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Do., 02. September 2021, 12:27 Uhr
17. Lampertheimer Orgelsommer 2021 ging mit viel Applaus zu Ende
Heike Ittmann ließ das „Universum Orgel“ funkeln
Der 17. Lampertheimer Orgelsommer in der Domkirche war wieder ein Erfolg. Kantorin Heike Ittmann gab das letzte Konzert am fünften Augustsonntag. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ein letztes Mal leuchtete beim 17. Lampertheimer Orgelsommer am vergangenen Sonntagabend das „Universum Orgel“ auf und versetzte das Publikum in herzliche Begeisterung. Kantorin Heike Ittmann spielte Werke von Dietrich Buxtehude (1637-1707), Johann Sebastian Bach (1685-1750), Franz Liszt (1811-1886) und Marcel Dupré (1886-1971). Das nicht enden wollende Beifallklatschen brachte Heike Ittmann zum Strahlen. Am Ende klatschten die Konzertbesucher nicht enden wollend Beifall und schauten zur Empore hinauf, an der Brüstung zeigte sich die glücklich strahlende Heike Ittmann, die zur Belohnung noch eine Zugabe bot. Im Applaus klang eine herzliche Dankbarkeit mit, auch die Konzertbesucher strahlten – eine Welle des Glücks war in der Domkirche spürbar. Das Motto „Universum Orgel“ dieses Orgelsommers hatte Heike Ittmann mit Bedacht ausgesucht, um den Organisten viel Raum für ihre Programmgestaltung zu geben, das hatte sie dem Publikum am ersten Augustsonntag für diesen Orgelsommer mitgegeben. In ihren einführenden Worten machte Ittmann deutlich, dass diese Vleugels-Orgel, die wegen ihrer eindrucksvollen äußeren Erscheinung respektvoll auch als die „große Blaue“ nicht nur groß ist: „Sie ist unglaublich vielseitig – Orgeln sind immer in Kirchen zu finden, dem Himmel nahe“. Nach ihren leidenschaftlich vorgetragenen Hinweisen zu den Stücken sagte sie: „Ich hoffe, dass es auch Ihnen zu Herzen geht“. Die Antwort des Publikums erfolgte mit kräftigem Applaus umgehend. Melodisch im friedlichen Rhythmus stimmte Ittmann das Publikum mit der „Passacaglia in d-Moll“ von Buxtehude auf das musikalische Universum ein. Im Lob Gottes, das Bach in den Stücken „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ musikalisch ausdrückte, brachte Ittmanns Orgelspiel den Jubel und die freudige Stimmung zum Ausdruck. Die Ruhe vor dem Sturm hatte Ittmann zum „Concertstück im freien Style Lento placido“ von Franz Liszt vorhergesagt, langsam und schwelgend, dem Himmel sehr nahe. Im Kontrast dazu entwickelte sich das Hauptwerk des Abends, die „Symphonie passion op. 23“ von Marcel Dupré, mit vier Themen im Einklang mit dem Verlauf des Kirchenjahrs. Die Welt forderte energisch ihren Retter, ein Hilfeschrei, der erhört wurde. Mit der Geburt Jesu „Nativité“ kam die Gewissheit der Rettung, zart wie ein Wiegenlied und feierlich. Ein großer Sprung dann zur „Crucifixion“ , der Kreuzigung, die Orgel erzählt den Kreuzigungstag bis hin zu dem Augenblick, als Maria am Kreuz klagt. „Ein brutales Stück, ich möchte Sie vorbereiten“, hatte Ittmann in ihrer Einführung erklärt. Herbe Melodien wie Hammerschläge und Schmerzmotive würden zu hören sein. Am Ende dann das österliche Geschehen der „Ressurrection“, der Auferstehung, erfrischend, mit einem rauschenden Orgelfinale, erhaben und optimistisch. Im Anschluss waren die Konzertbesucher eingeladen, draußen bei Wein und Brot noch zu verweilen. Auch an diesem Sonntag hatte der Förderverein Domkirche mit dem Wetter Glück – der Regen hatte sich beizeiten verabschiedet. Die Einnahmen, auch aus der Kollekte, werden für die Orgel und den Erhalt der Domkirche verwendet. Eintritt war nicht zu zahlen, Kantorin Ittmann hatte den Konzertbesuchern jedoch ans Herz gelegt, nach Möglichkeit acht Euro zu spenden, so viel hat der Eintritt immer gekostet. In Zeiten von Corona ist vieles anders, so mussten die angemeldeten Besucher am Eingang ihren Nachweis nach der 3-G-Regel vorzeigen und bis zum Platz Maske tragen. Die Plätze in der Domkirche waren mit Abständen weiträumig verteilt. Ittmann hatte zu Beginn allen Helfern am Eingang gedankt, die es manchmal nicht leicht gehabt hätten. Sie dankte „cultur communal“ der Stadt Lampertheim für die Unterstützung, dem Küster und ihrem Sohn Josua, der morgens viele Stunden mit dem Stimmen der Orgel befasst war. Das wechselhafte Wetter habe der Orgel zu schaffen gemacht. Auch im nächsten Jahr wird es den Orgelsommer geben, die Einladung sprach Heike Ittmann schon aus. Hannelore Nowacki