Wo-De-Sicherheitstraining hilft Kindern beim Umgang in Konfliktsituationen
„Hör bitte auf. Ich möchte keinen Streit“
Rektorin Nicole Skubella und Referent Schumacher bringen den Eltern das Wo-De-Konzept näher. Foto: oh
BIBLIS - Gewalt an deutschen Schulen ist ein weitreichendes Problem und das nicht erst seit gestern. Die Schule-In-Den-Weschnitzauen in Biblis holte sich jüngst Unterstützung von einem externen Experten in Sachen Sicherheit und Konfliktmanagement.
Holger Schumacher, Gründer und Entwickler des Wo-De-Konzepts, kam für vier Tage an die Bibliser Grundschule und erzählte den Kindern von einem Problem an einer Schule seiner Fantasie. Ein Mädchen ärgere einen Jungen immerzu auf dem Pausenhof. Wie sollte der Junge darauf reagieren? „Wir nutzen unsere stärkste Waffe: Unsere Sprache.“, erzählt der ehemalige Spezialeinheitskämpfer der Hamburger Polizei den Kindern.
„Hör bitte auf. Ich möchte keinen Streit.“ Das ist der Satz, welchen die Kinder immer wieder wiederholen. „Wir rufen nicht Stop! Das fordert unseren Angreifer heraus uns weiter zu ärgern oder zu schlagen“, erklärt Schumacher den Kindern in seinem zweistündigen Unterricht. Auch wie sich die Kinder verhalten, wenn die ersten Worte nicht wirken oder es gar körperlich wird, beschreibt der Wo-De-Entwickler den Kindern.
Wo-De steht ursprünglich für den englischen Ausdruck „Women-Defense“ und war zunächst als Sicherheitstraining für Frauen konzipiert worden, ehe Schumacher daraus ein Gewaltpräventionskonzept für Schulen entwickelte. Doch nicht nur die Schulkinder waren Adressaten des interessanten Konzepts, auch die Eltern wurden im Rahmen des Info-Elternabends im Sitzungssaal des Rathauses informiert. „Wenn eure Eltern euch erklären, dass ihr zurückhauen sollt, wenn ihr geschlagen werdet, sagt ihnen einen Gruß von Herrn Schumacher, das sei eine ganz blöde Idee.“ Die rund 100 Eltern lauschten interessiert dem 60-minütigen Vortrag des achtfachen Deutschen Meisters im Karate.
„Wir werden das Konzept über die täglichen Bewegungs- und Klassenratsstunden weiter regelmäßig im Unterricht aufgreifen und durchnehmen“, erklärt Rektorin Nicole Skubella den Eltern den weiteren Verlauf des Trainings. „Für das nächste Jahr planen wir einen weiteren Kurs mit Herrn Schumacher und seinem Team“, gibt Skubella bereits Pläne für das kommende Schuljahr bekannt. zg