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  • Fr., 23. August 2019, 09:51 Uhr
    Siebte Klasse der Nibelungenschule hilft fleißig mit

    Hofheimer Landfrauen kochen Latwerge 

    Ein anstrengendes, aber auch äußerst interessantes Erlebnis: Gemeinsam mit den Hofheimer Landfrauen kochten Schüler der Nibelungenschule Latwerge. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM –  Was lange währt wird endlich gut. Wer die Latwerge der Hofheimer Landfrauen kennt, der weiß, dass sich die viele Arbeit allemal lohnt. Warum die Herstellung des leckeren Brotaufstrichs so zeitintensive ist, das lernten am Mittwoch die Siebtklässler der Nibelungenschule, die eifrig den Rührlöffel schwangen.  

    Seit zwölf Jahren kochen die Landfrauen Latweije, wie es in Hofheim heißt. Bereits am Dienstagmittag hatten sich rund 25 Damen bei der Ersten Vorsitzenden Birgit Biebesheimer im Hof getroffen und 400 Kilo „Quetsche“ aus der Pfalz gewaschen und entsteint. Nach einer Nacht im Kühlhaus wurden die süßen Früchte am nächsten Morgen zu Familie Herweck in die Backhausstraße gebracht, wo ab 7 Uhr das Feuer in den drei großen Kesseln flackerte. Zunächst wurden eine Handvoll Zwetschenkerne und etwas Wasser in die Behältnisse gegeben, dann peu à peu das Obst. Die Uhrzeiten der Befüllung dokumentierte Ulrike Hofmeister-Knaup, Helga Weis sowie Ursula Pfeiffer hielten das Feuer in Gang. Damit die Masse, die beständig vor sich hinblubberte und spritzte nicht am Boden anbrannte, musste ohne Unterbrechung gerührt werden. Über 20 Damen und zwei Herren waren über den Tag verteilt im Einsatz, und auch die Unterstützung der Nibelungenschüler wurde gerne angenommen. „Wir freuen uns über jeden, der hilft“, bemerkte die Vereinschefin, deren Dank auch der Familie Herweck galt, die ihren Hof zur Verfügung stellten und die Kessel aufgebaut hatten.    

    „Wir nehmen in Gesellschaftslehre gerade das Mittelalter durch, unser Besuch passt gut zum Thema „Kochen wie früher““, freute sich Klassenlehrerin Slawie Mayer über die Einladung. Den Begriff Latwerge hatten die zwei Mädels und 12 Jungs zuvor noch nie gehört, und für manchen Schüler war auch der Verzehr einer Pflaume Premiere. An den hölzernen Rührlöffeln waren Muskelkraft und Ausdauer gefragt, dazu kam die Hitze des Feuers. „Ganz schön anstrengend“, waren sich die jungen Gäste einig. „Aber besser als im Klassenzimmer sitzen“, ergänzte Justin schmunzelnd. Auf die Frage, was sie den glaubten, wie lange gerührt wird, schätze die Gruppe zwei Stunden. Am Ende sollten es zwölf sein. Denn die Früchte müssen so lange einkochen bis die Konsistenz stimmt, und auch die Zugabe von Zucker, Sternanis, Nelken und Zimt wurde immer wieder abgeschmeckt. Als von Katharina Lameli schließlich die Freigabe zum Abfüllen kam, saß bei den routinierten Damen jeder Handgriff. Mit dem Ergebnis von rund 650 Gläsern zeigten sich die Landfrauen sehr zufrieden. Verkauft wird das besondere Pflaumenmus am zweiten Adventswochenende auf dem Weihnachtsmarkt am Bürgerhaus. Die Nibelungenschüler müssen nicht bis dahin warten, für ihre tatkräftige Unterstützung bekommen sie demnächst Howwemer Latweije überreicht. Petra Gahabka

    Foto: Petra Gahabka

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