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Mo., 15. Januar 2018, 14:12 Uhr
Prunksitzung des Heimat- und Carneval-Vereins viermal ausverkauft
HCV bietet fünf Stunden höchst amüsante Unterhaltung
Das Finale brachte den Bürgerhaussaal noch einmal auf Hochtouren, bis nach mehr als fünf Stunden Prunksitzung der nächtliche Heimweg angesagt war. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Als nach fünf Stunden Programm das Männerballett des Heimat- und Carneval-Vereins 1959 Bürstadt aus dem Universum auf der Bühne des Bürgerhauses landete und das Publikum frisch aufgetankt und „upgespaced“ mit dem Space-Taxi tanzend nach Köln beförderte, war noch lange nicht Schluss mit lustig. Zum mitreißenden Finale drehten Publikum und Aktive mit Sänger Paul Fuchs ,der zuvor bereits mit einem Medley mit Stimmungsmusik den Saal einheizte, bei der Premiere am Freitagabend noch einmal richtig auf. So ein Abschied von der gemeinsam gefeierten guten Laune weit nach Mitternacht ist ja nicht leicht. Fantasievolle Tanzvorführungen, witzig-pralle Vorträge, meist mit Sinn und Hintersinn, handgemachte Musik und Gesang mit beflügelnder Wirkung – das alles war nun vorbei. Präsident Patrick Brenner, umrahmt vom Elferrat, bereitete das Publikum mundartlich locker und lustig auf die 24 Programmpunkte vor – und er hatte nicht zu viel versprochen. Zahlreiche Raketen wurden im Verlauf des Abends gezündet, immer vierstufig und mit einem betonten langen „aaaaah“ endend, um die eindrucksvollen Leistungen der jungen und reiferen Aktiven auf der Bühne gebührend zu belohnen. Im voll besetzten Bürgerhaussaal hatte sich eine bunte Gesellschaft versammelt, die mit ihrer illustren Vielfalt der Kostüme einen sehenswerten Querschnitt durch die Historie, die Berufswelt und der puren Fantasie bot. Das Bürstädter Stadtprinzenpaar Thomas II. und Alexandra I. begrüßte das Publikum mit wohlgesetzten Worten, wobei der Prinz verriet, dass er mit der „Feuerwehrspritz“ aufgewachsen sei. Die Lampertheimer Stadtprinzessin Jennifer I., begleitet von einer großen Delegation des 1. Carneval-Clubs Lampertheim, animierte mit ihrem Motto zum Lachen und Singen. Neben Abordnungen der Bürstädter Karnevalsvereine ließen sich auch auswärtige Fastnachter das Vergnügen nicht entgehen. Dem HCV-Nachwuchs von Rasselbande, Mini-Rasselbande, Juniorengarde und Garde hat der Bürstädter Traditionsverein sein diesjähriges Motto gewidmet, das auch den Jahresorden ziert. Dass die glänzende Zukunft dank des motivierten und talentierten Nachwuchses bereits Wirklichkeit geworden ist, konnten die Besucher der ersten Prunksitzung am Freitagabend selbst miterleben. Von den begnadeten Älteren im Verein sind mit Sicherheit auch zukünftig wunderbare Momente humorgetragener Unterhaltung zu erwarten. Die beiden Funkenmariechen Selina und Paloma Reichmann wirbelten figurenreich über die Bühne, später gefolgt von der „HCV-Mini-Rasselbande“. Zu einer bezaubernden Asienreise mit prächtigen Kostümen lud die „Rasselbande“ mit ihrem Showtanz ein.
Die Magie des Zirkus präsentierte die Showtanzgruppe „Kontrast“. Foto: Hannelore Nowacki
Weitere imposante Vorführungen zeigte die Juniorengarde „Charisma“ und die HCV-Garde, die zum einen jeweils einen gekonnten Gardetanz darbrachten, und zum Anderen als „Firefighter“ (Charisma), und tänzerische Eroberer neuer Planeten (Garde) ihr können unter Beweis stellten. Mit der Tanzgruppe „Kontrast“ sahen die Zuschauer magischen Zirkus. „Wir feiern Fastnacht wie noch nie“ bewiesen die „Leersingers“ mit Paul Fuchs, Dieter Mottausch, Damiano Brucato, Heinz Kilian und Reiner Menzel, die zur Freude des Publikums verkündeten „jetzt ist der Teufel los“. Als Meister des Rhythmus profilierte sich die sechsköpfige Handwerker-Musikgruppe beim Müllereimer-Klappen, Putzeimerschlagen und Waschbrettscheppern. Sechs Vorträge begeisterten das Publikum, jeder HCV-Vortragskünstler und jede Künstlerin ein Unikat. Thomas Haberer nahm als „Bäschdädder Sainäwwelskett“ die Stadtentwicklung und –Verwaltung aufs Korn. Als „Moral von der Geschicht“ sprach er sich für die Anliegen der Jugend und der älteren Generation aus. Petra Klemmer machte sich als elegante „Apolonia“ witzige Gedanken zu den „Tücken des Alltags“. „Gebabbel vom Feinsten“ nannte Präsident Brenner den Vortrag von Luzilla Ohl als „Kioskfraa“, die mit der Lockenwickler bewaffneten Christina Gebhardt disputierte. Als temperamentvoller „Lebenskünstler“ gebärdete sich Ehrenpräsident Roger Wulff, der seine Pointen treffsicher ins Lachzentrum abschoss. Damiano Brucato lief als „kleiner Italiener“ Luigi mit seiner Gondel ein, auf den Wogen des Humors schwimmend. „Frieher war anderschd“ – eine Meinung, die Horst Kunkel als Franke in Lederhosen argumentativ zu untermauern wusste und einen Humorkracher nach dem anderen landete. Selbst die Sache mit dem Glas, aus dem man früher bedenkenlos gemeinschaftlich zu trinken pflegte, verführte zum Lachen. Hannelore Nowacki