„Kunst im Rathaus“ – Bilderausstellung von Michael Öffler bis zum 6. September
Im Glanz von Edelstahl und Farbe
Bürgermeister Felix Kusicka eröffnete die Bilderausstellung, die der Künstler mit einer wohltätigen Versteigerung verbindet. Im Glanz von Edelstahl und Farbe und großformatiger Leinwand drückt sich Michael Öffler (rechts) als „Thematischer Wanddekorateur“ künstlerisch aus. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Michael Öffler hat zu seiner Kunst einen persönlichen und praktischen Bezug, wenn er sich als „Thematischer Wanddekorateur“ bezeichnet – ein selbstgewählter Titel, der wohl als Alleinstellungsmerkmal gelten darf. Öfflers Bilder auf Edelstahl sind bereits glanzvoll harmonisch der Bildwirkung entsprechend gerahmt und dank Lackierung abwaschbar, der Käufer hat also keine Mühe mehr einen passenden Rahmen zu finden und das Bild zu pflegen. Die großformatigen Bilder mit kräftigen Acrylfarben auf Leinwand sind sich selbst genug, einen Rahmen vermisst man nicht. In der Reihe „Kunst im Rathaus“ begrüßte Bürgermeister Felix Kusicka zur Vernissage am Mittwochabend den Künstler und zahlreiche Gäste. Wie die Vita den Künstler zur Kunst geführt hat, nannte Bürgermeister Kusicka „beeindruckend“. Ein Schicksalsschlag war es, der Michael Öffler in jungen Jahren bei einem Einsatz seines SEK-Kommandos aus der Karrierebahn bei der Polizei geworfen hatte, schwer verletzt wurde er und musste erst wieder gehen lernen. In den Ruhestand versetzt, begann Öffler vier Jahre später als Autodidakt mit der Malerei und begeisterte mit seiner neuen Stilrichtung die halbe Welt. Brillante Farben, gelackter Hochglanz auf Edelstahl und großformatige Farbexplosionen auf Leinwand verbindet Öffler mit einer besonderen Sinngebung, die sich in den Bildtiteln und mehr noch in den begleitenden Texten widerspiegeln. Mit seinen Bildern zwischen Abstraktion und figürlicher Darstellung will Öffler gesellschaftliche und soziale Themen kritisch und zum Handeln auffordernd darstellen.
Ausstellungen und Kunstmessen führten ihn in zahlreiche Länder Europas, von Frankfurt bis nach New York, von Tokio und bis in die Vereinigten Arabischen Emirate. „Da fehlte eigentlich nur noch Biblis“, merkte Bürgermeister Kusicka an. Über den früheren SEK-Mann und Schützer vieler höchst prominenter Personen, der sich zum Künstler entwickelte, haben Presse und Rundfunk schon viel berichtet, wie seine Kurzbiografie und mitgebrachte Zeitungsartikel zeigten. Etwa dreißig Bilder sind im Rathaus bis ins zweite Obergeschoss im Treppenhaus zu den üblichen Öffnungszeiten bis zum 6. September zu sehen. Ein „Benefizbild“ zum Thema „Aufschwung“ könne ersteigert werden, erklärte Öffler, das Anfangsgebot sei 300 Euro. Der Erlös soll einem sozialen Zweck in Biblis zugutekommen, über den die Gemeinde selbst entscheide. Hannelore Nowacki