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Fr., 06. Dezember 2019, 07:54 Uhr
„Kirche im Licht 2019“ – der besondere Gottesdienst zog viele Menschen an
In der Zeit der Wünsche und Hektik ein Lichtraum
„Kirche im Licht“ - der besondere Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael mit einzigartiger Lichtkunst und inspirierenden Wortbeiträgen hatte viele Besucher angezogen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Die „Kirche im Licht“ ist etwas ganz Besonderes in der Adventszeit, ein Ereignis, das alljährlich viele Besucher in die Pfarrkirche St. Michael zieht, wie auch am Mittwochabend. Prächtiger als der Abendhimmel und Mond über Bürstadt leuchteten die Sterne in der Pfarrkirche St. Michael am Mittwochabend, auch zeigte das Firmament an der hohen Kirchendecke mehrere Sonnen und ein Farbenspiel, das sich auf berührende Weise mit den vorgetragenen Worten, der zeitweiligen Stille und der Musik verband. Der Raum wurde Licht, die Säulen verwandelten sich mit den Farben, Muster und Strahlen huschten über die Besucher hinweg. Manchmal erloschen die Lichter und es wurde dunkel und sehr still im eben noch grandios strahlenden Lichtraum der barocken Pfarrkirche, deren bauliche Eigenheiten faszinierende Lichteindrücke vermittelten, und einem Hochaltar, der im wechselnden Licht die feierliche Stimmung beflügelte. Songs waren zu hören, die Sehnsucht, Hoffnung und Freude offenbarten - so muss es klingen, wenn Engel singen und das Leben preisen. Worte, die nachklingen durften, schwebten in den Raum, gesprochen von jungen Erwachsenen des Liturgie-Arbeitskreises. Jasmin Heiderich, Franziska Held, Simon Held, Franziska Hofmann und Anna Röß lasen Texte, die über das Jahr gesammelt und von Angela Rohatsch zusammengestellt wurden. „Zeit der Wünsche …“ war das übergreifende Thema in vielen Facetten des Lebens und der Adventszeit im Besonderen. Überall werden Begehrlichkeiten erweckt, hieß es. Wichtig sei dabei, „dass wir uns klar werden, was wir uns wünschen“, sagte die Stimme in die Dunkelheit hinein. Manche Wünsche aus dem tiefsten Innern betreffen nicht materielle Dinge, es gehe auch um den Wunsch, Gefühle zuzulassen, neue Wege zu suchen, Hemmnisse zu überwinden, sagen was einem wichtig ist, sich mit Vorschlägen einbringen, auch wenn diese vielleicht wenig Chancen zur Verwirklichung haben, mehr miteinander zu sprechen - und das alles gemeinsam zu tun. „All dies wünsche ich mir“, sagte die Stimme sehrbestimmt. Eine wundervolle Welt zeichnete sich ab, untermalt vom Song „What a wonderful World“. Für die Menschen, die Werte wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit leben, wurde Gott um Hilfe gebeten. Die vier Kerzen der Adventszeit erstrahlten, von Strahlern an die Säulen projiziert, erklärt mit den Worten: „Eine Kerze für die Freude, das Lachen und den Mut neue Wege zu gehen, für die Liebe, das Leben und das Vertrauen an jedem neuen Tag“. Am Schluss der Dank der Vortragenden an die Besucher, dass sie diesen besonderen Gottesdienst mit ihnen gefeiert haben – und ein begeisterter Applaus als Antwort. Pfarrer Peter Kern bedankte sich im Anschluss bei den beiden Lichtkünstlern. Die Spenden, die am Ausgang in die Körbchen fanden, kommen der Außenrenovierung der Kirche zugute. Seit 2004 haben Christian und Tobias Rohatsch die technische Leitung, Texte und Musik vereinen sie mit den computergestützten Lichtstimmungen zu einem inspirierenden Gesamtkunstwerk. Zwei Tage haben sie in der Kirche für die Installation verbracht. Nach dem einstündigen Gottesdienst konnten die Besucher noch eine weitere Stunde in der Kirche verbringen und die Lichteffekte auf sich wirken lassen, oder den Abend vor dem Pfarrzentrum beim adventlichen Markt mit heißen Getränken, Schmalzbroten und Waffeln, frisch gebacken von den Pfadfindern des Stammes Bruder Feuer, in gemütlicher Stehrunde ausklingen lassen. Für die festliche Stimmung sorgte die Jugend der Kirchenmusik unter der Leitung von Erik Althapp mit weihnachtlichen Melodien. Hannelore Nowacki