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  • Mo., 01. Juni 2020, 14:40 Uhr
    BÜRGERKAMMER NEUSCHLOSS: Gremium wiedergewählt  / L 3110 - Stadtverwaltung präsentiert Behelfslösung während Vollsperrung

    Im Sommer über Feldwege zum Ziel

    Die L 3110 durch Neuschloß wird in den Sommerferien gesperrt. Einwohner und andere Berechtigte können auf Feldwegen zum Ziel kommen. Archivfoto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM/NEUSCHLOSS – In der Coronakrise ist vieles anders, deshalb fand die Sitzung der Bürgerkammer Neuschloß nicht wie gewohnt im Neuschlösser Bürgersaal statt. Aber eines ändert sich nicht: Die neue Bürgerkammer arbeitet in der bisherigen Zusammensetzung in 3. Wahlperiode weiter, die wegen der Kommunalwahl am 14. März 2021 nur ein Jahr statt zwei Jahre dauert. In dieser konstituierenden Sitzung stellten sich die Mitglieder vor, die das Führungsgremium per Handzeichen wählten, nachdem keine geheime Wahl gewünscht war. Keine Überraschung: Nachdem sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 6. März keine neuen Bewerber als Mitglieder für die Bürgerkammer gemeldet hatten, finden laut Satzung der Bürgerkammer keine Wahlen im Stadtteil statt. Vorsitzende Carola Biehal meinte zu diesem Ergebnis: „Dann haben wir wohl alles richtig gemacht“. Das bisherige Führungsteam wurde einstimmig wiedergewählt, bei insgesamt nur zwei Enthaltungen. Gegenkandidaten hatten sich für die Posten nicht gemeldet. Stellvertretender Vorsitzender ist Helmut Kemnitzer, Pressesprecher Michael Bayer, Schriftführerin ist Gitte Weidenauer, stellvertretende Schriftführerin ist Sonja Hilbert, als Beisitzer wurde Heinz Rupprecht wiedergewählt. Nach dem Applaus sagte die bisherige und neue Vorsitzende rückblickend: „Es macht Spaß, aber manchmal ist es auch zermürbend“. 

    Sperrung der L 3110 in den Sommerferien

    Auf der Tagesordnung standen mit dem Umbau der Bushaltestelle „Neuschloß Ort“ und der Sanierung der L 3110  durch Hessen Mobil brisante Themen auf der Tagesordnung, die im Vorfeld viel Wirbel ausgelöst hatten. Vorsitzende Carola Biehal stellte zu Beginn der Sitzung verwundert fest, dass nur wenige Zuschauer gekommen waren. Für die sechs Zuschauer waren Plätze auf der Bühne mit viel Abstand vorgesehen, während die Mitglieder der Bürgerkammer und die beiden Gäste aus der Stadtverwaltung, Erster Stadtrat Jens Klingler und Fachbereichsleiter Uwe Becher in raumgreifender Runde entsprechend der Corona-Regeln mit Abstand den Saal ausfüllten. Die Vollsperrung der L 3110 zwischen Neuschloß und Kernstadt in den Sommerferien ab 5. Juli über sechs Wochen hätte für die Einwohner des Stadtteils sowie die Kita-Mitarbeiter und Eltern der betreuten Kinder lange Umleitungswege bedeutet, das hatte für Unmut und Kritik an der Stadtverwaltung gesorgt. Fachbereichsleiter Becher, bei der Stadtverwaltung zuständig für Verkehr, Sicherheit und Ordnung, präsentierte für diesen Personenkreis eine Verkehrslösung über Feldwege, die befahren werden dürfen, sofern die  Ausnahmegenehmigung bei der Stadt Lampertheim beantragt und genehmigt wurde. Der grüne Ausweis gehöre hinter die Windschutzscheibe. Das Formular könne von der Homepage der Stadt Lampertheim heruntergeladen werden. Einzureichen sei eine Fahrzeugschein-Kopie. Alle anderen Verkehrsteilnehmer ohne diese Berechtigung müssen die ausgewiesenen Umleitungsstrecken nehmen, da die Feldwege nicht für das übliche Verkehrsaufkommen von über 8.000 Fahrzeugen täglich geeignet seien. Eine Alternative gebe es nicht. Bei der Begegnung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen sei gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Becher wies darauf hin, dass Hessen Mobil an der Vollsperrung aus bautechnischen Gründen und wegen der Arbeitssicherheit festgehalten hatte. Im Gespräch mit Hessen Forst habe sich ergeben, dass die Waldwege nicht für den Verkehr geeignet seien. Die Sanierung der L 3110 wird in drei Bauabschnitten durchgeführt. Die Behelfsstrecke über die Feldwege werde ertüchtigt, über die Verlängerung vom Tannenweg bis zum Schwarzen Weg und Kreisel am Hundeplatz. Biehal begrüßte, dass es mit Schwarzen Weg geklappt habe. Im letzten Bauabschnitt sei das Gasthaus am Ende von Neuschloß wieder anfahrbar. Der Waldfriedhof werde durchweg erreichbar sein, betonte Becher. Auch die beiden Radwege werden saniert, jedoch nicht zeitgleich, sodass immer ein Weg befahrbar sei. Einen Baustellenfahrplan für die Buslinien 644 und 602 werde rechtzeitig bekanntgegeben, bislang gebe es noch keine Rückmeldung. Die Linie 644 könnte eventuell im Pendelverkehr an Hüttenfeld anschließen. Mit Ruftaxi könnte man zum Kreiskrankenhaus gelangen. Zum Sachstand der Planungen für den geplanten barrierefreien Umbau der Bushaltestelle erläuterte Becher die Umstände, die das Projekt verzögert haben. Die lange Geschichte beginne im September 2018, als die Fördermittel zugunsten des Kreisels umgeschichtet wurden, berichtete Biehal. Die nächsten Fördermittel wurden 2019 erwartet - mittlerweile sei das für den normalen Bürger nicht mehr nachvollziehbar. Becher erklärte, dass neue  Bodenuntersuchungen und eine Fahrbahnverbreiterung die Kosten von ursprünglich 150.000 Euro auf  260.000 Euro steigen ließen, entsprechend seien die Förderanträge an Hessen Mobil mehrfach angepasst worden. Förderfähig seien bis zu 80 Prozent. Die Ausschreibung erfolge sobald der Förderbescheid vorliege. Klingler ergänzte, dass der dritte Förderantrag an Hessen Mobil am Vortrag unterschrieben wurde. Zur Kassenlage durch die Coronakrise meinte Klingler, dass in fünf Jahren wieder der Zustand wie 2019 erreicht werde. Hannelore Nowacki

     
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