Amtseinführung von Pfarrer Christian Rauch in der Pfarrkirche St. Andreas
„Ich habe hier viele offene Türen erlebt“
Ein symbolischer Schlüssel für Pfarrer Christian Rauch, den Dekan Peter Kern ihm zur Amtseinführung überreichte. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – In der Pfarrkirche St. Andreas waren die Kirchenbänke dicht besetzt, sogar Stehplätze nahmen die Gottesdienstbesucher gerne an. Sie alle waren zur Heiligen Messe am Sonntagnachmittag gekommen, um den neuen Pfarrer Christian Rauch bei seiner Amtseinführung durch Dekan Peter Kern kennenzulernen. Seit 1. August ist er bereits in Lampertheim tätig. Über Monate war für die vakante Stelle Dekan Kern als Pfarradministrator berufen, Pfarrer in Bürstadt für die Pfarreien St. Michael und St. Peter. Für drei Gemeinden in der Pfarrgruppe Lampertheim ist Pfarrer Rauch nun als Seelsorger und Pfarradministrator zuständig, für St. Andreas, Mariä Verkündigung und Herz Jesu in Hüttenfeld. „Die Zeit, in der wir keinen Pfarrer hatten, geht heute zu Ende, wir alle heißen Sie willkommen“, sagte Brigitte Hartnagel, 1. Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, zu Beginn des Gottesdienstes, eine Botschaft, die von hörbar von Herzen kam. Mit Dekan Kern verbindet Pfarrer Rauch die Gemeinde Groß-Zimmern, in denen beide zu unterschiedlichen Zeiten eine längere Zeit die Gläubigen betreuten. Der 1975 in Worms geborene Pfarrer Rauch wurde 2003 zum Priester geweiht, war fünf Jahre Kaplan und seit 2008 Kerns Nachfolger in der Gemeinde Groß-Zimmern. Wobei Dekan Kern anmerkte, dass auch Klein-Zimmern dazugehöre. Wie sich im Laufe des Gottesdienstes zeigte, bewegen sich die beiden Geistlichen, was den Humor und die heitere Lebenseinstellung angeht, offenbar auf einer Wellenlänge. Bei allem Ernst der Stunde, hatten die Gottesdienstbesucher immer wieder Gelegenheit erhalten zu lachen, auch Applaus wurde an passender Stelle gespendet. Dekan Kern verlas das Ernennungsschreiben, mit dem der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf Pfarrer Rauch zum 1. August 2019 die drei Gemeinden als Pfarradministrator anvertraut, „mit allen Rechten und Pflichten, die auf ihn zukommen“. Persönliche Worte und kirchliche Grundsätze vereinte diese Ernennungsurkunde. „Ich möchte Ihnen allen Mut machen, diesen Weg mitzugehen“, schrieb Bischof Kohlgraf, „Veränderungen können wir aktiv mitgestalten“. Es gehe darum, neue Ideen und Modelle auf dem pastoralen Weg zu finden: „Ihr gutes Zusammenwirken wird in der Zukunft sicher noch bedeutsamer werden“. Am Ende kam spontan kräftiger Applaus auf. „Bist du bereit?“, fragte Dekan Kern. Viele Fragen folgten, die Pfarrer Rauch stets mit „ich bin bereit“ beantwortete. Einen großen gebastelten Schlüssel „als Zugang zu den Menschen“ überreichte ihm Dekan Kern anschließend und wünschte dem neuen Pfarrer „ganz, ganz viel Kraft“. Was wohl weniger mit der „Höhle der Löwen“ in Lampertheim zu tun hat, denn Pfarrer Rauch hat in den wenigen Tagen seiner Tätigkeit bereits gute Erfahrungen gemacht: „Ich habe hier viele offene Türen erlebt“, ließ er die Gottesdienstbesucher wissen. Pfarrer Rauch freute sich, dass auch seine Familie, Patenkinder und Weggefährten aus Groß-Zimmern gekommen waren. Begrüßt wurde er von Paul Sommer, der dem neuen Pfarrer als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates St. Andreas von dessen Verantwortung als Vorsitzender für die Vermögensverwaltung sprach. Warum nur Pfarradministrator? Dass die katholische Kirche zurzeit keine kanonischen Gemeindepfarrer beruft, sehen Pfarrer Rauch und Dekan Kern durchaus kritisch, was sie im Gottesdienst anmerkten. Den Gottesdienst mit Eucharistiefeier zelebrierten Dekan Kern und Pfarrer Rauch gemeinsam mit den Pfarrvikaren Virginijus Grigutis und Claus-Peter Stockh sowie Pater John Peter und Pfarrer Andreas Rubel vom Bistum Speyer, den Pfarrer Rauch als seinen Mitbewohner in der Pfarrhaus-WG vorstellte. Im Anschluss fand der Empfang im Schwanensaal mit Umtrunk und kaltem Büffet statt, zu dem Pfarrer Rauch die Gottesdienstbesucher eingeladen hatte. Auch hier war die schwüle Sommerhitze zu spüren, dicht gedrängt im Stehen, teilweise auch im Sitzen, hörten die Gäste weitere Grußworte. Bürgermeister Gottfried Störmer hieß den neuen Pfarrer auch im Namen des Ersten Stadtrats und Vertretern der Stadtverordneten willkommen.
Pfarrer Christian Rauch übernahm nach seiner offiziellen Amtseinführung durch Dekan Peter Kern die Leitung des Gottesdienstes. Foto: Hannelore Nowacki
Ein erstes Gespräch habe bereits stattgefunden, zukünftig werde es viele Gelegenheiten geben. Störmer stellte Lampertheim als attraktiven Ort vor, wo man keinen Anlass zum Feiern auslasse. Gute Wünsche und ein paar Gaben überbrachte Pfarrerin Sabine Sauerwein im Namen der evangelischen Lukasgemeinde und der Martin-Luther-Gemeinde. Pfarrer Rauch, der selbst gerne Orgel spielt, erhielt für das Orgelkonzert am folgenden Sonntag in der Domkirche eine Eintrittskarte. Für die Stadtökumene sprach Pastor Jörg Lüling von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Caritas-Direktorin Stefanie Rhein legte Pfarrer Rauch die Caritas in all ihren Bedeutungen ans Herz. Verwaltungsratsmitglied Andrea Krüger dankte Pfarrer Kern für seine seelsorgerische und administrative Vertretungstätigkeit in Lampertheim.
Gottfried Senftner vom Verwaltungsrat moderierte die Begrüßungsrunde in heiterer Weise, deren offizieller Teil mit einem Gesangvortrag der Ordensschwestern aus Groß-Zimmern endete.Hannelore Nowacki