statt – gewonnen hatten Lorsch und Einhausen. An der Olympiade auf der gesamten Aktionsfläche mit neun Stationen nahmen 14 Jugendfeuerwehren sowie die Jugend von THW, DLRG und DRK teil – gewonnen hat das THW Lampertheim. Eine Aufgabe war das Erfühlen von Gegenständen in Säcken, das sich die Bibliser Jugendfeuerwehr mit Jugendwart Johannes Berg zunächst vorgenommen hatte. Mit viel Spaß gingen Kinder an die Stationen, um sich bei verschiedenen Aufgaben einen Stempel auf ihrem Laufzettel zu holen – zum Beispiel beim THW mit Sandsäckchen einen Deich bauen. 

    Mit einem Spreizer kann man auch einen Becher Wasser servieren – eine Geschicklichkeitsübung. Foto: Hannelore Nowacki


    Was Helfer und Retter bei Gefahren tun können

    Viel zu sehen, zu erfahren und zu erleben gab es beim Rundgang: Bei der Bürstädter Feuerwehr ist die Messeinheit des Kreises Bergstraße mit ihren 18 Mitgliedern aus allen Stadtteilfeuerwehren mit einem Landeserkunder-Fahrzeug stationiert,  Einheitsführer ist Alexander Brinkmann. Am Infostand konnte das Fachpublikum ein Messpraktikum machen und jeder Besucher sich das Vorgehen zeigen lassen. Ein spezielles Glas-Prüfröhrchen hält man zum Beispiel über Salzsäure, die Verfärbung zeigt an, welcher Gefahrstoff vorliegt. Einen Wechsellader mit hohem Kran, den die Pfungstädter Feuerwehr mitgebracht hatte, dient der Rettung von Mensch und Tier, die Trage schafft bis tausend Kilo, wie der stellvertretende Wehrführer Alexander Bamberger erklärte - ein Spezialgerät für fünf Landkreise und viele Aufgaben. Mit den Schaufeln habe man erst vor zwei Wochen einen Bachlauf am Alsbacher Schloss freigemacht. Bei der BASF-Werksfeuerwehr wurde der Löschdorn bei den Vorführungen mit viel Wasser an einem Unfallauto in Stellung gebracht, Blech wird mühelos durchstochen. Der stellvertretende Wachabteilungsführer erklärte den Vorteil: Im Brandfall kann ein Durchbruch zum Löschen geschaffen werden ohne Leute ins Gebäude zu schicken.  Beim DRK-Ortsverband liegt „Anne“ auf der Trage, die Dame aus Kunststoff wird zu Übungszwecken reanimiert, was Nadine Drucktenhengst mit blauen Handschuhen vorführt. Riesenandrang bei den Wasserrettern der DLRG am Tauchcontainer mit Schaufenstern – im Wasser ein Taucher, der mit Hilfe zweier Hebesäcke einen Eimer Beton bewegt. Markus Schindler, beim Ortsverband Viernheim Ausbilder und Technischer Leiter, führte das Tauchertelefon vor, das über Funk in der Maske Gespräche mit dem Taucher ermöglicht. Auch aus Spenden finanziert sei die Drohne mit Wärmebildkamera. Zurzeit sei der Wasserrettungszug in Bereitschaft. Viele interessierte Eltern und Kinder schauten Helmut Wetzel zu, wie schnell sich zum Beispiel Holzspäne durch eine Kerzenflamme entzünden oder bei Watte schon ein Funken genügt. Brandschutzerziehung war das Thema an diesem Stand der Feuerwehr mit Rauchhaus und Broschüren zum Mitnehmen. Mit Team und Spezialfahrzeugen unterstützten die Flughafenfeuerwehr Mannheim und die Werksfeuerwehren von Daimler Truck und der BASF Lampertheim den Aktionstag. Falls ein Flugzeug brennen sollte, stehen im großen Löschfahrzeug 5.400 Liter Wasser, Schaummittel, ABC-Pulverlöscher und eine CO2-Löschanlage zur Verfügung.

    Hannelore Nowacki

    [ngg src="galleries" ids="2408" display="basic_thumbnail" thumbnail_width="240" thumbnail_height="160" thumbnail_crop="0"]

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1