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  • So., 18. August 2019, 19:45 Uhr
    Senioren-Theater nimmt an Workshop und Aufführung in Wetzlar teil

    HerbstZeitLose „On Stage 2019“

    Die Amateur-Schauspieler des Senioren-Theaters „Die HerbstZeitLosen“ nahmen in Wetzlar an einem besondern Workshop teil – zur Begeisterung aller. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Der vergangene Freitag war ein etwas außergewöhnlicherer als die vorigen. Zumindest für die Amateur-Schauspieler des Senioren-Theaters „Die HerbstZeitLosen“ (HZL), die sich wöchentlich um 16 Uhr in der Alten Schule treffen. Denn heute ließ man die Tage des Workshops „Theater als Perspektive – für alle über 50“ Revue passieren, den vier Mitglieder der lampertheimer Theater-Gruppe im Zeitraum vom 5. bis 10. August besucht hatten. Der Seniorenbeirat der Stadt Lampertheim hatte es den HZL mit großzügiger finanzieller Unterstützung ermöglicht, an diesem wertvollen Lern-Erlebnis des Verbandes hessischer Amateur Theater e.V. teilzunehmen.

    Alle vier waren sich einig: Es war eine sehr anstrengende Woche. Und dennoch waren alle begeistert. Ob Text-Training oder Improvisation, Atemtechnik oder Stimm-Übungen, Bewegungs-Lektionen oder szenerisches Darstellen, es wurde viel für die Proben im heimatlichen Lampertheim mitgenommen. In Gaby Schusters Stimme klingt noch immer die Euphorie mit: „Wir haben Dinge gemacht, die Geist und Fantasie fördern!“ Herbert F. Tiefel, Teamleiter der HZL, zeigte sich beeindruckt, was man als Amateur in nur fünf Tagen auf die Beine stellen kann. In mehreren autark tätigen Arbeitsgruppen habe man an denselben Theaterstücken gearbeitet, um die Gruppen schließlich reibungslos zusammenzuführen. Heiner Kraft, Regisseur der HZL, verriet, dass das Erlernen und Üben der Handlung, Gestik und Mimik eines Stückes fast wichtiger sei, als stur den Text einzustudieren. Und er weiß: „So ein Seminar ersetzt manchmal viele, viele Proben.“

    Zum abschließenden Senioren-Theater-Festival „On Stage 2019“ in Wetzlar waren auch die anderen Mitglieder der HZL angereist, um einen Auszug aus ihrem Stück „Mitbewohnerin gesucht“ zu präsentieren. Christina Kies-Glos war erstaunt, wie schnell man mit dem fremden Interieur auf der Bühne zurechtkommt. „Das zeigt, wie gut wir mit unserem Stück verbunden sind“, sagte sie. Zudem sei es eine spannende Erfahrung, andere Gruppen, ihre Arbeitsweise und ihre Regieführung kennenzulernen, ergänzte sie. Denn auch die im Workshop einstudierten Stücke und Stücke anderer Senioren-Theater-Gruppen wurden gezeigt. So erfuhren die lampertheimer Theater-Amateure, wie herzlich, offen und harmonisch es unter den Schauspielern zugeht und wie groß der Zusammenhalt ist.

    Gerlinde Hellmuth, 1. Vorsitzende des Seniorenbeirats, bedankte sich bei den Akteuren, Lampertheim bei dem Festival vertreten zu haben. Immerhin hätten sie dafür auch ein Stück Freizeit geopfert. „Ich wünsche euch weiterhin viel, viel Erfolg!“

    Die Erfüllung dieses Wunsches lässt sicherlich nicht lange auf sich warten, denn der nächste Auftritt findet bereits am 28. September im Rahmen des Seniorentages von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr in der Zehntscheune statt.

    Für ein neues Großprojekt stehen die HZL allerdings schon jetzt in den Startlöchern: Passend zur 500. Jährung des Reichstages zu Worms soll Ende nächstes Jahres das Stück „Gerichtssache Luther“ stehen. Dafür, so Tiefel, würden allerdings noch dringend Männer ab 55 gesucht, die Lust haben, das Theaterspielen einmal auszuprobieren – oder vielleicht schon Erfahrung damit haben. Wer auch immer – ob männlich oder nicht – sich zum Mitmachen berufen fühlt, darf herzlich gerne zu den freitäglichen Proben kommen, um sich von der ungezwungenen Atmosphäre zu überzeugen. Nadine Schütz

     

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