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  • Do., 24. Juni 2021, 10:58 Uhr
    SENIOREN-TREFF:  Gelungene Überraschung als Ersatz für ausgefallenes Traditionsfest

    Gurkenfest „daheim“ für die Seniorengemeinschaft 

    Die Seniorengemeinschaft in Biblis wurde mit einer besonderen Gurkenfesttüte überrascht. Foto: oh


    BIBLIS – „Liebe Seniorengemeinschaft, zum zweiten Mal in Folge musste wegen der Corona-Pandemie das beliebte Gurkenfest ausfallen. Deshalb wurde unsere Seniorengemeinschaft mit einer kleinen Gurkenfesttasche überrascht”, so das Team des Senioren-Treff Biblis in einer Pressemitteilung. Erika Ritter und Helga Wetzel vom Senioren-Team hatten sich viel Mühe gemacht, damit bei den Senioren Erinnerungen werden wach.Günter Mössinger vom Verein für Heimatgeschichte hat die Daten aus den Anfängen dazu beigetragen. Am 29. August 1953 wurde das 1. Gurkenfest ins Leben gerufen. Der Wirtschafts- und Verkehrsverein Biblis bestand zu dieser Zeit gerade vier Monate. Eine Gurkenkönigin wurde gesucht und die Wahl fiel auf Regina Kissel aus der Bahnhofstraße. Völlig überrumpelt sagte sie zu, was ihrem Verlobten Adolf Reis aus der Hintergasse zu der Zeit gar nicht gefiel. Schnell musste Stoff für ein Dirndl gefunden werden, was alles bis zur Fertigstellung sehr zeitaufwendig war. Aber die Zeit drängte. Regina als 1. Gurkenkönigin begleitete ihr Amt sehr majestätisch und ging in die Geschichte ein. Für die meisten aus der Seniorengemeinschaft ein bekanntes Gesicht.

    Nach ihrer Heirat zog sie nämlich in die Hintergasse, aus der die meisten Gurkenköniginnen und Prinzessinnen stammen. Das Kuriose daran ist, dass alle Gurkenfabriken nicht mehr existieren, nur in der Hintergasse stößt man auf die letzte Gurkeneinlegerei Hundeck.

    Die Gurkenfesttage waren immer ein Hochfest in Biblis. Nach der Erntezeit wollten sich alle nach der schweren Arbeit belohnen und unbeschwert feiern. Das „Gummernfest“ wie man in Biblis sagt, wurde von Freitag bis Montag immer mit einem bunten Programm begleitet.

    Höhepunkte waren die Krönung einer neuen Gurkenkönigin durch einen prominenten Krönungsmeister und dem beliebten Festzug durch die Ortsstraßen.

    Das Festzelt wurde bald zu klein, weil das Gurkenfest über die Grenzen von Biblis bekannt wurde.

    Ab dem 25. Gurkenfest fanden dann die Veranstaltungen in der Riedhalle statt. Aber seit vielen Jahren wurde das Gurkenfest zwischen Rathaus & Kirche zum Straßenfest und da gab es auch keine Umzüge mehr. Dieses Konzept wurde allzu gerne angenommen bei Jung und Alt.

    Auch die Seniorengemeinschaft war gerne vor Ort bei guten Gesprächen mit Bekannten und auch Essen & Trinken. Jetzt muss die kleine „Gurkenfesttasche“ daheim dafür herhalten.

    Auch ein Gedicht aus dem Jahr 1932 von Valentin Häuser an seinen Heimatort lässt die Seniorengemeinschaft an alte Zeiten erinnern. zg

     

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