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  • Di., 04. Dezember 2018, 09:26 Uhr
    Parteilose Anne Stertz-Hofmeister aus Worms will Bürgermeisterin werden

    „Ich bin noch in den Startlöchern“

    Die parteilose Bürgermeisterkandidatin Anne Stertz-Hofmeister (ASH) stellte sich erstmals der Öffentlichkeit vor. Foto:  Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Kurz entschlossen und knapp vor Fristablauf  hatte die Wormserin Anne Stertz-Hofmeister, die in Alzey als Lehrerin tätig ist, ihre Bewerbungsunterlagen als parteilose Kandidatin für die Bürgermeisterwahl in Bürstadt am 27. Januar beim Wahlausschuss eingereicht. Am Freitag dann die Entscheidung – sie ist als Kandidatin zugelassen. Erst danach wollte sie der Öffentlichkeit sagen und zeigen, wofür sie steht, wie sie in ihrer ersten Wahlveranstaltung am Montagabend im „Ratskeller“ den etwa dreißig Besuchern erklärte. Eingeladen hatte sie ausdrücklich Bürger aus allen Stadtteilen. Draußen strömender Regen, im Nebenraum „Kuhstall“ am langen voll besetzten Tisch eine eher gemütliche Atmosphäre. Pünktlich setzte die Kandidatin zur Begrüßung an, da kamen noch weitere Besucher, schnell wurden noch Stühle herbeigeholt. Einen kleinen Siegerengel weiß Anne Stertz-Hofmeister an ihrer Seite, ein Geschenk, erzählte sie. Dass es drei Bürgermeisterkandidaten sind, gebe eine gute Basis, meinte sie, eine Wahl ohne Alternativen sei keine Wahl. Im großen Tisch, an dem alle sitzen, sieht die 59-jährige Wormserin  mit Auslandserfahrung, ein Symbol aus ihrer Kindheit, als ihre Familie am runden Tisch gefeiert, gelacht und gestritten habe. „Das Bild der Großfamilie würde ich gerne auf Bürstadt übertragen“, sagte sie und erklärte, dass sie dran sei einen „Fahrplan“ für alle Generationen zu erarbeiten. Konzepte will sie anstoßen, mit Mehrgenerationenhäusern habe sie sich schon länger beschäftigt. Einen Vorteil der Parteilosigkeit betonte sie: Neben ihr stehen keine Parteifreunde, die ihr sagen, was sie sagen soll. Andererseits zahle sie den Wahlkampf mit „kleinem Budget“ aus eigener Tasche. „Was ich den Bürgern anbiete, ist mein offenes Ohr und Interesse an ihren Anliegen“. Auf Karteikarten hatte sich Anne Stertz-Hofmeister ihr Programm notiert. Das Ehrenamt und die Vereine will sie fördern, wenn sie Bürgermeisterin wird, soziale Projekte für Alte und Junge stehen auf ihrer Agenda. Den Bürgerwillen will sie wahrnehmen und respektieren. Für unglaubwürdig hält sie das bisherige Verhalten gegenüber den Bürgerinitiativen zum Bobstädter Messplatz und zum Erhalt der Bäume am Bahnhof. ASH, wie sich die Kandidatin in Kurzform nennen will, spricht sich aus Gründen des Klimawandels gegen die Versiegelung von Böden aus. Auf den vorgesehenen Bauflächen Oli II und Raiffeisengebäude will sie auch Sozialwohnungen haben. In Sachen Sicherheit soll die Ordnungspolizei effizienter eingesetzt und dunkle Wege wie beim neuen Jugendhaus besser beleuchtet werden. Für die Gesundheitsversorgung schlägt sie kleine Zentren mit Krankenschwester in den Stadtteilen vor, die einmal in der Woche von einem Arzt betreut werden. Mehr Grünflächen und die Belebung der Innenstadt mit Geschäften und Cafés sind ihr ein Anliegen. „Beton, Beton, Beton“ sieht sie vor allem in Bobstadt und Bürstadt. Riedrode liege immerhin am Wald und habe sehr viel Grün. Kleine Cafés könnten dazu beitragen die Kaffee-to-go-Becher überflüssig zu machen, die sie gerne aus dem Verkehr ziehen möchte. Die Jugend möchte sie für anderes als Smartphone und Computer interessieren. „Du bist ja nicht einmal eine Bärrstädterin“, hätten Freunde ihr gesagt. Ein Argument, dem die Kandidatin einiges entgegensetzt. Sie könne unvoreingenommen auf Bürstadt zugehen und seit ihrer Jugendzeit habe sie Kontakt zu Bürstadt. Ein vertieftes Bild habe sie sich aktuell durch Zeitungsartikel und Begehungen gemacht. Außerdem habe sie nach ihrer Rückkehr aus Brasilien mehrere Monate in Hofheim gewohnt und war viel in Bürstadt unterwegs, wie sie in ihrem Lebenslauf schreibt. In Rio de Janeiro habe sie zwei Cafés mit 35 brasilianischen Mitarbeitern geführt,  eine „straffe“ Führung, jedoch mit Gesprächen, Versammlungen und Ausflügen. Hautnah habe sie erlebt, wie die amtierende Bürgermeisterin Personalführung versteht, „ein Fehlverhalten“ sieht Stertz-Hofmeister hier und „ganz offen“ erklärte sie, dass sie die Schwägerin des früheren Citymanagers Frank Herbert sei, um den es gehe. Allerdings könne sie zu einem laufenden Verfahren nichts sagen, teilte sie den Nachfragern aus dem Publikum mit. Zu mehreren abgeschlossenen und laufenden Projekten in Bürstadt nahm Stertz-Hofmeister kritisch Stellung, im Einklang mit einigen Besuchern, die ihre ablehnende Position unter anderem zum Sport- und Bildungscampus und der Bebauung von Freiflächen wie beim Bobstädter Messplatz in der Diskussion teilten. In komplexe Verwaltungsfragen wie Straßenbeiträge werde sie sich einarbeiten. „Ich bin noch in den Startlöchern“ und „es kommt darauf an, dass ich mit Herz an die Sache gehe“, machte sie deutlich. Hannelore Nowacki 

     

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