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  • Sa., 16. November 2024, 14:50 Uhr
    KULTUR: Besinnlicher Abend mit den „Lômbadda Babblern“ im Luthersaal / Nächstes Treffen am 17. Dezember

    Herzerwärmende Erinnerungen und inspirierende Gedanken

    Von wegen Tristesse! Beim November-Treffen der „Babbler“ sprühten die Funken bei humorvollen Erzählungen.
    Foto: oh

    LAMPERTHEIM – Im vollbesetzten Luthersaal der Martin-Luther-Kirche begrüßte „Owwerbabbler“ Kalle Horstfeld die Gäste und seine „Babblerfamilie“ zum  Treffen der Lômbadda Babbler. Das Motto des Abends lautete: „Im November finden wir die Zeit, um zur Ruhe zu kommen und uns zu besinnen.“ Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Beiträge, die von Dankbarkeit und Besinnlichkeit über schöne Momente in der Natur bis hin zu Gemütlichkeit, Lesezeit und Backfreuden reichten. Die Veranstaltung bot den Gästen eine wohltuende Mischung aus humorvollen Erzählungen, tiefgründigen Gedichten und persönlichen Geschichten. Der Abend war geprägt von herzerwärmenden Erinnerungen und inspirierenden Gedanken, die den Geist des Novembers einfingen – eine Zeit, die sowohl zur inneren Einkehr als auch zu kleinen Freuden des Alltags einlädt.

    Karin Kraus erzählte von der Begegnung mit einer Freundin und dem gemeinsamen Kaffee trinken. Sie hätte keine großen Weihnachtswünsche, ihre Schulfreundin Traudel Bärbel wollte dagegen unbedingt eine hochwertige Küchenmaschine, weil ihr Mann im Haushalt überhaupt nichts hilft. Karin braucht so eine „Maschine“ nicht. Sie hat eine, die kann sogar noch putzen, den Rasen mähen, die Betten machen und bringt ihr selbstgebackenen Kuchen an den Fernsehsessel. Das Modell heißt Walter, Baujahr 1958, „ist mir treu bis ins Alter, das ist mein Mann Walter“.

    Armin Herweck sprach von „E scheenie Rous“ und der unvergleichlichen Schönheit der Rosen. Der Betrachter kann sie nur bewundern und sich von ihrer Vielfalt, den leuchtenden Farben, dem betörenden Duft und ihrer anmutigen Erscheinung faszinieren lassen. Besonders zauberhaft ist es, die Rosen abends beim Gesang der Nachtigall zu betrachten. Auch im Herbst setzen sie ihre Pracht fort, wenn sie sich in Hagebutten verwandeln und so ihren Lebenszyklus auf wunderbare Weise fortführen.

    Erika Krämer-Tombzak sprach über den „Novemberblues“. Für viele ist der November nicht gerade ein Lieblingsmonat – statt Blumen und Grün scheint oft der Nebel zu „blühen“. Dennoch hat diese Zeit auch ihre besonderen Seiten. Die stillen und besinnlichen Tage, die der Kalender bereithält, laden zur Reflexion und zur Gemütlichkeit ein. Es ist nicht alles grau: Ein gutes Buch lesen, eine Kerze anzünden – das schafft Wärme. Kulinarisch hat der November ebenfalls einiges zu bieten: Zwiebelkuchen, neuer Wein, eine herzhafte Schlachtplatte oder eine dampfende Mettzelsuppe – das sind Genüsse, die diese Jahreszeit versüßen. „Statt Trübsal zu blasen, sollten wir uns bewusst machen, wie gut es uns geht. Der November erinnert uns daran, dankbar zu sein – für all das, was das Jahr uns geschenkt hat. Ein Anlass, der Wertschätzung verdient!“

    Helmut Hummel erinnerte sich an seine ersten Begegnungen mit den Lampertheimer Partnerstädten und eine gemeinsame Fahrt nach Brüssel. Als „Reiseleiter“ hatte er drei Lampertheimer Bauernbuben „im Schlepptau“, die vor allem eines im Kopf hatten: Blödsinn. Mit einem Schmunzeln erzählte er von einem ihrer Streiche, bei dem auch ein mit Wasser gefülltes Kondom die Hauptrolle spielte. Abends musste er seine Jungs regelmäßig aus den „Vierteln der Freude“ einsammeln. Während der Reise besuchte die Gruppe auch einen original englischen Pub und genoss dort Bier aus „Sterling Silver Tankards“. Auf der Heimfahrt schepperte es plötzlich verdächtig im Bus – die Jungs hatten die edlen Bierkrüge kurzerhand als „Souvenirs“ eingepackt. Am nächsten Tag wurden diese selbstverständlich reumütig zurückgebracht. Zum Abschluss erzählte Helmut Hummel noch die amüsante Anekdote von „Dem Parre Schäfer soi Hase“. Eines Tages verschwand der Hase des Pfarrers Schäfer spurlos, nur um wenig später als Mundraub auf dem Nachbartisch zu landen. Im leeren Stall fand Schäfer einen Zettel mit der augenzwinkernden Nachricht: „Gott ist nicht überall, auch nicht in Parre Schäfers Hasenstall.“

    Heinz „Clever“ Eichenauer eröffnete seinen Beitrag mit einem Gedicht von Peter Rosegger: „Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit, ein bisschen mehr Güte und weniger Neid, ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass, ein bisschen mehr Wahrheit, das wär’ doch schon was. … Statt immer nur ich, ein bisschen mehr du!“ Heinz Eichenauer stellte danach seine Gedanken zu diesem Thema vor. Sein Titel lautete: „E bissel meh“. „E bissel meh Verständnis für andere Leut’, ein bissel meh Toleranz in unserer Zeit. E bissel meh Freundschaft und Freundlichkeit hilft weiter in unserer Zeit. E bissel meh Sonne im Herzen bringt mehr als die hellste Kerze. E bissel meh Teamwork und Einigkeit bringt mehr Erfolg und weniger Streit. Von allem ein bissel meh, ist mehr als jedes Mega heute. Jeder kann sehen, was man mit einem bissel meh erreichen kann.“

    Käthe Lahr-Bachert erzählte ebenfalls von der besinnlichen Zeit. Nach der Eröffnung der 5. Jahreszeit beginnt nun auch die Zeit der Besinnlichkeit. Jetzt wird wieder „Guuz“ gebacken – das ist „wundaba“. Kaum sind die ernsten Tage vorbei, steht schon die Adventszeit vor der Tür. Es ist auch nicht verkehrt, mal wieder die „bucklische“ Verwandtschaft zu treffen. Da erfährt man, was in der Familie so passiert. So vergeht die Zeit im Nu, und um das zu unterstreichen, hier noch einige Sprüche von Karl Valentin:

    „Heute ist die gute, alte Zeit von morgen.“
    „Die Zukunft früher war besser gewesen.“
    „Mähen hätte ich schon wollen, aber ich habe mich nicht getraut.“

    Peter Schneiders Beitrag hatte den Titel „Musik is Lewwe“. „Das Leben ist wie Musik aus dem Radio. Mal in Mono, mal in Stereo. Laut und hart wie der „Rock and Roll“, oder ganz leise in Dur und in Moll. Die Musikrichtung ist egal, jeder wie er es für sich begehrt. Egal ob man streamt oder am Knöpfchen dreht. Musik ist vielfältig und tut richtig gut. Auch im Alltag soll jeder so leben wie er will. Der eine recht laut und der andere still.“

    Der Herbst … „Die Sonne ist auch nur noch selten dou, aber wenn macht sie die Seele richtig froh. Die Narren werden am 11.11. wach, rennen um Rathaus und machen ein bischen Krach. Geniest den Herbst in der Natur, Farbenspiele und Romantik pur, viel Gelassenheit im Jetzt und Hier und denkt daran, Weihnachten steht auch schon vor der Tür.“  

    Mit einem Augenzwinkern berichtete Margit Kühn von einem Kuraufenthalt, der weniger glamourös ausfiel, als der Spruch „morgens Fango, abends Tango“ vermuten lässt. Statt am Gardasee fand ihre Kur in der idyllischen Abgeschiedenheit Mecklenburg-Vorpommerns, am „Gardersee“, statt. Schon die Anreise sorgte für Unmut: Im Zug blieben Hunger und Durst ständige Begleiter, denn das Bordrestaurant war geschlossen. Am Ziel angekommen, bot sich ein Bild der völligen Einsamkeit: „Koan Ort, koa Dörfsche in der Näh, e Geschäft orre Wertschaft hab ich ach net gseh,“ beschrieb sie das Umfeld mit einem Lächeln. „Wisst er, wo sich Fuchs und Has’ gute Nacht sagen? Genau da bin ich gewese!“ Trotz allem betonte sie, dass die frische Luft und die Ruhe des Ortes ihr gutgetan hätten – denn zum Genesen sei schließlich Zeit gewesen.

    Hans Kling sorgte mit seinen humorvollen Erzählungen für zahlreiche Lacher. Er berichtete von einem Besuch auf der Stadtverwaltung, wo er vom „Lampertheimer Einbürgerungstest“ hörte. Dabei sind Fragen wie „Was ist die Mehrzahl von Rettich? – Meerrettich“ oder „Wie heißt Bürgermeister auf Englisch – Burger King?“ zu beantworten sind. Anschließend schilderte er seine Erfahrungen beim gemeinsamen Kochen und Backen mit seiner Frau. Sein Fazit war eindeutig: Ein Koch oder Bäcker wird er nicht mehr. Als Leser nutzt Kling den Herbst auch für eine ausgiebige Lesezeit und liest jeden Samstag den TIP. Mit einem Augenzwinkern erzählte er von einem Vorfall in einem Lokal, in dem der Koch sich strikt weigerte, ein Rumpsteak durchzubraten – sehr zum Unmut des Gastes. Besonders skurril wurde es, als er von einem Geburtstagsgeschenk berichtete: Ein lila lackiertes Spanferkel, das nach der Übergabe den Garten des Gastgebers auf äußerst unkonventionelle Weise „verwüstete“.

    Zum Abschluss des Abends überreichte Owwerbabbler Kalle Horstfeld zwei besondere Gastgeschenke. Zuerst wurde Rita, eine gebürtige Lampertheimerin, die inzwischen nicht mehr in ihrer Heimatstadt lebt, mit einem Bildpräsent geehrt. Dieses Präsent spiegelte das Thema des Abends wider und würdigte die Verbundenheit mit den „Lômbadda Babblern“. Besonders freuten sich die „Lômbadda Babbler“ über die Teilnahme von Mitgliedern der Heerumer Mundartgruppe. Auch die „Heerumer Abordnung“, vertreten durch Rita Hammer, Gerlinde und Gerhard Bannert, erhielt als Zeichen des Dankes ein Bildpräsent.

    Zum Abschluss kündigte Kalle Horstfeld die nächsten Termine an: 17. Dezember 2024: Das nächste Treffen der Lômbadda Babbler. 19. Dezember 2024: Eine Benefizveranstaltung zugunsten von Julius im Schwanensaal in Lampertheim. Diese Veranstaltung wird von „Lômbadda Babbler“ Hans Kling gestaltet. Karten für die Benefizveranstaltung sind bei Blumen Schuster, Horlé – Mode und mehr und Me & More erhältlich. zg

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