Anpacken mit den Händen, so macht es den Rotariern Spaß, wie Edgar Exle (rechts) und Gottfried Störmer beim Einpflanzen des jungen Walnussbäumchens vorführten. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – 40 Jahre Rotary Club Lampertheim.Aber wie feiert man ein solches Jubiläum in der Coronazeit? Am besten mit einer Aktion im Freien, die zugleichmit Außenwirkung zeigt, worauf es den Mitgliedern des Rotary Clubs ankommt, dachten sich der amtierende Rotary-Präsident und Bürgermeister Gottfried Störmer und Edgar Exle. Am Freitagmittag bekam daher der Rotary-Hain auf dem Gelände des alten Stadtfriedhofs am Stadtpark Zuwachs. Ein noch unscheinbares Stämmchen grub Exle in den Boden ein, assistiert von Störmer mit dem Zierspaten. Ein stattlicher Walnussbaum soll daraus werden. In drei Jahren rechnet Exle mit dem Ansatz der Krone. Damit es dem Bäumchen gut geht, goss er einen ordentlichen Schluck Wasser ins Pflanzloch, außerdem kam ein Guss von oben aus den schweren Wolken zu Hilfe. Das Stämmchen hat eine Geschichte, die 2017 begann, als Exles alter Walnussbaum im Garten im Alter von 90 Jahren durch Hitze und Dürre abgestorben war, aber drei Sämlinge in die Welt gesetzt hatte, die sich unter Exles Pflege gut entwickelten. Wie bei den anderen 39 Bäumen im Rotary Hain, werden die Stadtgärtner der Technischen Betriebsdienste den Stamm stützen, eine weite Manschette legen, ein Bewässerungsrohr installieren und mit weißer Farbe die Überhitzung des Stämmchens verhindern. So wie sie es bei den anderen Bäumen tun, die sie schon über die Jahre versorgt haben. Zum 25-jährigen Club-Jubiläum 2006 hatten die Rotarier 25 Bäume gepflanzt, von denen viele bereits zu prächtigen Bäumen herangewachsen sind. Zierkirsche, Amber, Flügelnuss und weitere Baumarten sind vertreten, einige Ulmen gedeihen im Rotary-Hain. In Europa sei die Ulme vom Aussterben bedroht, 2019 wurde die Ulme Baum des Jahres. Exle erklärte zur Ulme weiter, dass es von ihr heiße, sie sei Wohnort für Feen und Waldgeister, zudem auch Symbol für Trauer und Tod, was für diesen Standort auf dem alten Stadtfriedhof spreche. Auch sei sie Schutzbaum für landwirtschaftliche Höfe. Zierkirsche, Amber, Flügelnuss und weitere Baumarten bereichern den Rotary-Hain, den die fleißigen Freizeit-Handarbeiter des Rotary Clubs durch angelegte Wege mit Felsenkies und Randsteinen für Spaziergänger erschlossen haben. Über 15 Tonnen Erde habe man in Handarbeit beim Wegebau 2014 bewegt, berichtete Störmer. An mehreren Wochenenden hatten sie an diesem „hands-on-Projekt“ gearbeitet. Dieses miteinander Arbeiten diene zugleich der Freundschaft, erzählte Störmer. Und es macht ganz offensichtlich Spaß, wie auch am Freitag zu sehen war. Vom angelegten Rondell soll der Weg weitergeführt werden, in Planung sei in Zusammenarbeit mit der Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis und Azubis dort eine Steinbank. Von einer „Win-Win-Win-Situation sprach Störmer, vom Nutzen des Rotary-Hains für die Bürger, die Rotarier und die Stadt. Hinsetzen und entspannen, empfiehlt Störmer den Besuchern. Von einem weiteren nachhaltigen Projekt berichtete Störmer - der vor zwölf Jahren von den Rotariern geschaffene Demenzgarten im Dietrich-Bonhoeffer-Haus sei eine großartige Sache gewesen und werde noch heute genutzt. Hannelore Nowacki