Mi., 19.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 25. Juli 2019, 16:40 Uhr
    Sommerferienspiele mit Zeitreise in das Jahr 2034 und Baumklettern

    Hohe Herausforderungen und Neugier auf die Zukunft

    Baumklettern mit Sicherung ist ein großes Vergnügen für Joschua. Erlebnispädagoge Christian Vollmer hatte ein großes Lob für den jungen Kletterer. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Unter dem Schatten spendenden Blätterdach der beiden großen Kastanienbäume im Schulhof an der Kirchstraße war es am Mittwochvormittag gar nicht so heiß. Und wer nach ganz oben wollte, hatte ganz anderes im Sinn als die gerade heiß diskutierte Sommerhitze – es ging den jungen Teilnehmern der Sommerferienspielwoche mit der Sozialagentur Fortuna um den unbändigen Spaß am Baumklettern. Gesichertes Baumklettern ist in dieser Ferienspielwoche so beliebt wie in den Jahren zuvor, weshalb aus Kindern, die gerne klettern, junge Leute werden, die ihre Freude und Kenntnisse als Teamer selbst an die Ferienspielkinder weitergeben. So wie die 19-jährige Anuschka, die von Anfang an dabei war, was schon einige Jahre her ist. Diese Begeisterung wirkt ansteckend, denn auch ihr Bruder, der zwölfjährige Joschua kennt keine Höhenangst und klettert ganz hoch hinauf bis er kaum mehr im Blätterwald zu entdecken ist. Erlebnispädagoge Christian Vollmer, der die Sicherung übernimmt und ständig mit seinen Schützlingen im Baum im Dialog steht, ruft ein lautes „super“ zu Joschua in schätzungsweise sieben Meter Höhe hinauf. Dabei gilt dieser Baum als der schwierigere der beiden Kastanienbäume. In bester Stimmung wieder unten angelangt, erzählt Joschua im Gespräch mit dem TIP, dass er auch in den Herbstferienspielen und in Biebesheim baumklettern will. In einer kurzen Pause hat Vollmer Zeit für ein paar Sätze, die sich schon wenig später bestätigen. „Die Kinder und Jugendlichen suchen Herausforderungen um weiterzukommen“, erzählt er, „ganz freiwillig“. Ein Nachwuchstalent dieser Art ist auch die neunjährige Ann-Sophie, die selbstbewusst davon spricht, dass man hier etwas Neues ausprobieren könne und mit den anderen zusammen Spaß habe. Eigentlich sei sie Handballerin. Schon fünf Mal sei sie am Vormittag auf den Baum geklettert, ganz hoch. Bald steht Mittagessen auf dem Programm, doch sie will auf jeden Fall bis dahin weiterklettern. Auch die 16-jährige Nadine ist auf Neues neugierig und klettert mit beidseitiger Augenklappe, ganz im Vertrauen auf ihre Trittsicherheit und Vollmer, der darin kein besonderes Wagnis sieht, sondern einfach die Freude an Herausforderungen. Nadine überlegt noch, ob sie im nächsten Jahr als Betreuerin in die Ferienspiele einsteigen werde. Die andere Hälfte der Ferienspielgruppe hatte sich am Vormittag mit dem Bau der Zeitmaschine beschäftigt, mit der sie am Freitag in das Jahr 2034 reisen. So kurz vor der Mittagspause war Filmschauen angesagt, im verdunkelten Raum gab es „Zurück in die Zukunft“. Im Werkraum des Jugendtreffs im Untergeschoss des Bürgerzentrums sah es nach kreativem Tun aus, Farbtöpfe und Werkzeuge zeigten ein buntes Bild. Ein wesentlicher Teil der Zeitmaschine, der mit Uhr, war hier in Arbeit, während ein weiterer Teil, der mit Fenster, bereits angemalt im Gemeinschaftstraum auf weitere Verwendung wartete. Der zehnjährige Leon erzählte, dass aus diesen Teilen eine stabile Telefonzelle größeren Ausmaßes gebaut werde, eine Zeitmaschine wie in der britischen Science-Fiction-Serie Dr. Who. Darin müsse Platz für alle Sachen zum Umziehen und Verkleiden sein. Als Architekt will er am Freitag aus der Zeitmaschine steigen, einen Helm will er aufsetzen. Die Diskussionen in der Gruppe hätten ihn auf diesen Berufswunsch gebracht. Wie wird das Wohnen und Leben in 15 Jahren aussehen? Darüber hat sich die Gruppe Gedanken gemacht und diese auf Plakate geschrieben. Leon berichtet, dass die Kinder sehr viele Hochhäuser, schlechteres Trinkwasser als heute, viel Müll und Plastik erwarten. Ralph Dobner, Heilerziehungspfleger, der hauptberuflich geistig behinderte Kinder an einer Förderschule unterrichtet, und Betreuer Daniel Brüggestraß haben diese Zeitreise in das Jahr 2034 mit großer Begeisterung begleitet, wenngleich Daniel entschuldigend von einem kreativen Chaos im Werkraum spricht, aber sich wie sein Kollege freut, dass alle angemeldeten Kinder jeden Tag kommen. Ralph Dobner hat die Erfahrung gemacht: „Die Kinder sind begeistert, sich mit der ganzen Zukunft auseinanderzusetzen“. Perfektioniert wird die Telefonzelle mit einer blinkenden LED-Lichtleiste und Sound. Zum Hitzerekord am Donnerstag ist laut Dobner eine Wasserschlacht geplant und ein Eiswagen kommt in den Schulhof. Zum gemeinsamen Abschluss am Freitag mit den Eltern führen die Ferienspielkinder ein Theaterstück zum Thema Zeitreise auf. Hannelore Nowacki

     

    Der Countdown läuft – die Zeitmaschine muss bis Freitag fertig sein. Im Bild: Leon mit Betreuern Ralph Dobner und Daniel Brüggestraß. Foto: Hannelore Nowacki


     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Biblis und Ortsteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2