Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » In einem Jahr Bus nach Heppenheim Bahnhof und Krankenhaus
Mo., 15. Juni 2020, 15:18 Uhr
Kreisbeigeordneter Karsten Krug stellte Nahverkehrsplanentwurf vor
In einem Jahr Bus nach Heppenheim Bahnhof und Krankenhaus
Von Hüttenfeld nach Heppenheim – die lang ersehnte Busverbindung soll in einem Jahr Wirklichkeit werden. Foto: Hannelore Nowacki
HÜTTENFELD – Was sich die Hüttenfelder schon lange wünschen, kann im Juni nächsten Jahres Wirklichkeit werden – eine direkte Busverbindung zur Kreisstadt Heppenheim an den dortigen Bahnhof und zum Kreiskrankenhaus. Auf Einladung von Marius Schmidt, SPD-Fraktionsvorsitzender im Lampertheimer Stadtparlament und Vorsitzender der SPD Bergstraße, stellte der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD) im Foyer des Bürgerhauses den Entwurf des Nahverkehrsplans 2020 bis 2024 für das Anhörungsverfahren vor. Von Interesse waren bei diesem Treffen mitOrtsvorsteher Karl Heinz Berg und Lara Strubel,SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des Lampertheimer Fahrgastbeirates, vor allem die Lampertheimer Belange im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Schmidt wies darauf hin, dass die SPD dem Kreisbeigeordneten Krug vor etwa einem Jahr Ideen und Vorstellungen mit der Kernfrage Busverbindung nach Heppenheim über Hüttenfeld überreicht hatte, auch im Koalitionsvertrag mit der FDP im Jahr 2016 sei diese Verbindung vereinbart worden. Hüttenfeld entwickle sich zur Drehscheibe im ÖPNV. Auch eine Verbindung nach Lorsch sei gewünscht. Krug, beim Kreis Bergstraße für Verkehr und ÖPVN zuständig, hatte die gewünschten positiven Nachrichten mitgebracht. Strubel berichtete, dass sich der Fahrgastbeirat 2019 intensiv mit dem Nahverkehrsplan Bergstraße in einer Sondersitzung beschäftigt habe. Die Busverbindung nach Heppenheim sei „extrem nachgefragt“, auch bei Pendlern, die nach Darmstadt fahren. „Das ist ein Riesenzugewinn für unsere Stadt“, stellte sie fest. Der Nahverkehrsplan sei immer noch im Entwurfstadium, gab Krug zu bedenken. Als Verbesserung stellte Krug das Ziel für die Zukunft heraus, ein „halbwegs vernünftiges Angebot für mobilitätseingeschränkte Menschen“ anzubieten. Seit einer Woche sei der Nahverkehrsplan online. Bis 15. Juli können Städte und Gemeinden ihre Stellungnahme abgeben, auch bestehe für Bürger im Rahmen des Beteiligungsverfahrens die Möglichkeit sich ihre Meinung zu äußern. Von Anfang an sei die Bürgerbeteiligung umfassend gewesen. Die Kosten für Busverbindungen werden auf 8 Millionen Euro geschätzt, finanziert aus dem Landes- und Kreisbudget. Da das Landesbudget ab 2022 neu verhandelt werde, könne erst dann Klarheit darüber herrschen, welche Mittel dem Kreis zur Verfügung stehen. Die Busverbindung nach Heppenheim beim 2-Stunden-Konzept käme auf 500.000 Euro aus Landes- und Kreismittel, ganz ohne finanzielle Beteiligung der Kommunen. „Die Ampel steht auf Grün“, meinte Schmidt, für Lampertheim eine positive Bilanz ziehend. „Die Forderungen sind erfüllt“. Ortsvorsteher Berg zeigte sich zufrieden über das Erreichte. Gut sei mit Krug einen Ansprechpartner zu haben, der in der Sache etwas tue. Zuversichtlich sei er, dass etwas Positives herauskommen werde. An weiteren Wünschen mangelt es nicht, eine Linie nach Hemsbach wäre ein Wunschtraum, meinte Berg. Eine Potenzialanalyse habe jedoch ergeben, dass es mit knapp über 500 Fahrgästen für eine Busverbindung nicht reiche, teilte Krug mit, nötig seien 1.100 Personen. Krug stellte die Kategorien vor, nach denen die Maßnahmen umgesetzt oder geplant werden sollen. Vordringlicher Bedarf bestehe für eine neue Ruftaxi- oder Rufbuslinie Lorsch-Hüttenfeld mit Anschluss zur Linie 644 nach Viernheim, das heißt kurzfristig bis Juni 2021 mit geschätzten Gesamtkosten von 9.360 Euro umzusetzen oder zu initiieren. Mittelfristiger Bedarf bestehe für zwei zusätzlich Nachtfahrten der Linie 644 zwischen Lampertheim und Worms in Nächten von Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag und vor Wochenfeiertagen, unter Finanzierungsvorbehalt bis Dezember 2025 umzusetzen. Dies sei besonders von jungen Leuten gewünscht. In die Kategorie „Weiterer Bedarf“ fallen Verbindungen nach Mannheim-Schönau, nach Ludwigshafen zur BASF über Ikea/Scharhof, die spätestens im Rahmen der nächsten Fortschreibung des lokalen Nahverkehrsplans untersucht werden sollen. Ortsvorsteher Berg überreichte dem Kreisbeigeordneten Krug noch ein Schreiben, das er von der Sportgemeinde 1946 Hüttenfeld erhalten hatte, die um Prüfung für den Bau einer neuen Sporthalle im Stadtteil bittet. Krug will das Schreiben gerne an Landrat Christian Engelhardt weiterleiten, der als Schuldezernent auch für den Bau von Sporthallen zuständig ist. Der Vorsitzende der Sportgemeinde Bernd Ehret sieht in Hüttenfeld einen umtriebigen und dynamischen Ort, mit Aktivitäten im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich, die sich hauptsächlich im ausgebuchten Bürgerhaus abspielen. Hannelore Nowacki