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  • Mo., 19. August 2019, 12:43 Uhr
    Kerwerede von „ZwiBuR“ schlug ein

    Gute Bedingungen für den Kerwelauf

    Bürgermeister Gottfried Störmer (rechts) mit Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg (2.v. rechts) bei der Kerweeröffnung mit den „Kerweborsch“.


    HÜTTENFELD - Wie inzwischen gewohnt, begann die Hüttenfelder Kerwe bereits am Freitagabend, da auch heuer wegen Personalmangels bei den Vereinen auf den Kerwemontag verzichtet wurde. Ortsvorsteher Karl-Heinz Berg und Bürgermeister Gottfried Störmer eröffneten das dreitägige Treiben und erstmals standen ihnen echte „Kerweborsch“ zur Seite, die den Kerwebaum aufstellten. Der 32. Kerwelauf, organisiert von Sven Gerhardt und seinen unzähligen Mitarbeitern von der SG Hüttenfeld, fand wie gewohnt am Samstagnachmittag statt. Die Hitzwelle der letzten Wochen war abgeebbt und so fanden die 150 Läuferinnen und Läufer eher kühle, aber für Sportler optimale Bedingungen vor. Der Ortsvorsteher gab den Startschuss zu den drei Disziplinen: dem 2.000 Meterlauf der Schüler, sowie dem 10 Kilometerlauf und dem Halbmarathon, die durch die Wälder rund um Hüttenfeld führten. Nur elf Kinder nahmen am Schülerlauf teil, 87 Teilnehmer gingen zu den 10 Kilometern an den Start und 52 Läuferinnen und Läufer versuchten sich am Halbmarathon. Bei den Schülern kam Ole Walter aus Haan. Auf der 10 Kilometer Strecke siegte Bjarne Friedrichs von der TSG 78 Heidelberg. Auf dem zweiten Platz landete die Mannheimerin Fabienne Königstein und lieferte sich mit dem Führenden und Dominic Marquedant einen spannenden Endspurt. Beide wurden mit nur zwei Sekunden Rückstand zeitgleich auf den zweiten Platz verwiesen. Und in der Königsklasse, dem Halbmarathon, konnte bei den Herren Tobias Schuster vom Heppenheimer Skiclub die Konkurrenz hinter sich lassen. Bei den Damen war Sylvia Kühlwein die Schnellste. Harmonisch und familiär, so kann man den Charakter der typischen Dorfkerwe beschreiben. Man pendelt zwischen den Ständen der Hüttenfelder Vereine hin und her, plauscht, tauscht sich aus und trifft Menschen und alte Bekannte, die, wenn auch schon aus Hüttenfeld weggezogen, zur Kerwe immer wieder den Weg in die Heimat finden. Die SG Hüttenfeld bot heuer Schnitzelvariationen, Gyros, Wurstsalat und Ofenkartoffeln an. Der Verein der Vogelfreunde ergänzte das Angebot mit ihren traditionellen hausmacher Wurstbroten, Gulaschsuppe und gebackenem Schafskäse. Der TC Hüttenfeld sorgte mit seinem Partyzelt für ausgelassene Stimmung und hatte leckeren Flammkuchen im Ofen. Die Feuerwehr beschränkte sich bei ihrem Angebot auf den Ausschank von Kaffee und selbstgebackenen Kuchen am Sonntagmittag. Mit ihrer Karaoke-Aktion am Freitagabend sorgten sie aber auch für Unterhaltung und gute Stimmung. Ein Kinderkarusell und der „Caribbean Star“ waren der Anlaufpunkt für die jüngeren Kerwebesucher. Und was wäre eine Kerwe ohne Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und leckeren Crépes. Am Schießstand konnte man auch nach ein paar Bieren sein Geschick beweisen. Für die Kerwerede zeigte sich wieder der Theaterverein „ZwiBuR“ verantwortlich, die in diesem Jahr von Heike Ehret und Ronald Ehret, nicht verwandt oder verschwägert, geschrieben und vorgetragen wurde. Heike Ehret stellte in ihren Gedanken ein Parlament für Hüttenfeld zusammen, das natürlich nur aus Charakterköpfen des Dorfes gebildet werden kann mit Karl-Heinz Berg an der Spitze als Ministerpräsident. Allein dass die AfD in Hüttenfeld bei den letzten Wahlen fast 20 Prozent erreichten, stimmte sie und auch ihren Rede-Partner Ronny Ehret bedenklich.

    Ronny machte auch einen  kurzen Streifzug in die Weltpolitik, doch seinen Schwerpunkt setzte er auf den Rückbau des Evangelischen Gemeindezentrums zugunsten der Kindertagesstätte. Er befürchtet damit das Ende des Gemeindelebens: „Nix gege Kinner, die brauche ern Platz, doch ich sag eisch jetzt den entscheidende Satz: wonn donn in fünf Johr dieser  Babyboom, den keiner erwartet, plötzlich is rum, dann stehe endgültig, ich sag’s eich un schwör‘, die Räume do owwe auf Ewigkeit leer.“ Ein Lob ging schließlich an die Vereine, nicht ohne den kleinen Hinweis, im nächsten Jahr der Umwelt zuliebe auf Plasikgeschirr zu verzichten. Unterstützt wurden die beiden von ihren ZwiBuR-Kollegen, die zwischen den Strophen immer wieder das Hüttenfelder Lied „Zwische Bergstroß‘ un Rhoi“ mit den Kerwegästen anstimmten. ehr

    Die Kerwerede mit Heike und Ronald Ehret. Fotos: Ehret


     

     

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