Fr., 02. Juni 2017, 09:00 Uhr
1250 Jahre Bürstadt – der Marktplatz als Arena der Lebensfreude
Hessenpower beim Abend mit Christian „Chako“ Habekost

Christian „Chako“ Habekost blickte auf den voll besetzten Marktplatz, ein vergnüglicher Abend war dem Publikum garantiert. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bevor der bekannte Comedian Christian „Chako“ Habekost aus der Kurpfalz am Mittwochabend die Zuschauermenge auf dem Marktplatz mit seinem verbalen Feuerwerk auf Hochtouren bringen konnte, gehörte die Bühne im Glanz der Abendsonne der neuen Sonnenbotschafterin Alicia I. und den angereisten Hoheiten aus der Metropolregion sowie den Vertretern einiger Hauptsponsoren, die Bürgermeisterin Barbara Schader dem Publikum vorstellte. Die Bürgermeisterin hieß die Zuschauer auf dem Marktplatz willkommen zur ersten Open-Air-Veranstaltung mit Habekost in Bürstadt, die außerdem zum Stadtjubiläum bei freiem Eintritt ein schönes Geschenk an die Bürger und Gäste aus der Region war. Aus der Erfahrung von vier Auftritten des Comedian in der Sonnenstadt und Bürgerstadt mit Herz weiß man, dass er hier auf zahlreiche Fans zählen kann. Dann war es soweit – Habekost betrat die Bühne, die nur mit einem Tisch und Stuhl dekoriert war, Requisiten, die für den Künstler des humorgetragenen Kurpfälzer Dialekts im Grunde unbedeutend waren. Immer nahe am Publikum, füllte er die Bühne aus, sprach den Zuschauern meistens voll aus dem Herzen und landete Lacherfolge im gefühlten Sekundentakt. Ein solches Vorprogramm wie mit der dynamischen Bürgermeisterin habe er noch nicht gehabt, meinte Habekost zu Beginn, um dann sogleich die Kraft seiner Worte und Interpretationen der Welt in der Resonanz des Publikums zu erfahren. Dabei ging er durchaus tiefgründig vor, setzte dem Dialekt das weniger gefühlvolle Hochdeutsch, das „Oxford“-Deutsch, entgegen. Sprachgewandt brachte er als Reverend Lucas auch englische Worte über die Lippen und erklärte, wie Gott den Kurpfälzern am achten Tag der Schöpfung zu ihrem Dialekt verhalf: „Jetzt pienzt ned rum, dann babbelt halt wie ich“. Wobei es nicht allein um die Sprache geht, der Dialekt als Ausdruck allumfassender Gelassenheit kann sogar durch die würzige Kürze Heilkräfte entfesseln, wie die „Dudd“, woanders „Tragetasche“ genannt. Den Autofahrern mit dem Kennzeichen HP wurde ein mächtiger Trost zuteil, man übersetzt es am besten mit „Hessen-Power“, eine Idee aus dem Publikum, die allen gefiel. Überhaupt das Publikum: Von Habekost gab es ein riesiges Lob für das „tolle Publikum“: „Ihr seid heiß drauf, mit euch kann man Spaß haben“. Sicher keine Übertreibung, denn stimmungsmäßig war der voll besetzte Marktplatz eine Arena der unbändigen, gepflegten Lebensfreude. Habekost fand viele Gemeinsamkeiten der Menschen in der Metropolregion. Allerdings werde die Region von Verschwörern heimgesucht, die den Menschen hier die Lebensfreude, die „Lebensluschd“, wohl neiden – und überall Baustellen auf den Straßen anlegen. „Das war keiner von uns“, zeigte sich Habekost überzeugt. Am Schluss, nach einem neunzigminütigen Heimspiel, kam er ohne Zugabe nicht davon. Hannelore Nowacki