MUNDART: Volksbühne gewährt Einblicke in turbulente Verwechslungskomödie / Kartenvorverkauf startet am 21. Oktober
„Hoaddisch mol gehaiad“
Vorfreude auf die neue Komödie frei nach dem Stück „Ein Hof voller Narren“ von Winnie Abel weckte die Volksbühne Lampertheim bei den Proben am Donnerstagabend vor und auf der Bühne in der Notkirche. Foto: Steffen Heumann
LAMPERTHEIM – Am Donnerstagabend gingen in der Notkirche wie so oft in letzter Zeit die Lichter an. Die Volksbühne probt für ihr neues Stück. Eine turbulente Verwechslungskomödie mit viel Situationskomik. „Hoaddisch mol gehaiad“, heißt der vielversprechende Mundart-Titel. „Schnell mal heiraten“, übersetzt der zweite Vorsitzende Michael Tschirner. Der Regisseur weiht in die Handlung ein und erklärt „um was dasses gejd“. Ein Bauernhof, die Bäuerin „Magreed“ (Ilse Prüssing), die alles im Griff hat, zwei Geschwister. Er, Paul (Michael Swietlicki) ist homosexuell und voll auf Öko-Landwirtschaft getrimmt, sie, Lena (Saskia Fischer), steht eher auf produktive Massentierhaltung. Der Opa (Frank Griesheimer) ist schwerhörig und sitzt im Rollstuhl, der Knecht, Lui (Sven Soldan) hat Tourette. Und „Magreed“ bestimmt: „Wä se äschd vahaiad iss, dä griggd des goanse Bajes!“
Hobby und Lebensinhalt
Bis geklärt wird, ob Sohn oder Tochter als erstes heiratet und den Hof erbt, nimmt das Publikum an dem turbulenten Geschehen auf der Bühne teil. Lustig wird es allemal und natürlich mit viel Lokalkolorit. „Die Proben sind anstrengend, aber machen wieder viel Spaß“, so Michael Tschirner, der auch Regie führt. Für die meisten der Akteure sei das Theaterspielen Hobby und Lebensinhalt. Nach den Leseproben im August, wurde drei mal die Woche geprobt. Jetzt, in der heißen Phase vor den 16 Aufführungen, geht es täglich zur Sache. „Da muss auch der Partner leidensfähig sein“, weiß Vorsitzender Frank Grießheimer. Insgesamt seien 35 Aktive mit im Boot, die vor und hinter den Kulissen die Tradition der Volksbühne leben und sich der Pflege der Mundart-Kultur verschrieben haben.
Vorverkaufsstart am 21. Oktober an der Notkirche
„Wir spielen ohne Netz und doppelten Boden“, hoffen Griesheimer und Tschirner, dass unliebsame Überraschungen ausbleiben. Krankheitsbedingt konnten im letzten Jahr nur 8 von 12 Vorstellungen über die Bühne gebracht werden. Der Kartenvorverkauf startet am 21. Oktober von 9 bis 12.30 Uhr an der Notkirche vor dem Haus der Lukasgemeinde. Tickets können danach u.a. auch beim TiP Verlag in der Schützenstraße 50, in Lampertheim, erworben werden oder bei www.ticket-regional.de rund um die Uhr sowie telefonisch unter 06151/9790777. Bei der Preisgestaltung von 10 Euro/Karte und den Getränkepreisen bei den Aufführungen bleibt die Volksbühne ihrem Ursprung treu. „Wir sind und bleiben ein Volksverein“, wie der Vorsitzende betont.
Volksverein mit sozialem Engagement
Also solcher engagiert sich die Volksbühne mit rund 500 Mitgliedern auch sozial. Der Erlös der aktuellen Komödie wird zugunsten derer, die auf Unterstützung angewiesen sind, gespendet. Vorhang auf in der Notkirche heißt es am 11., 13. 15., 17., 18., 21., 24. und 25. November, am 1. und 2. Dezember und am 19., 20., 22., 24., 26. und 27. Januar 2024. Für Senioren, sowie die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gibt die Volksbühne auf Einladung der Stadt Lampertheim eine Sondervorstellung.