Mi., 19.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Fr., 23. Februar 2024, 07:40 Uhr
    ERBE VERPFLICHTET: Stadt Lampertheim ruft Alfred-Delp-Preis für Freiheit und Demokratie ins Leben

    Im Sinne Alfred Delps dauerhaft ein Zeichen für Freiheit und Demokratie setzen

    Im Sitzungssaal des Stadthauses stellte Bürgermeister Gottfried Störmer den neu geschaffenen Alfred-Delp-Preis der Stadt Lampertheim vor. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Vieles ist im Wandel, doch nicht zum Besten was Freiheit und Demokratie angeht. In Lampertheim hatte sich bereits im vergangenen Jahr im Mai der Magistrat Gedanken dazu gemacht und einen einstimmigen Beschluss gefasst: Die Stadt Lampertheim stiftet den Alfred-Delp-Preis für Freiheit und Demokratie, der das besondere Andenken des Lampertheimer Ehrenbürgers und Widerstandkämpfers Pater Alfred Delp bewahrt und würdigt und zugleich auf kommunaler, bürgernaher Ebene den Werten, die Pater Alfred Delp in seinem kurzen Leben vertrat, mit einem zivilgesellschaftlichen Ansatz Aufmerksamkeit und Geltung zu verschaffen. Die Stadt Lampertheim will Handeln in Alfred Delps Sinn, das heißt für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ehren.

    Die Stadt habe sich diese Aufgabe in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Gemeinwesenarbeit und Bürgerschaft auferlegt, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer bei der Vorstellung des Alfred-Delp-Preises am Donnerstagvormittag und erklärte: „Der Alfred-Delp-Preis ist für mich als Bürgermeister gerade in der heutigen Zeit, in der so viel über Politikverdruss zu hören ist, eine konsequente und zielgerichtete Antwort und damit ein dauerhaftes Instrument für die Unterstützung unserer parlamentarischen Demokratie und die Stärkung unserer Rechtsstaatlichkeit“.

    Das zivilgesellschaftliche Alfred-Delp-Gremium wurde beauftragt mit den Vorbereitungen für die Vergabe, die fachliche Beratung und die Auswahl der Preisträger. Als Preisträger kommen Personen, Vereinigungen, Vereine, Initiativen oder Aktionsgruppen in Frage, die in ihrem Wirken der Haltung, dem Handeln und Denken Alfred Delps entsprechen. Beispielhaft werden Zitate Alfred Delps genannt wie dieses: „Wenn durch einen Menschen mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt“. Fritz Delp, Pfarrer im Ruhestand, ist als Familienmitglied zum Alfred-Delp-Gremium gekommen, als die Entscheidung bereits getroffen war, wie er berichtete. Seine Meinung zu Widerstand und Demokratie: „Die Stunde des Widerstands ist dann gegeben, wenn man gefährliche Entwicklungen sieht“. Die Demokratie müsse geschützt und gewagt werden.  

    Joachim Gauck erster Preisträger 
    Das Alfred-Delp-Gremium hat als ersten Preisträger Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., ausgewählt, der den Alfred-Delp-Preis in Ansehung seiner Lebensleistung und seines Lebensweges erhält. Unermüdlich stelle sich Gauck den Gefahren der Demokratie entgegen, um unbeirrt voller Hoffnung dazu beizutragen, dass die Demokratie bei allen notwendigen Veränderungen dennoch „zukunftsfest“ bleibt. Da Alfred Delp mit seinem Wirken nationale Strahlkraft habe, wie Bürgermeister Störmer erläuterte, sollen die Preisträger bewusst auch auf nationaler Ebene gesucht werden. Die Preisverleihung findet zum Geburtstag Alfred Delps am 15. September 2024 in der St.-Andreas-Kirche mit geladenen Gästen statt. Erster Stadtrat Marius Schmidt wies darauf hin, dass dies auch der Internationale Tag der Demokratie sei. Für die Preisträger wird eine Plakette mit einem Relief Alfred Delps und Beschriftung künstlerisch gestaltet. Der Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt unter der Leitung von Rolf Hecher und Stadtarchivarin Carmen Daramus übernimmt federführend die Organisation und Ausführung. 

    Alfred Delps Strahlkraft 
    Vor 79 Jahren wurde Jesuitenpater Alfred Delp wegen Landes- und Hochverrats von der Hitler-Justiz in Berlin-Plötzensee gehängt. Der Nazi-Diktatur hatte er sich nicht gebeugt, war für die Liebe zu den Menschen eingetreten, hatte Pläne für eine soziale Gesellschaft nach dem Krieg und dem Ende der Diktatur und arbeitete im „Kreisauer Kreis“ mit anderen Gleichgesinnten im zivilen Widerstand zusammen. In Lampertheim ist er geboren und aufgewachsen, am Haus am Europaplatz, in dem er eine Zeitlang lebte, erinnert ein Stolperstein und eine Gedenktafel an ihn. Prediger und Seelsorger war er in München, Römischer Doktor der Philosophie und war bis zu deren Verbot durch die Nazis im Redaktionsteam der Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“. Mit seinen Vorträgen zu Themen der Seelsorge und kirchlichen Soziallehre wirkte er in ganz Deutschland. 

    Das Alfred-Delp-Gremium
    Im Alfred-Delp-Gremium sind als Vertreter der Stadt Lampertheim Bürgermeister Störmer und Erster Stadtrat Marius Schmidt und der Fachbereich 40 für Organisation und Verwaltung. Für die Bürgerstiftung ist der Vorsitzende Erich Maier, für die Alfred-Delp-Gesellschaft Mannheim, der Vorsitzende Dr. Peter Kern und für die Kirchengemeinde St. Andreas Pfarrer Christian Rauch Mitglied des Gremiums. Für die Alfred-Delp-Schule ist Konrektorin Petra Popp im Gremium tätig. 

    Hannelore Nowacki


    Im Sitzungssaal des Stadthauses stellte Bürgermeister Gottfried Störmer den neu geschaffenen Alfred-Delp-Preis der Stadt Lampertheim vor. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

     

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2