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  • Mo., 11. Dezember 2023, 10:21 Uhr
    MUNDART: Lômbadda Babbler kehren mit Geschichten aus der Vergangenheit in die Alte Schule zurück

    Heimatdialekt in der Seniorenbegegnungsstätte

    Interessiert lauschte das Publikum den mundartlichen Vorträgen. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Die "Lômbadda Babbler" sind am 28. November nach fast genau fünf Jahren erneut in der Alten Schule zusammengekommen, um neue Geschichten und teilweise neue Gesichter zu präsentieren und an vergangene Zeiten zu erinnern. Einige der Babbler waren selbst Schüler in der Alten Schule, und ihre Erzählungen reichten bis zu 60 Jahre zurück.

    "Die Lômbadda Babbler sind da!", so begrüßte Gerlinde Hellmuth die Besucher und die "Babbler-Familie". Die Mundartgruppe ist mittlerweile eine Institution in Lampertheim und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Owwerbabbler Kalle Horstfeld überreichte den "Zugezogenen" zunächst die Lampertheimer Buchstabiertabelle, damit sie bis zum nächsten Auftritt der Lômbadda Babbler im Jahr 2024 schon einmal üben könnten.
    Kalle Horstfeld ist mächtig stolz auf seine "Babblerfamilie". Vor fünf Jahren als Mundart-Stammtisch gestartet, sind sie heute eine feste Größe im Veranstaltungskalender Lampertheims. Der Dialekt gehört zur Seele unserer Stadt; er ist ein Stückchen Heimat und muss deshalb erhalten bleiben, so der Owwerbabbler. Ein Dialekt ist etwas ganz Individuelles, fast wie der Fingerabdruck einer Stadt und ein Teil ihrer DNA. Die Dialekte sind leider vom Aussterben bedroht und benötigen Artenschutz.

    Es geht aber nicht nur darum, die hiesige Mundart zu bewahren, sondern auch Geschehnisse zu "überliefern", die sich hier ereignet haben und vielleicht irgendwann in Vergessenheit geraten könnten. Es sind meist keine Ereignisse, die die Weltgeschichte verändert haben, aber es sind Erlebnisse, die sich so in der Spargelstadt zugetragen haben und "aufgezeichnet" werden sollten.

    Nach der Begrüßung starteten die Lômbadda Babbler richtig durch.

    Hans Kling erzählte von seinen Erlebnissen in der Alten Schule, als das Gebäude noch eine "richtige" Schule war, und welche Unterschiede es zwischen dem Ober- und Unterdorf gab. Helmut Hummel, ebenfalls Schüler der Alten Schule, erzählte von einigen Lausbubenstreichen.

    Wir waren keine braven Buben, und lange Hosen waren uns damals selbst im Winter unbekannt. Zu den kurzen Hosen gab es ein Leibchen und hohe Stiefel. Seine Geschichte vom Carepaket aus Amerika und der unbekannten Dose löste große Heiterkeit bei den Besuchern aus. Mit dem Pulver aus der Dose hatte die Familie einen faden Brei gekocht. Nicht so schön war hierbei, dass es sich um die Asche des verstorbenen Onkels handelte.

    Heiner Weppelmann, ebenfalls Schüler der Alten Schule und "Mitschüler" von Helmut Hummel, hatte auch zahlreiche Erinnerungen an das historische Gebäude. Er erzählte die spannende und humorvolle Geschichte "beim Rasierer". Käthe Lahr-Bachert erinnerte in ihrer Geschichte daran, als Weihnachten noch ein besinnliches Fest ohne den Konsumwahn war. An Spaziergänge durch das weihnachtlich geschmückte Lampertheim und dass man damals die Kinder mit kleinen Geschenken glücklich machen konnte.

    "Natur-Poet" (so Horstfeld) Armin Herweck hatte diesmal seine Eindrücke von den herbstlichen Rheinauen, wo im nebligen Frühlicht die farbigen Blätter ihr Feuer versprühen dabei. Margit Kühn erzählte vom "Leid" einer Handkäs-Verkäuferin. Die köstliche, etwas intensiv riechende, Speise finde leider nicht mehr den verdienten Absatz. Die Zeiten hätten sich geändert, und der Käse passe scheinbar nicht mehr in die Esskultur der jungen Leute.

    Franz Korb ging in seinem Beitrag auf die enorme Bedeutung des Lampertheimer Wörterbuchs von Manfred Rupp ein. Er erfreute die Besucher mit einer Sammlung von Lampertheimer "B" Wörtern, die vom ehemaligen Bürgermeister Hans Pfeiffer zusammengestellt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Wörter Bembel, Baies und Belle nicht jedem Besucher geläufig waren.

    Horstfeld gab zum Abschluss einen kleinen Ausblick auf die weiteren Aktivitäten der Lômbadda Babbler. Für 2024 sind bereits acht Termine festgelegt. Die Treffen der Lômbadda Babbler sollen zukünftig für einen "YouTube-Kanal" aufgezeichnet werden. Der heimatkundliche Sprachunterricht in Lampertheimer Grundschulen soll fortgesetzt werden. Im Moment laufen die Vorbereitungen für eine Vorlesegruppe in Seniorenwohnheimen und Kindergärten. In Planung ist auch ein gemeinsames Kochen von Lampertheimer Gerichten mit Bewohnern eines Seniorenwohnheims. Beim gemeinsamen Kochen und Essen sollen dann Geschichten von den Lômbadda Babblern vorgetragen werden. Die Radtour vom Kroddeloch bis ins Gaaseneschd soll 2024 wieder angeboten werden.
    Horstfeld dankte zum Abschluss den "blauen Engeln" der Seniorenbegegnungsstätte/Alten Schule für die Einladung und den interessanten und humorvollen Nachmittag. zg

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