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  • Fr., 23. Oktober 2020, 09:56 Uhr
    Ehrenbürger Heinrich Karb: Relief am Eingang des Heimatmuseum erinnert an Gründer Heinrich Karb

    Heimatpflege und Mundart waren seine Leidenschaft

    LAMPERTHEIM - In zwei Jahren wäre er 100 Jahre alt geworden: Dem Ehrenbürger der Stadt Lampertheim Heinrich Karb, der 2018 verstarb, wurde nun eine besondere Ehrung zuteil. Um seine vielfältige Arbeit, die er mit Herzblut der Heimatforschung und Mundart gewidmet hatte, wurde in Erinnerung an sein Wirken am Eingang des Heimatmuseums ein Bildwerk angebracht, welches sein lebensnahes Abbild zeigt und von dem Hofheimer Künstler Bernhard Hossner gestaltet wurde. Damit ehrte die Stadt gemeinsam mit dem Heimat-, Kultur- und Museumsverein den verstorbenen Gründer des Vereins und langjährigen Vorsitzenden, der das genau vor 42 Jahren am 21.10.1978 erstmals eröffnete Heimatmusem mit viel Engagement und Zielstrebigkeit führte und machte damit auch  den großen Stellenwert des Museums  deutlich. Neben Margit Karb, der Tochter von Heinrich Karb und jetzigen Vorsitzende des Vereins nahmen weitere Familienmitglieder, darunter sein letzter lebender Bruder Jakob Karb, sowie viele weitere Mitstreiter aus den Reihen des Heimat- und Kulturvereins an der besonderer Feierstunde teil. 

    „Mit der Ehrung wollen wir sichtbar machen, dass im Heimatmuseum nicht nur die Geschichte reflektiert wird, sondern dass das Heimatmuseum ein Teil unserer Stadt ist“, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer und ließ Erinnerungen an den Geehrten aufleben. Dieser wurde am 7. März 1922 geboren. Als ein Kind der Kriegsgeneration wurde er 1941 in den Reichsarbeitsdienst aufgenommen und schließlich zur Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende kam er 1945 zurück nach Lampertheim, wo er wieder seine Arbeit im Betonwerk Nagel aufnahm. 1969 wechselte er zu den Stadtwerken Lampertheim und übernahm 1973 die neu geschaffene Stelle des Stadtarchivars. „All das, was wir sehen, hat er zusammengetragen, geordnet und zur Verfügung gestellt“, berichtete der Bürgermeister weiter. Mit vielen weiteren helfenden Händen aus der Bevölkerung ist so das Kleinod des Heimatmuseums mit Schätzen vergangener Zeiten in der Römerstraße entstanden. Vielfach ist Karb für seine Arbeit bereits geehrt und mit der Bronzenen, Silbernen sowie der Goldenen Stadtplakette ausgezeichnet worden. „Alle Dinge, die er gemacht hat, hat er zielstrebig verfolgt“, blickte das Stadtoberhaupt zurück. Auch habe er sich nicht nur im Heimat-, Kultur und Museumsverein verdient gemacht, sondern auch die Sprache und Mundart in Lampertheim maßgeblich mitgeprägt. Seine zahlreichen, selbst geschriebenen Theaterstücke, die an den beliebten Mundartabenden begeisterte Anhänger in den Hof des Heimatmuseums locken, sind Vorreiter für viele weitere Gruppen, die sich dem Lampertheimer Dialekt verschrieben haben. Eva Wiegand 

    42 Jahre ist es her: Am 21.10.1978 wurde das Lampertheimer Heimatmuseum eröffnet. Nun ehrte die Stadt Lampertheim gemeinsam mit dem Heimat-, Kultur-, und Museumsverein Lampertheim e.V. den Lampertheimer Ehrenbürger und langjährigen Ehrenvorsitzenden Heinrich Karb mit einem neuen Relief am Eingang in der Römerstraße. Foto: Eva Wiegand

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