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  • Do., 12. November 2020, 10:33 Uhr
    Anwohner wollen endlich Lösung von der Politik / Tempo 30 eher selten eingehalten

    In der Magnusstraße rast der Verkehr 

    Stefan Göttle möchte die Anwohner zum Austausch anregen und hat dafür eine E-Mail-Adresse angelegt: magnusstrasse.buerstadt@gmail.com. Auch Nachbar Florian Schneider wünscht sich in der Magnusstraße höchstens Tempo 30. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Tempo 30 ist in der Magnusstraße vorgeschrieben, doch die meisten Autofahrer haben es eilig und geben ordentlich Gas. So erleben die Anwohner den Verkehr vor ihrer Haustüre am Tag und in der Nacht. Für Kinder ist diese innerstädtische Raserei besonders gefährlich finden Stefan Göttle und sein Nachbar Florian Schneider, der gegenüber wohnt. Gedanken machen sie die beiden um die Sicherheit der Schulkinder, die hier zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad unterwegs sind, und um Anwohnerkinder, die ganz schnell unter die Räder kommen könnten. Unerträglich sei zudem der Lärm beim Beschleunigen und hoher Geschwindigkeit. Auf eigene Kosten ohne Zuschuss habe er sich Schallschutzfenster einbauen lassen, erzählt Göttle beim Gespräch mit dem TIP, das wegen Corona auf dem Gehsteig unter freiem Himmel stattfand. Was auch eine gute Gelegenheit bot, den Verkehrslärm und die gefahrenen Geschwindigkeiten auf sich wirken zu lassen. Eine Unterhaltung kann dabei durchaus einmal im Lärm untergehen. Etwas ausgebremst werden die Autofahrer am Tage nur im dichten Feierabendverkehr, der sich durch die eng bebaute Innenstadtstraße wälzt. Aber da gibt es doch eine pädagogische Geschwindigkeitsanzeige, die sich artig bedankt, wenn ein Autofahrer vorschriftsmäßig dahinrollt? „Diese Leuchtreklame hilft nicht“, weiß Schneider aus eigener Beobachtung. Sein Nachbar kann das nur frustriert bestätigen. Ärgerlich sei, dass diese Anlage Geschwindigkeiten über 40 km/h gar nicht anzeige. Eine Lösung müsse her und zwar bald. Dieser Meinung seien auch weitere Nachbarn, wissen die beiden aus Gesprächen. Ein Nachbar gegenüber winkt zustimmend. Göttle formuliert das Ziel: „Die Stadt Bürstadt soll nun endlich dafür sorgen, dass man sich in der Magnusstraße an die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hält. Auf welchem Weg
    auch immer“.  Ernsthafte Bemühungen und Handlungen erwartet Göttle, auch wenn ein ganzer Katalog von Maßnahmen gleichzeitig erfolgen müsse. Ein „weiter so“ könne und dürfe es nicht geben. Persönliche Gespräche und E-Mail-Korrespondenz habe es seit über vier Jahren mit der Stadtverwaltung gegeben – der erste Kontakt datiere vom 10. April 2016, der letzte vom Oktober dieses Jahres. Mit der Bürgermeisterin habe er am 30. September 2019 gesprochen. In diesen vier Jahren sei vielleicht zweimal geblitzt worden, eine Verkehrszählung mit Geschwindigkeitserfassung habe es auch gegeben. Mit dem Ergebnis - alles in Ordnung, man könne nichts machen. Nun will Göttle endlich den Stein ins Rollen bringen, die Politik zum Handeln aufrufen. Wenn Vertreter der Parteien sich an ihn wenden, würde er sich freuen, betont Göttle, der in der Magnusstraße aufgewachsen ist und seit wenigen Jahren wieder im elterlichen Anwesen wohnt. Zum besseren Austausch der Anwohner untereinander im Sinne eines Aktionsbündnisses hat Göttle eine E-Mail-Adresse angelegt: magnusstrasse.buerstadt@gmail.com. Hannelore Nowacki

     

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