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  • Di., 10. Mai 2022, 08:35 Uhr
    JUBILÄUM: 70 Jahre evangelische Pfadfinder vom Stamm Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz

    In der Chronik lesen, was 1949 bis 2019 geschah

    Die evangelischen Pfadfinder vom Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz haben ihr Heim bei der Lukasgemeinde in der Römerstraße 94 und sind auch mit der Martin-Luther-Gemeinde eng verbunden. An der Vorstellung der Chronik von 1949 bis 2019 nahmen teil (von links): Stammesgeschäftsführer und Chronist Jürgen Jakob, Bürgermeister Gottfried Störmer, Pfarrerin Kaja Kaiser, Stammesführer Daniel Lenz, Michael Kehl als Vertreter der Martin-Luther-Gemeinde, Rudi Dinges und Pfarrerin Sabine Sauerwein. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Genauer als die persönliche Erinnerung ist die 308 Seiten umfassende Chronik zum 70-jährigen Jubiläum der christlichen Pfadfinder vom Stamm Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, die nach jahrelanger Vorbereitungszeit der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auch ein Stück Heimatgeschichte ist mit der Chronik im Ablauf der Jahrzehnte durch vielfältige Berichte und über tausend Fotografien festgehalten. Die Chronik ist am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr im Stammesheim der Pfadfinder in der Römerstraße 94 hinten links für 40 Euro erhältlich. Der erfolgreiche Abschluss der Recherche mit lückenloser Erschließung verschiedener Quellen ist den jahrelangen Bemühungen vor allem von Jürgen Jakob und Rudi Dinges zu verdanken, die bei allen Rückschlägen durch defekte Festplatten und Computerpannen und zu allerletzt auch noch durch die Coronapandemie und wochenlange Papierknappheit der Druckerei ausgebremst wurden. Käuflich zu erwerben ist das gehaltvolle Buch für 40 Euro, ein Betrag, der die Produktionskosten nicht deckt und gedeckelt wurde. Spenden zum 70-jährigen Jubiläum werden für die Jugendarbeit, nicht für die Chronik verwendet, auf diesen Hinweis legen die Chronisten wert. Gedruckt wurden 200 Exemplare, von denen Bürgermeister Gottfried Störmer ein Exemplar für das Stadtarchiv erhielt und zwei Exemplare in den beiden Gemeindearchiven aufbewahrt werden. Die sehr gute Quellenlage speist sich aus zahlreichen Dokumenten und Berichten, die eifrige Schreiber über Jahrzehnte angefertigt hatten, sowie aus der Zeitschrift „Leinen los“, die in 10-Jahres-Büchern gebunden vorliegt.  Dieser Schatz an Informationen einschließlich früherer Jahrbücher wurde über Monate ausgewertet. Gewidmet ist die Chronik Marianne Steffan, verstorben 2021, und Erich Steffan, die Jürgen Jakob als „Eltern unseres Stammes“ bezeichnet und sich große Verdienste um den Stamm erworben haben. Die Pfadfinder als Jugendorganisation haben über die Jahrzehnte viel unternommen und erlebt, wie die Berichte erzählen. Fahrten in den Odenwald, ans Meer und ins Ausland haben die Pfadfinder unternommen, bei Oster- und Pfingstlagern wurde die Gemeinschaft mit allerlei Aktivitäten gepflegt. Als Ziel der Chronik nannte Jürgen Jakob den Zusammenhalt zu festigen und zu zeigen, was in 70 Jahren geleistet wurde. Die Pfadfinder seien breit aufgestellt, 26 Leute kommen nach der Coronakrise zu den Treffen. In der Coronazeit habe man vieles im Freien überbrücken können. Bürgermeister Störmer nannte die Chronik „eine tolle Arbeit“, die aus dem besteht, was die Pfadfinder erlebt haben. Als Bürgermeister freue ihn, dass die Pfadfinder in das Gemeinwesen hineinwirken und mit der Stadt eng verbunden sind. In Erinnerung und abgebildet sind unter anderem die Jurte mit Stockbrotbacken über offenem Feuer beim Weihnachtsmarkt und die Jurte im Pfarrgarten beim Familientag der Martin-Luther-Gemeinde an Christi Himmelfahrt. Darauf wies Michael Kehl hin. Pfarrerin Sabine Sauerwein betonte, dass die Kirchengemeinde von der Zusammenarbeit profitiere. Die reifer gewordene Jugend ist in der Älterenschaft organisiert und freut sich über die traditionellen Treffen am 1. Mai im Wald in der Willy-Raiß-Hütte und zur Waldweihnacht. Der Chronik sind viele interessante Hinweise zu entnehmen, die einen Eindruck der jeweiligen Zeit vermitteln. So war 1961 im Biedensand noch Zelten möglich. Erst 1972 wurden Mädchen aufgenommen, was ab 1973 offiziell geschah, jedoch blieben die Mädchen anfänglich strikt getrennt in eigenen Sippen. Zum Zeitpunkt der Gründung 1949 waren 25 Jungen als Neulinge und Knappen bei den Pfadfindern. Jungen und Mädchen sind eingeladen bei den Pfadfindern mitzumachen, wobei die Konfession keine Rolle spielt. In der Chronik ist auch nachzulesen, wie die evangelischen Pfadfinder in Lampertheim zu ihrem kurfürstlichen Namen kamen. Die Chronik ist am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr im Stammesheim der Pfadfinder in der Römerstraße 94 hinten links für 40 Euro erhältlich.   Hannelore Nowacki

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