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  • Fr., 06. Juli 2018, 09:45 Uhr
    Temporäres Blütenparadies mit vielen Ideen für den Garten zuhause

    Im Garten auf dem Europaplatz ist die Natur lebendig

    Bürgermeister Gottfried Störmer (links), Hans-Jürgen Schuster und Sabine Vilgis weihten den temporären Garten auf dem Europaplatz ein. Foto: Hannelore Nowack


    LAMPERTHEIM – Das kleine Gartenparadies auf dem Europaplatz in seiner vollen Pracht wurde am Donnerstagmorgen offiziell durch Bürgermeister Gottfried Störmer im Beisein der beteiligten Experten Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste der Stadt Lampertheim, und Hans-Jürgen Schuster von Floristik Schuster eröffnet. Die Hummeln und Bienen, die gerne auf Lavendel fliegen und die bunten Schmetterlinge, die von den lilafarbenen Blütenrispen des Sommerflieders naschten und auch den Sonnenhut und den Salbei nicht verschmähten, waren ganz ohne Einladung gekommen. Sie hatten nur schnell herausgefunden, dass auf dem Europaplatz neuerdings einiges geboten ist. Ein dekorativer Steinhaufen lädt Eidechsen und andere Wärme liebenden Tierchen zum Sonnenbaden ein, altes Holz könnte Unterschlupf für alle möglichen Krabbeltiere werden. Bürgermeister Störmer dankte beiden für die Schaffung dieses „Kleinods“, das sie der Lampertheimer Bevölkerung „schenken“. Schon den Aufbau habe er mit großer Freude gesehen. Sie sei schon danach gefragt worden, berichtete Vilgis, das zeige ihr das Interesse. Jedes Jahr geht es um ein Thema, diesmal sind es die geflügelten Gartenbewohner wie Falter, Hummeln und Bienen. Durch die Vielfalt der Bepflanzung und Gestaltung mit Holz, Steinen und Wiese werde eine Biodiversität geschaffen, die Anregungen für den Garten zuhause geben könne. Auf den Schildern stehen die deutschen Pflanzennamen und die botanischen Bezeichnungen, die bei der Beschaffung der Pflanzen helfen. Als gärtnerischen Glanzpunkt bezeichnete Vilgis die bepflanzten Kugeln der Passionsblume. Besonders vorsichtig hatte Schuster die langen Ausläufer der „Schwarzäugigen Susanne“ zur Säule aufgefädelt, die zarten Ranken nicht brechen. Rote kleine Nelken, gelbe Husarenknöpfe und die kleine weiß blühende Asternart Erigeron zieren den temporären Garten mit dem Insektenhotel Marke Eigenbau als Blickfang für Mensch und mögliche Bewohner. Beispielhaft zeige dieser zeitlich bis zur Kerwe begrenzte Garten, dass ein solch lebendiger Garten einfach zu gestalten sei, betonte Vilgis. Allerdings sei der wenige Regen am Vorabend für die Bäume in der Stadt wie ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Nur zwei Liter auf den Quadratmeter habe es geregnet, wusste Schuster, und das nicht einmal überall in Lampertheim. Vilgis sieht die städtischen Bäume durch die lange Trockenzeit in Gefahr und ruft alle Lampertheimer auf, die einen Straßenbaum in ihrer Nähe haben, diesen am besten zweimal in der Woche mit jeweils 60 bis 80 Liter Wasser zu versorgen, um ein Absterben zu verhindern.

    Wasser für die Straßenbäume – Hilfe der Anwohner wichtig

    Lampertheim als grüne Stadt ist in dieser Trockenzeit auf die Hilfe von Anwohnern und Grünpaten angewiesen, die mit der Bewässerung von Anpflanzungen in ihrer Nähe die Stadtgärtner der Technischen Betriebsdienste unterstützen können, die bereits einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit dem Bewässern der städtischen Grünflächen beschäftigt sind. Bäume brauchen die Menge von 60 bis 80 Litern möglichst zweimal wöchentlich und auf einmal, sonst kommt das Wasser nicht bis zu den Wurzeln, erläuterte die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Vilgis. Besonders junge Bäume sind bei Trockenheit sehr gefährdet. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich bei der Grünflächenplanung (Telefon 94990-26 oder -27) melden und Informationsmaterial anfordern. Am Beispiel einer hundert Jahre alten Buche mit mehr als 600.000 Blättern verdeutlichte Vilgis die Leistung des Baums, der durch seine Sauerstoffproduktion zehn Menschen versorgen kann, aus der Luft Staub und schädliche Stoffen filtert und das Stadtklima verbessert. Würde ein solcher Baum mit einem Kronendurchmesser von zwölf Metern gefällt oder absterben, müsste man um Ausgleich etwa 2000 junge Bäume pflanzen, mit geschätzten Kosten von etwa 150.000 Euro. Hannelore Nowacki

    Von allen Seiten bietet der temporäre Garten schöne Ansichten. Viele geflügelte Besucher naschen hier Blütennektar. Foto: Hannelore Nowacki


     

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