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  • Do., 27. Mai 2021, 18:19 Uhr
    Lampertheim: Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften besonders von Corona betroffen

    Impftag für Geflüchtete in der Hans-Pfeiffer-Halle 

    Erster Stadtrat Marius Schmidt (links) und Kreisbeigeordneter und Gemeindedienstbeauftragter Karsten Krug ließen sich von Susanne Reimund in einer der drei Impfkabinen die vorbereiteten Impfspritzen zeigen, die innerhalb von drei Stunden verimpft sein müssen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Auch im Kreis Bergstraße und in Lampertheim war passiert, was in Gemeinschaftsunterkünften in Deutschland öfter vorkam – Bewohner hatten sich mit Corona angesteckt. Mehrere Menschen in einem Raum wohnend, Küche und Bad auf der Etage müssen miteinander geteilt werden, da fängt man sich leicht das Virus ein. Nachzulesen sind die Zahlen in den Statistiken. Mit einer Impfung kann gegengesteuert werden und wenn der Impfstoff von Johnson & Johnson verfügbar ist, wie es jetzt gerade für die dezentralen Impftage für Geflüchtete in Bensheim, Lampertheim und Heppenheim der Fall war, wird es für alle Beteiligten sehr viel einfacher – denn der volle Impfschutz wird schon mit einer einzigen Injektion erreicht und es muss kein zweiter Termin organisiert werden. 

    Am Mittwoch wurde das Foyer der Hans-Pfeiffer-Halle mit Hilfe des städtischen Bauhofs in ein Impfzentrum mit drei Impf- und Beratungskabinen verwandelt. Vor Ort war ein Impfteam mit Arzt vom Kreis Bergstraße, ein Team vom Deutschen Roten Kreuz und freundliche Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, die am Eingang auch darauf achteten, dass man das Händedesinfizieren nicht vergisst. Flüchtlingsbetreuer vom Sozialamt waren als Ansprechpartner dabei. Sozialpädagoge Björn Weidner, beim Sozialamt als Flüchtlingsbetreuer tätig, war mit seinen Kollegen im Schichtsystem als Ansprechpartner vor Ort. Auf einem Tisch am Eingang waren Aufklärungspapiere in vielen Sprachen gestapelt, sortiert nach Sprachen wie Urdu, Kurmandschi, Tigrinya, Türkisch, Russisch, Englisch oder Französisch. Mehrere Übersetzer waren den Tag über bereit, ihren Landsleuten bei den Aufklärungsgesprächen zusätzlich in ihrer Sprache behilflich zu sein. 

    Gesamtgesellschaftlich wichtig
    Der Erste Stadtrat Marius Schmidt und Karsten Krug, der hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und zugleich Gemeindedienstbeauftragter des Kreises Bergstraße ist, hatten zu einem Pressetermin eingeladen, um der Öffentlichkeit zu erläutern, wie wichtig dieser Impftag gesamtgesellschaftlich ist und um klar zu machen, dass hier niemand bevorzugt mit Impfstoff versorgt wird. Jeder Corona-Ausbruch treibe die Inzidenz nach oben, daher komme es darauf an, dies mit präventiven Maßnahmen zu verhindern, erklärte Krug. Denn trotz der Hygieneregeln gebe es Ansteckungen, wenn viele Menschen zusammenkommen. Daher habe die Bundesregierung Bewohner solcher Gemeinschaftsunterkünfte der Impfkategorie II zugeordnet.

    „Das hilft uns allen“, betonte Krug. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, habe das Impfzentrum des Kreises die Durchführung dieser Impfaktion geplant. Die Stadt Lampertheim habe das Foyer zur Verfügung gestellt und die Vorarbeiten organisiert. Schmidt dankte auch Hallenwart Christian Bopp, der den ganzen Tag über Dienst tat. Den hoffentlich entspannten Sommer nahm Schmidt in den Blick, durch diese Impfaktionen könnten die Inzidenzziele erreicht werden. Aus verschiedenen Gründen sei es nicht einfach, alle Geflüchtete vom Nutzen dieser Impfung zu überzeugen, berichtete Krug. Wobei Sprachprobleme, religiöse und kulturelle Hintergründe eine Rolle spielten. Bedenken wegen Impfschäden gebe es vielfach, besonders jedoch bei Schwangeren. Nicht zuletzt hätten die Probleme mit dem Impfstoff von AstraZeneca zu allgemeinen Bedenken geführt. Zudem machten es kursierende abstruse Meldungen im Internet und Gerüchte über Abschiebungen nicht einfacher die Geflüchteten zu überzeugen. 

    Dass sich zum Impftag in Lampertheim immerhin 63 Geflüchtete angemeldet hatten, sehen Krug und Schmidt unter diesen Bedingungen als Erfolg an. Die Kreisverwaltung  hatte 500 Impfberechtigte im gesamten Kreis Bergstraße angeschrieben und etwa zur Hälfte Rückmeldungen erhalten. Susanne Reimund vom Bergsträßer Impfteam sorgte am Mittwoch dafür, dass stets genügend Spritzen aufgezogen waren, doch diese mussten innerhalb von drei Stunden verimpft werden. Auf ihrer Ersatzliste hatte sie Telefonnummern von Impfinteressenten, die sie anrufen konnte.   Hannelore Nowacki

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