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Sa., 05. Oktober 2013, 10:02 Uhr
Peter Gutschalk mit Solo-Kabarett-Theaterstück im ausverkauften Meutekeller
„Ich wär soo gern in Held“ – der Funke sprang sofort über
„Ich wär sooo gern in Held“ von und mit Peter Gutschalk vom „Schlappschnut-Theater“ hatte am Freitagabend im „Meutekeller“ erfolgreich Premiere. Das begeisterte Publikum belohnte den Künstler mit viel Applaus, Lachen und einem persönlichen Draht zur Bühne. Foto: Hannelore Nowacki
NEUSCHLOSS/LAMPERTHEIM – Peter Gutschalk wäre so gerne ein Held, pardon, seine Bühnenfigur Norman Nobler träumte schon in der Kindheit davon ein Held zu sein und las die zielführende Heftchenliteratur. Doch es sollte noch dauern bis aus Norman ein Held werden konnte, ein Alltagsheld. Als „Superman“ kostümiert flog er am Freitagabend in den ausverkauften „Meutekeller“ ein und schlug im zunächst wenig heldenhaften Alltag auf - vom Publikum umgehend mit unbändiger Heiterkeit und sofortigem Applaus gefeiert. Im Premierenpublikum hatte Peter Gutschalk ein Gegenüber gefunden, das ihn sofort verstand, was den Künstler wiederum zu beflügeln schien. Die räumliche Nähe zueinander im „Meutekeller“, der voll besetzt genau fünfzig Zuschauer fasst, macht den Künstler auf der kleinen Bühne direkt erfahrbar, auch die Schweißperlen auf seiner Stirn sieht man im Licht glitzern und wenn „Superman“ seinen roten Umhang schwingt wie ein Torero vor dem Stier, dann weht ein Wind. In dieser einzigartigen Atmosphäre gedeiht die Stimmung, wenn ein Künstler wie Peter Gutschalk die Verbindung zum Publikum knüpft.
Sein unterhaltsames Solo-Kabarett-Theaterstück „Ich wär soo gern in Held“ kam an, was er zu sagen hatte, war häufig mitten aus dem Leben gegriffen, witzig und einfallsreich, manchmal auch ernst. Gedanken zu Gesellschaft und Politik formten sich mit Parodien und komödiantischem Charme zu einem zweieinhalbstündigen Gesamtkunstwerk, das die Lacher auf seiner Seite hatte. Auch an einer „Message“ fehlte es nicht. Zu den Überraschungseffekten gehörten die musikalischen Einlagen - Rock-Heroen der Vergangenheit ließ er wiederauferstehen. Politisch pointierte Meinungen rundete er mundartlich ab, mit einer kleinen Schärfe im Abgang. Von einem Augenblick zum anderen wird er ein völlig anderer, verkörpert Gestalten wie die Kumpels Chris und Robert, auch den Pfälzer „Ginder“ lernt das Publikum kennen. Schließlich kommt noch der Onkel Heinz vor.
Die Zuschauer lernten ihn als arbeitslosen und geschiedenen Norman Nobler kennen, der in Singlebörsen das Angebot als „Jägermeister“ durchforstet und zumindest beim E-Mail-Empfang von einer freundlichen Frauenstimme immer wieder hört „Norman, du hast Post“. Peter Gutschalk war auch er selbst, so ein ganz besonderes Blitzen liegt dann in seinem Blick. Am Schluss dankte Peter Gutschalk dem Publikum und lud zum Dableiben ein. Denn im Gastraum des „Meutekellers“ gleich nebenan stand das Thekenteam des Neuschlösser Vereins „Die Meute“ für den gemütlichen Ausklang des späten Abends bereit. Für die Vorstellung am 12. Oktober im „Meutekeller“ sind noch Restkarten zu haben (Telefon 06206/13403).