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  • Di., 30. Januar 2018, 12:46 Uhr
    Katholische Arbeitnehmerbewegung Biblis feierte 50-jähriges Jubiläum

    In Nächstenliebe für alle offen

    Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden die langjährigen KAB-Mitglieder geehrt. Hannelore Nowacki


    BIBLIS – Seit 50 Jahren ist die Katholische Arbeitnehmerbewegung Biblis (KAB) mit ihrem Ortsverein aktiv. Am vergangenen Sonntag feierte die KAB mit Bürgern, ihren Mitgliedern, KAB-Ortsvereinen aus der Umgebung und zahlreichen Gästen aus dem öffentlichen Leben das 50-jährige Jubiläum im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Bartholomäus und der anschließenden Jubiläumsfeier im Bürgerzentrum. Pfarrer Ludger Reichert, Präses im KAB-Vorstand, und KAB-Bezirkspräses Pfarrer Norbert Eisert zelebrierten das Hochamt mit Eucharistiefeier gemeinsam mit  KAB-Mitgliedern. Nach der liturgischen Eröffnung sprach in der voll besetzten Kirche der KAB-Vorsitzende Georg Flörchinger zur Einführung: „Wir alle dürfen stolz sein auf diesen Festtag, heißt dies doch,  dass viele Frauen und Männer in diesen 50 Jahren ihr Engagement, ihre Arbeit, ihre Ausdauer, ihre Visionen und Träume miteinander geteilt und diesen langen Zeitabschnitt in unserer Pfarrgemeinde mitgeprägt haben“. In den Fürbitten, die Rosi Lauseker und Thomas Zimpfer im Wechsel sprachen, ging es um einen gerechten Lohn für die Arbeitnehmer, um die jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen und um alle, die keine Arbeit oder Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Auch für alle, die sich in Betriebsräten und Gewerkschaften engagieren, baten sie „Jesus, Zimmermann und Freund und der Arbeiter“ um Erhörung. Ebenso baten sie Jesus um Hilfe für alle, die auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Verfolgung sind. Für den KAB-Ortsverein wurde Jesus mit der Bitte angerufen, „dass sich immer wieder Menschen finden, die sich für die Belange der KAB einsetzen“. KAB-Bezirkspräses Pfarrer Eisert sprach in seiner Festrede über die Aufgaben der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und betonte: „Wir können nicht die Rezepte von vor 50 Jahren übernehmen, wir müssen uns der Zeit stellen“. In Anlehnung an Papst Franziskus sieht er den Auftrag der KAB zu „sehen, urteilen, handeln“, sich angesprochen fühlen von den Wunden der Kirche und zu helfen. Sein Aufruf an die KAB: „Ihr sollt das Salz der Erde sein“. Als Anliegen nannte Pfarrer Eisert Solidarität und Nächstenliebe, sich um Kinder und Jugendliche zu kümmern. Symbolisch sichtbar machten KAB-Mitglieder das Wirken der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Biblis mit „Werkzeugen“, die sie vor dem Altar zusammentrugen: Ein Wimpel für die Kinderfreizeit, die seit 1981 angeboten werden. Ein Akkuschrauber,  sinnbildlich für die arbeitende Bevölkerung und die angebotenen Bewerbungsseminare für junge Menschen. Das Gesangbuch „Gotteslob“ für Gottesdienste, auch für die KAB-Gottesdienste zum Friedenslicht, Gottesdienst im Grünen und Josefsmesse. Georg Flörchinger legte ein rotes Kinderkleidchen und Feuerwehrauto dazu als Zeichen für die Kleider- und Spielzeugbasare. Maria Kissel brachte die Suppenschüssel für den Hungersonntag und Doris Becker einen dicken Ordner für die Bildungsarbeit. Schließlich kam Resi Müller mit Brot und Wein. Nach dem Festgottesdienst waren die Mitglieder, Gäste und Freunde der KAB zur Jubiläumsfeier mit Sektempfang und anschließendem Imbiss im großen Saal des Bürgerzentrums eingeladen. Eine lange Reihe der Grußworte folgte der kurzen Begrüßung durch den KAB-Vorsitzenden Flörchinger. Bürgermeister Felix Kusicka knüpfte an die Entstehungsgeschichte der ersten christlich-sozialen Vereine vor über 150 Jahren an, die politische und gesellschaftliche Rechte für die Arbeiter einforderten. „Wir müssen weiter daran arbeiten“, mahnte Kusicka und sprach der KAB seine Anerkennung aus: „Es ist  gut, dass Sie über fünf Jahrzehnte in unserer Gemeinde Biblis gewirkt haben, Sie sind für mich eine Stimme“. Kusicka rief auf Flagge zu zeigen „für eine Gesellschaft, die miteinander lebt“. Landrat Christian Engelhardt ging vom Spruch aus „Arbeit ist das halbe Leben“, doch werde der Begriff Arbeit bei der KAB weiter gefasst – sich für Menschen einzusetzen, sie zu fördern in Eigenverantwortlichkeit und Erwerbstätigkeit, andererseits sich mit Nächstenliebe zu begegnen.

    Im Festgottesdienst hielt KAB-Bezirkspräses Pfarrer Norbert Eisert die Ansprache zum 50-jährigen KAB-Jubiläum. Hannelore Nowacki


    „Die KAB ist ein ganz wichtiger Teil des Lebens vor Ort“, hielt Engelhardt fest. Bundestagsabgeordneter Dr. Michael Meister (CDU) blickte zurück auf den Wandel von der Landwirtschafts- zur Industriegesellschaft, auf die Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit sozialer Marktwirtschaft, die auf die katholische Soziallehre zurückgehe. Als Antwort auf den Wandel sehe die Aufgabe der KAB im Blick nach vorne, in der Bildungsarbeit. Friedel Berg, seit 40 Jahren in der KAB engagiert, stellte die Arbeit des Ortsvereins seit der Gründung in Kürze vor, berichtete von der Bildungsarbeit und weiteren Aufgaben. „Die Katholische Arbeitnehmerbewegung ist eine Lebens- und Glaubensgemeinschaft, sich richtet sich gegen soziale Ungerechtigkeit und steht allen Hilfesuchenden als Partner zur Seite“. In seinem Kurzvortrag zur Frage „Wird die KAB als Sozialverband heute noch benötigt?“ kam der KAB-Diözesanvorsitzende Hans-Peter Greiner zum Ergebnis, dass die KAB insgesamt als Mitgestalterin von Gesetzen und Kirche einen schweren Stand habe, jedoch in Biblis entgegen dem bundesweiten Trend gut aufgestellt sei. Ein Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Ehrung der langjährigen Mitglieder. Hannelore Nowacki

    Information

    Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft in der KAB Biblis: Die Gründungsmitglieder Edmund Dörr, Adolf Ritzert und Theo Wetzel sowie Ruth Müller, Anna-Maria Ritzert, Katharina Stockmann und Helga Wetzel.

    40 Jahre: Marianne und Friedel Berg, Karoline Kaiser-Bitsch, Ursula und Werner Kissel, Theresia und Helmut Müller.

    25 Jahre: Petra und Jürgen Bauer, Herbert Reis.

     

     

     

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