
BÜRSTADT – Wenn Alois und Angelika Klüber in ihr Filmarchiv greifen, sind unterhaltsame Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart garantiert, zum Beispiel wie die Menschen in Bürstadt vor 25 Jahren gefeiert haben und was damals sonst noch berichtenswert erschien. Auch der Natur im Großen und im Kleinen spürt Alois Klüber seit Jahrzehnten leidenschaftlich nach. Zum monatlichen öffentlichen Filmnachmittag diesen Montag, immer bei freiem Eintritt, hatte das Ehepaar zwei DVDs in den Briebelsaal mitgebracht. Zuerst kam ein halbstündiger Film über Bürstadt auf die Leinwand, der spannende Einblicke in das damalige fröhliche Treiben bei Vereinsfesten, beim Stadtfest, bei der Kerwe und sonstigen Gelegenheiten, aber auch damalige Stadtansichten zeigt, die heute so nicht mehr existieren. Nach wie vor jedoch steht das Historische Rathaus prächtig da. Die gute Laune hatte offensichtlich auch damals in Bürstadt ihr Zuhause. Eine lebendige Geschäftswelt war im Film zu sehen, rustikale Gaststätten hatten guten Zulauf. An der Grillhütte im Wald feierte man ausgelassen das Waldfest, dampfendes Bauchfleisch wurde für die hungrigen Gäste aufgeschnitten und eine stattliche Sau am Spieß fertig gegrillt aufgetragen. Vieles gibt es nicht mehr, nicht das schöne Heimatmuseum in dieser Form, nicht die Landwirtschaft mit Milchkühen und nicht das Waldfest. Auch viele Menschen sind nicht mehr unter uns, wie Alois Klüber bedauernd im Gespräch mit dem TiP anmerkte. Das Bürgerbüro im Rathaus ist umgezogen, die damaligen wuchtigen Röhrenbildschirme sind längst verschrottet.
Foto: Hannelore Nowacki
Die Zuschauer konnten in Erinnerungen schwelgen oder wie die Jüngeren vergleichen, wie es heute ist. Alois Klüber führte die Kamera, vertont sind die Filme mit Erklärungen von Angelika Klüber. In HD-Qualität zeigte der Film mit dem Titel „Biedensand Impressionen“ die Landschaft am Altrhein im Laufe der vier Jahreszeiten, bezaubernde Tierbilder und Blüten. Libellen, auch ein rotes Prachtexemplar, Hummeln und Spinnen mit eindrucksvollen Details hatte Alois Klüber mit der Nahlinse aufgenommen, dicht vor den Motiven auf dem Bauch liegend. „Man muss sich Zeit nehmen“, sagt Hobbyfilmer Klüber. Gemütlich sitzen? Nein, sagt er, eher „laufen, gucken, hinlegen“. Zu den Filmnachmittagen im Briebelsaal (St. Elisabeth, Rathausstraße 4), die im TiP angekündigt werden, sind alle Interessierten bei freiem Eintritt eingeladen. Seit über zehn Jahren sind die Filmnachmittage ein Projekt im Rahmen von SoNAh (Sozialraumorientierte Netzwerke in der Altenhilfe der Caritas Darmstadt/Bürstadt), koordiniert von Diplom-Sozialpädagogin Birgit Mascetta, die auch Begrüßung und Moderation übernahm.
Hannelore Nowacki
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