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  • Fr., 23. November 2018, 09:25 Uhr
    SPD-Bürgermeisterkandidat Steffen Lüderwald stellte sich in Bobstadt vor

    Grüne unterstützen SPD-Kandidaten

    SPD-Vorsitzender Boris Wenz (links) und der Grünen-Vorsitzende Uwe Metzner (rechts) flankierten den SPD-Bürgermeisterkandidaten Steffen Lüderwald bei der Pressekonferenz auch inhaltlich. Foto:  Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Die Signale waren deutlich – der SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl  hatte sich einen roten Schal um den Hals gelegt und unter den Hosen waren grüne Socken erkennbar. Auch dass der SPD-Kandidat am Tisch unter dem Grünen-Banner Platz genommen hatte, das von zwei roten SPD-Werbeträgern flankiert war, hatte seinen Grund. Der Hofheimer Steffen Lüderwald will Bürgermeister von Bürstadt werden und rechnet sich dabei gute Chancen aus, das teilte der SPD-Kandidat in einer Pressekonferenz im Alten Rathaus im Bürstädter Stadtteil Bobstadt am Donnerstagabend mit. Das Publikum war nicht zahlreich - Ehefrau Silke Lüderwald, SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Siegl und Ortsbeiratsmitglied Ralf Hergesell sowie zwei interessierte Frauen waren gekommen. Aber im Wahlkampf  haben ihm die Grünen ihre Unterstützung zugesichert. An seiner Seite waren Boris Wenz, der Vorsitzende der SPD Bürstadt und Uwe Metzner, Vorsitzender der Grünen in Bürstadt und Ortsvorsteher in Bobstadt, der erklärte, wie diese  Entwicklung kurzfristig zustande gekommen war. Aus den eigenen Reihe habe man keinen Kandidaten gefunden, dann habe Steffen Lüderwald angerufen und sich der Fraktion vorgestellt, habe seine Vorstellungen und Ziele dargelegt. Metzner fasste das Ergebnis zusammen: „In vielen Punkten gab es Übereinstimmung, das fängt bei grünen Themen wie dem Flächenverbrauch an bis zur Einschätzung der Bevölkerungsentwicklung und Förderung von bezahlbarem Wohnraum im sozialen Wohnungsba und wie können wir mit den Bürgern der Stadt ins Gespräch kommen“. Gefallen habe Lüderwald den Grünen durch seine Offenheit, wie ein Bürgermeister sein sollte, berichtete Metzner, ein authentischer Gesprächspartner, dem die Grünen Vertrauen entgegenbringen und deshalb beschlossen, ihn im Wahlkampf zu unterstützen. Aus seinem Lebenslauf nannte Lüderwald einige Stationen, die ihn prägten wie der Rücktritt von Willy Brandt. Eine Woche später sei er in die SPD eingetreten. „Weil ich die Veränderung wollte“, sagt er. Von 1989 bis 2001 war er SPD-Stadtverordneter in Lampertheim, Mitglied in Ausschüssen und Kommissionen, dann wieder seit 2016. Der mittlerweile Fünfzigjährige ist in Hofheim aufgewachsen, besuchte in Bensheim die Geschwister-Scholl-Schule, war danach Zivi beim DRK in Bürstadt, unterwegs im Rettungswagen. „Ein Hofheimer Bürgermeister in Bürstadt?“ Auf diese selbst gestellte  Frage hat er eine Antwort: „Ich sehe keine Grenzen im Ried“. Seine berufliche Laufbahn führte ihn als Verlagskaufmann zu mehreren Tageszeitungen in der Region bis nach Weinheim. In der politischen Pause habe er als Wochenendpendler in Karlsruhe gearbeitet bis er sich als Coach und Trainer selbständig machte, für Menschen die aus dem Beruf ausgeschieden sind, wie er erklärte. Nicht alles wollte er an diesem Abend der  Öffentlichkeit preisgeben, seinen Lebenslauf auf dem Laptop sortierte er im Gespräch. Sein Entschluss zur Kandidatur sei gewachsen, sei eine Entwicklung gewesen. „Kann ich das?“ habe er sich gefragt und die Antwort gefunden: „Ich kann das“. Ehefrau Silke Lüderwald und die beiden Kinder, die 15-jährige Tochter und der 13-jährige Sohn, beide im Sportinternat lebend, seien begeistert. Als gewählter Bürgermeister werde er mit Familie nach Bürstadt umziehen, vorzugsweise nach Bobstadt. Sein Slogan für den Wahlkampf „Eine Stadt für alle“ sei zugleich Programm. In Stichworten nannte er seine Anliegen: Einen Behindertenbeirat vermisst er, als Bürgermeister will er Dinge im Kleinen lösen, vor allem aber zuhören, vermitteln und Menschen befähigen, Dinge zu tun und zu entwickeln. Auf Qualität komme es ihm an, in Verwaltungsangelegenheiten unerfahren, müsse er sich noch viel aneignen. Eine Reihe von Anliegen formulierte er als „Stichworte“, darunter eine Armutskonferenz, die Kräfte bündeln soll. Angebote für die Jugend und Wohnformen im Alter beschäftigen ihn. Mit Blick auf die Messplatzbebauung in Bobstadt, erklärte er, beim Bauen die Menschen mitnehmen und überzeugen zu wollen. Die Personalführung im Rathaus stimme ihn nachdenklich. Themen, die auf die amtierende Bürgermeisterin zielen. Als nächsten Schritt will Lüderwald einen Stammtisch anbieten, ansprechbar sein und eine Grobplanung machen. Hannelore Nowacki 

     

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