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  • Mo., 06. Juni 2016, 13:19 Uhr
    Neue Serie im TIP zum Klimawandel und dessen Folgen in der Region / Heute: Biblis

    Hochwasserschutz ist für Biblis besonders wichtiger Aspekt

    Die Gefahr des Hochwassers steigt auch im Nibelungenland – aufgrund von vermehrten Unwettern, wie der Deutsche Wetterdienst in einer Studie herausfand. Foto: pixabay.com

    Die Gefahr des Hochwassers steigt auch im Nibelungenland – aufgrund von vermehrten Unwettern, wie der Deutsche Wetterdienst in einer Studie herausfand. Foto: pixabay.com

    NIBELUNGENLAND – Am vergangenen Wochenende wurde die gesamte Region von Starkregen und Gewittern heimgesucht und auch für dieses Wochenende rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits wieder mit Unwettern im Nibelungenland.

    Zahlreiche vollgelaufene Keller, ein weggeschwommener Steg am Lampertheimer Altrhein und Wasser auf den Feldern zeugen von der Wucht der Regenschauer.

    Andernorts hat das Unwetter noch schlimmer zugeschlagen: An der nahegelegenen A6 ist in Höhe der Abfahrt Ludwigshafen-Nord an fünf Stellen ein Hang abgerutscht, hier muss noch in den kommenden sechs Wochen aufgrund der Aufräumarbeiten mit Behinderungen gerechnet werden.

    In Bayern und Baden-Württemberg kam es zu mehreren Todesfällen, als sich Bäche und kleinere Flüsse in reißende Ströme verwandelt haben. Ganz so schlimm war es im Ried glücklicherweise nicht, dennoch kämpfen Anwohner hier ebenfalls noch mit starken Folgen.

    Hotspot Nibelungenland?

    Die Situation mit starken Unwettern wird nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes laut einer Untersuchung im Auftrag der Stadt Worms in naher Zukunft verstärkt vorkommen, ebenso wie lang anhaltende Trockenperioden. Denn laut dem Deutschen Wetterdienst gehört Worms – und damit die gesamte Region – zu den am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland (wir berichteten).

    Die Stadt Worms hat sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels in der Nibelungenstadt befasst und ein Konzept vorgestellt, mit dessen Hilfe man Maßnahmen ergreifen möchte. Der TIP hat die Bürgermeister im Ried gefragt, wie auf diese Studie und die Ankündigung vermehrter Unwetter und Trockenperioden vor Ort reagiert wird.

    Angesichts der Prognose des DWD bezüglich vermehrter Unwetter in der Region stellt sich Biblis besonders im Bereich des Hochwassers derzeit gut auf. Archivfoto: Benjamin Kloos


    Bürgermeister Felix Kusicka aus Biblis betont die Bedeutung einer interkommunalen Zusammenarbeit in diesem Bereich. „Das sehr umfassende Konzept der Stadt Worms ist sicher nicht 1:1 auf Biblis übertragbar, zeigt aber wie umfassend die Fragestellungen sind. Sicher werden wir uns im Mittelzentrum Ried auch mit diesen Fragestellungen beschäftigen und dort, wo es sinnvoll ist, auch die Zusammenarbeit anstreben.”

    Hochwasserschutz im Fokus 

    Gleichzeitig verweist Bürgermeister Kusicka auf die Aktualität und Wichtigkeit des Themas gerade auch für das an der Weschnitz gelegene Biblis. „Die Gemeinde Biblis beschäftigt sich bereits mit diesen Fragestellungen, da sie aus meiner Sicht existentiell für die kommunale Daseinsvorsorge sind. Die Themen Klimawandel, Klimaschutz und Klimaanpassung werden uns zukünftig deutlich intensiver beschäftigen als bisher. Aus diesem Grunde hat die Gemeinde Biblis Im letzten Jahr einen Antrag auf Förderung für die „Einstiegsberatung kommunaler Klimaschutz" gestellt. Dieser wurde im letzten Jahr positiv beschieden und derzeit wird die Beratung umgesetzt. Insofern stehen wir derzeit erst am Anfang des Prozesses, weshalb ich zu einzelnen Maßnahmen keine konkrete Ausführungen machen möchte. Ziel wird es sein, bei allen Entscheidungen die Auswirkungen in der Zukunft zu berücksichtigen und in der täglichen politischen Arbeit der Gremien sowie der täglichen Verwaltungsarbeit zu manifestieren.”

    Neben der Einstiegsberatung kommunaler Klimaschutz ergänzt der durch die Gemeinde Biblis gestellte Förderantrag für den Stadtumbau West den Themenkreis. Hier wird dezidiert die Schaffung von grünen (schattige Plätze) und blauen Achsen (Gewässer/Biotope) ein Schwerpunkt sein, die der Bevölkerung dienen sollen.

    „Bezüglich der Frage, ob urbane sturzflutartige Regenereignisse alleine durch bauliche Maßnahmen gepuffert werden können, habe ich meine Zweifel. Unbeschadet dessen werden beim weiterem Ausbau der Kanalisation entsprechende Rückhalteräume geschaffen oder bestehende Anlagen ertüchtigt werden müssen”, ergänzte Bürgermeister Kusicka, bevor er auf einen der wichtigsten Punkte für die Gurkenstadt zu sprechen kam: „Ein ganz wesentlicher Aspekt bei sturzflutartigen Regen ist für Biblis aber der Hochwasserschutz. Zum einen durch die Rückstauwirkung des Rheins in die Weschnitz, zum anderen nach Starkregenereignissen die schnell abfließenden Wassermassen von der Bergstraße, die zu einem schnell ansteigenden Pegel der Weschnitz führen. Nach Abschluss der Rheindeichsanierung durch das Land Hessen sollen die Weschnitzdeiche ebenfalls saniert werden. Dies wird durch den Gewässerverband Bergstraße, also durch eine bereits bestehende interkommunale Zusammenarbeit, erfolgen.” Wichtig sei zudem, dass man das Thema Klimawandel und dessen Auswirkungen aktiv angehe – und genau dies ist in Biblis zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger bereits der Fall. Benjamin Kloos

    Auch auf den Feldern im Ried waren die Folgen des Unwetters – hier besonders durch den anhaltenden Wind – deutlich sichtbar. Foto: Hannelore Nowackiter,

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