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Di., 08. März 2022, 11:55 Uhr
HEINRICH KARB: Erinnerungsstunde anlässlich des 100. Geburtstages des Ehrenbürgers / Fotoausstellung über dessen Leben im Heimatmuseum
Heimatpflege und Mundart waren seine Leidenschaft
In den Räumen des Heimatmuseums Lampertheim erinnert eine Fotoausstellung an das Leben und Wirken des Ehrenbürgers Heinrich Karb. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Am Montag wäre der Lampertheimer Ehrenbürger Heinrich Karb 100 Jahre alt geworden – aus diesem Anlass fand im Hof des Heimatmuseums, dessen Existenz Heinrich Karb zu verdanken ist, eine Erinnerungsstunde statt, in deren Rahmen zudem eine Fotoausstellung über das Leben und Wirken des Ehrenbürgers eröffnet wurde. Diese ist bis Ostern an jedem Sonntag von 10 bis 12.30 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr in den Räumen des Heimatmuseums zu sehen.
In bewegenden Worten erinnerte Bürgermeister Gottfried Störmer, der zahlreiche Wegbegleiter von Heinrich Karb, darunter auch eine Schwester und einen Bruder, begrüßen durfte, an den Ehrenbürger. Zugleich dankte er dessen Tochter Margit Karb, dass sie dessen Wirken als Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereines fortführt und so die Erinnerung lebendig hält. Die Wahrung der Geschichte sei dabei eine besonders wichtige Aufgabe.
Heinrich Karb sei stets mit seiner Heimatstadt Lampertheim verbunden gewesen und hat sich deren Geschichte gewidmet – mit viel Herzblut und Engagement. Der Träger der Goldenen Stadtplakette habe sich nicht nur besonders um den Erhalt der Geschichte, sondern auch der Mundart verdient gemacht. erinnerte Bürgermeister Störmer an die vielen Mundartabende im Hof des Museums, die immer auf positive Resonanz stießen. Heinrich Karb habe diese nicht nur organisiert, sondern auch die Stücke geschrieben.
Am 7. März 1922 wurde Heinrich Karb geboren. Als ein Kind der Kriegsgeneration wurde er 1941 in den Reichsarbeitsdienst aufgenommen und schließlich zur Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende kam er 1945 zurück nach Lampertheim, wo er wieder seine Arbeit im Betonwerk Nagel aufnahm. 1969 wechselte er zu den Stadtwerken Lampertheim und übernahm 1973 die neu geschaffene Stelle des Stadtarchivars. In dieser Funktion konnte Heinrich Karb seinen Beruf und seine Passion ideal miteinander verknüpfen. Auch für Schulen sei er immer gerne Ansprechpartner gewesen, um den Schülerinnen und Schülern die Historie der Spargelstadt näher zu bringen – einer der Höhepunkte war dabei die Gründung des Heimatmuseums Lampertheim, das am 21. Oktober 1978 eröffnet wurde. Und auch der Lampertheimer Kalender, der sich jedes Jahr aufs Neue großer Beliebtheit erfreut, ist auf das Wirken von Heinrich Karb zurückzuführen.
Im Anschluss an die Erinnerungsstunde waren alle Anwesenden eingeladen, die Fotoausstellung in den Räumen des Heimatmuseums zu besuchen und so das Leben des Ehrenbürgers auch noch einmal bildlich vor Augen geführt zu bekommen, wobei bei vielen Erinnerungen geweckt wurden. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich – und natürlich auch des Heimatmuseums selbst, in dem Geschichte lebendig wird. Benjamin Kloos