Do., 13. September 2018, 10:25 Uhr
Schutz der Erholungsflächen rund um Bürstadt zum Ziel/ Erstes Treffen am 20. September
Gründung der Interessengemeinschaft „Ackerflächen erhalten“
BÜRSTADT - Nach einem Leserbrief vom Juni 2018 haben die Eheleute Metzner sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, so dass sie nun eine Interessensgemeinschaft zum Erhalt von wertvollen Ackerflächen und dem Schutz der Erholungsflächen rund um Bürstadt gründen möchten. In Bürstadt ist seit Jahren ein ständig größer werdender Verlust von wertvoller Kulturlandschaft, also Ackerböden sowie Gemüse- und Obst Plantagen zugunsten von Gewerbe- und Wohnbauflächen mit Verkehrsanbindungen und weiteren Infrastrukturmaßnahmen erkennbar. „Dies ist aber aufgrund mehrere Faktoren nicht wirklich notwendig“, lautet es in der Pressemitteilung der IG. „Da sind zum Einen die bekannten Zahlen zum demographischen Wandel. Die Entwicklung von neuen Wohngebieten auf der „grünen Wiese“ sind nicht mehr notwendig. Für den Zeitraum von 2014 bis 2030 ist in der sogenannten Zuwachsgemeinde Bürstadt mit einem Bevölkerungsanstieg von 4,7 Prozent zu rechnen. Dies bedeutet ein Zuwachs von 743 Personen. Aufgrund der Bauaktivitäten Sonneneck IV und Sonneneck V sowie der Innerstädtischen Entwicklungspotentiale von OLI II, Beethovenplatz, Raiffeisengelände nördlich des Bahnhofes und so weiter, kann seitens der Stadt in der Zeitspanne bis 2030 ausreichend Wohnfläche zur Verfügung gestellt werden. Hinzu kommen noch die Wiederbelebung von rund 270 Wohnungen, die leerstehen. Ein weiterer Verbrauch von Ackerflächen zugunsten von Wohnungsbau ist somit auf die nächsten Jahre hin nicht mehr notwendig. Und nach 2030 gehen die Prognosen von einem Rückgang der Bevölkerungszahlen aus. Was die Gewerbeflächen angeht, sehen wir ja diese riesigen neugebauten Logistikhallen, die nicht in unser Landschaftsbild passen. Um diese anzudienen beziehungsweise anzufahren wurde extra ein neuer Kreisel im Norden von Bürstadt gebaut. Somit ist ein Anfahren über die südlich (B47) und westlich (B44) verlaufenden Umgehungsstraßen möglich und sinnvoll, ohne die Wohnbereiche der Stadt zu berühren. Eine zusätzliche Anbindung für das Gewerbegebiet über die Ackerflächen zwischen Bürstadt und Riedrode ist vor diesem Hintergrund nicht notwendig. Aufgrund dieser Überlegungen ist ein Erhalt der natürlichen Umgebung, die von Kultur- und Naturflächen gekennzeichnet ist, machbar. Die natürliche, heimische Tier- und Pflanzenwelt wird somit geschützt. Grade an den Rändern der Felder wachsen viele Pflanzen, die den Insekten, angefangen bei den Schmetterlingen bis hin zu den fleißigen Bienen, als Nahrungsquelle dienen. Feldholzinseln und unsere Gräben bieten vielen Vogelarten Nahrung und Nistplätze. Unter diesen Tieren sind einige der hier lebenden Arten auch auf der roten Liste, wie zum Beispiel der Rotmilan, Waldohreule und Zwergohreule, die auf Nahrungssuche die Felder benötigen. Weiterhin leben in den Nischen von Gräben und Feldholzinseln viele Insektenarten und Amphibien. Erste Gespräche mit vielen Bürgern, die dies auch so oder ähnlich sehen haben uns zu der Überzeugung gebracht, dass für die derzeitigen politischen Mehrheiten in Bürstadt ein neues Denken notwendig ist. Dies wird aber nur passieren, wenn entsprechende Aufklärungsarbeit geleistet wird“, erklärt die IG „Ackerflächen erhalten“. Daher soll ein erstes Kennenlernen für Gleichgesinnte mit Informationsaustausch im Ratskeller, Peterstraße 24 am 20. September um 19 Uhr stattfinden. Interessierte sind herzlich eingeladen. Informationen gibt es unter E-Mail uwemetzner@arcor.de. zg