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  • Mo., 06. Februar 2017, 15:57 Uhr
    Katholische Kirchenmusik feierte Fastnachtsabend mit erwünschten Nebenwirkungen

    Humor mit Amor, Stadtprinzessin und Froschkönig



    Beim KKM-Fastnachtsabend war die Heiterkeit dank fantasievoller Programmgestaltung vorprogrammiert. Im Bild: Einige glückliche Paare und Dirigent Wolfgang Rothenheber (rechts), der die Jahresorden verlieh. Foto: Hannelore NowackiBÜRSTADT – Nicht nur die Kreuzberger Nächte sind lang, auch beim Katholischen Kirchenmusikverein Bürstadt (KKM) kann man bis weit nach Mitternacht ausgelassen feiern wie am Freitagabend bei der Saalfastnacht bei den Garten- und Naturfreunden in der Gartenstraße. „Schoo Diel“ aus Lorsch griff singend in die Tasten seines Keyboards und brachte die Stimmung bereits vor dem offiziellen Programmbeginn in Hochform. Die fantasievolle Kostümierung der Besucher verwandelte den Saal in eine bunte Mischung der Zeiten und Kulturen, alle kamen bestens miteinander aus, die Asiatin und der Mexikaner, die Spanierin und die Indianer, die Seefahrer, der Zauberer und der schöne Schmetterling. „Narretei – meh sin dabei“ war das Motto des Abends, das alle im Lachen und Schunkeln miteinander verband. Ehrenvorsitzender  Karlheinz Fettel begrüßte das närrische Volk, machte sich einen Reim aufs Geschehen in der Republik und der Lokalpolitik und versprach nicht zu viel: „Jetzt geht’s in die Volle“. In Bürstadt war ihm einiges aufgefallen. Der Bahnhof werde umgestaltet und das Grün zubetoniert. „Die Hauptsache am Rathaus ist es grün“. Den umgebauten Briebelpark finde er klasse, sein Appell an alle „Leut‘: „Nehmt den Abfall mit nach Haus in euren Bau, dann kann ich rufen ein dreifaches Helau“. Einst die Stadt ein Motto hatte, meinte Fettel leicht betrübt, doch „die Sunn ist weg“. Aber „die Hauptsach ist, wir haben Spaß“. Damit war der Abend wieder gerettet. Laurin und Constantin Morweiser, die jungen Büttentalente erzählten dem Publikum als „Bennebuckel Duo“, was sie mit ihrem „beschde Papa der Welt“ erlebten. Der Papa hat nur „e bissel en Bauch“, wollte aber eine Diät machen. Obwohl er sich Bücher üwwer  Inlinerfahre und Jogge keeft, nimmt er nicht ab. Am Schluss war ihm klar: Ihm fehlt ein „richtisches Schnitzel“. Fazit der Diätversuche: „Mir sinn schunn ganz fertisch unn sinn schon ganz schlapp“. Bis der Papa zum Glück der beiden wieder richtig zulangt. Die charmante Bürstädter Stadtprinzessin Ann-Cathrin I., wieder unterwegs mit ihrem hungrigen Spendenpferd für die Behindertenhilfe,  um Kindern die Reittherapie zu ermöglichen, feierte mit Gefolge aus ihrem Bürstädter Fastnachtsclub (BFC) und der Vereins-AG eine ganze Weile mit, um dann zu weiteren Verpflichtungen aufzubrechen. Karlheinz Vettel, Ehrenvorsitzender, Spaßmacher und begnadeter Entertainer in Personalunion, führte heiter und kurzweilig durch den Abend, auch wenn es mal klemmte wie bei der Bilderpräsentation der KKM-Frauen und ihren Liebsten, als die ausgesuchte Musik vom Laptop zunächst nicht erklingen wollte. KKM-Dirigent Wolfgang Rothenheber im roten Arbeitsanzug mit Kappe war für die Verleihung des Jahresordens an die Mitwirkenden zuständig.

    Zum Finale kamen die Mitwirkenden zu Karlheinz Fettel auf die Bühne, die Luftballons flogen und knallten in der neu erlangten Raumfreiheit. Foto: Hannelore Nowacki


    Von Höhepunkt zu Höhepunkt kam das Programm. Die KKM-Frauen reimten Lobeshymnen auf ihren jeweiligen Schatz, den sie vor Jahrzehnten kennengelernt hatten. Auf der Großleinwand waren die Paare in ihrer Frühzeit zu sehen. Wer mag das sein? Ein Lachen ging jedes Mal durch den Saal, wenn die Glücklichen auf die Bühne traten. Die Frau des 1. Vorsitzenden, Ursula Pabst, ergriff das Wort zugunsten der Superhelden im Verein, gereimtes Lob, das mit dem Lied „Wir sind die Champions“ endete. Heike Hildebrand aus Howwe, als unnachahmlich lustig bekannt in Hofheim, Umgebung und aus dem Fernsehen,  berichtete von ihrer Mutter-Kind-Kur, wo sie als Kuristin auch Kohlsupp bekam und nach der Kur in Bärrschdad mit Schneckestecke im Wald herumläuft. Der Trompetersatz der KKM lud zur heiteren Märchenstunde mit Freddy Kruschenski ein. Gemütlich im Schaukelstuhl sitzend, hatte er das dicke Märchenbuch aufgeschlagen und las vor. Auf der Bühne ging es rund, der verzauberte Froschkönig suchte die Problemlösung auf dem Laptop und die beleibte blonde Fee zeigte ein Schild „Küssen verboten“. Das Lied „Rote Lippen sollst du küssen“, empfahl das Gegenteil und am Ende war alles gut. Der Spiel- und Kulturkreis 50 aus Bürstadt (SKK 50) hatte zwei Tanzgruppen auf die Bühne entsandt. Als bezaubernde Paradiesvögel traten die „Young Stars“ auf. „Salt and Pepper“ machte Eindruck als „Fernsehballett“ mit männlicher Verstärkung. Marcel Kilian, Frontsänger von „Groove Generation und ehemaliger Stadtprinz, kam als Musiktherapeut im weißen Kittel gemeinsam mit Vater Jürgen Kilian am Keyboard auf die Bühne. Die Empfehlung ans Publikum: „Positiv denken – du schaffst das schon, aus einem großen Problem wird ein kleiner Zwerg“. Seine großartige musikalische Medizin, gemischt mit einer großen Dosis Wortwitz, verhalf dem Saalpublikum zu Frohsinn und ungeahnten gesanglichen Leistungen. Hannelore Nowacki

     

     

     

     

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