HÖRGENUSS: Festliches Konzert der KKM Biblis in St. Bartholomäus
In Stille genießen
Sowohl die aktiven als auch die passiven Mitglieder wurden durch die KKM geehrt. Foto: oh
BIBLIS – Es ist mucksmäuschenstill, als sich der Taktstock von Dirigent Rainer Weis kurz nach dem 17 Uhr-Glockenschlag hebt und mit dem Stück „Adoration“ von Felix Borowski das Festliche Kirchenkonzert des Katholischen Kirchenmusikvereins Biblis e.V. (KKM) in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Biblis feierlich eröffnet wird. Und so sollte es auch für den Rest des Abends nach den einzelnen Musikstücken bleiben, denn eine Tradition der jährlichen Kirchenkonzerte der KKM ist es, dass das Publikum gebeten wird, zwischen den jeweiligen Programmpunkten nicht zu applaudieren, sondern die außerordentliche Akustik der Kirche auf sich wirken zu lassen. Diese Tradition hat sich auch für das erste Konzert der KKM nach der vierjährigen Coronapause wieder als Besonderheit erwiesen.
Die rund 20 Mitglieder des KKM-Blasorchesters, unterstützt von befreundeten Musikerinnen und Musiker aus der Region, haben sich in wöchentlichen Proben auf dieses Konzert vorbereitet. Abwechselnd folgten getragen ruhigere Kompositionen, wie die aus dem englischsprachigen Raum stammende bekannte Melodie „Amazing Grace“ aus dem Jahr 1831, der „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck aus der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ aus dem Jahr 1890 und die Popsongballade „You raise me up“ aus dem Jahr 2001. Diese in ihrer Art eher einfach gehaltenen Melodien werden gerade durch die voluminös-tragende Akustik der Kirche zu einem besonderen Hörgenuss. Die populäre Dudelsackhymne „Highland Cathedral“, die erst in den 1980er Jahren in Deutschland komponiert wurde, zählt zu den pompöseren Stücken des Abends, die das sinfonische KKM-Blasorchester in all seinen Facetten gelungen zum Ausdruck bringt. Sicher eines der anspruchsvollsten Arrangements und einer der Höhepunkte des Konzertabends ist das Medley „Jesus Christ Superstar“ mit populären Liedern wie „I don't know how to love him" von Andrew Lloyd Webber. Die Rockoper aus dem Jahr 1971 erzählt in Anlehnung an die Bibel eindrucksvoll die letzten sieben Tage Jesu.
Die einzelnen musikalischen Programmpunkte wurden eingeleitet von meditativen Texten, die teilweise aus den Liedstrophen der Musikstücke stammen und somit für das Publikum ein gelungenes Gesamtarrangement ergibt. Nach dem rund einstündigen Konzert wird die KKM nicht ohne Zugabe aus der Kirche entlassen. So erklingt zum Abschluss die Popballade „May it be“ aus der Triologie „Herr der Ringe: Die Gefährten“ aus dem Jahr 2001 und die „Phantasie über ein Vesperlied“ des bekannten holländischen Komponisten Ted Huggins. Mit dem bis zum Schluss aufgehobenen Applaus bedankte sich das begeisterte Publikum für das gelungene Konzert.
Bevor im Anschluss an das Festliche Kirchenkonzert im „Raum der Begegnung“ das gemeinsame Abendessen der Musikerinnen und Musiker stattfand, gab es einen weiteren Höhepunkt des Abends. Alljährlich werden aktive und passive Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft und vielfältige Unterstützung von der KKM mit einer Urkunde geehrt. Der Katholische Kirchenmusikverein Biblis e.V. ehrte in diesem Zusammenhang für langjährige Mitgliedschaft, unabhängig ob diese Mitgliedschaft rein passiver Natur ist oder ob eine Mitgliedschaft aus aktiver und passiver Unterstützung besteht.
Die etwas seltenere Ehrung für langjährige aktive Mitgliedschaft in einem Katholischen Kirchenmusikverein in der Diözese wird zusätzlich auch vom Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz (DVDB) vorgenommen. Hierzu hatte sich der Regionalvertreter für den Bezirk Hessen, Bernhard Frey, angemeldet. Er ehrte für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft Andrea Weis und Claudia Rohde mit einer Urkunde und einer Ehrennadel. Andrea Weis ist nicht nur als Musikerin in der KKM seit ihrer Kindheit mit Klarinette und Tenorsaxophon aktiv, sondern engagiert sich darüber hinaus als langjährige zweite Vorsitzende seit über 25 Jahren für die KKM. Für diesen unermüdlichen Einsatz erhielt sie hierfür großen Applaus von allen Anwesenden und ein Präsent im Namen aller Musikerinnen und Musiker. Besonderen Dank an dieser Stelle gilt auch dem langjährigen Dirigenten Rainer Weis für seine Vorbereitungen und die gelungene Durchführung des Festlichen Kirchenkonzerts sowie allen befreundeten Musikerinnen und Musikern aus der Region, die das KKM-Blasorchester unterstützt haben, sowie dem Moderator Karl-Heinz Kleimeier, der das Publikum mit meditativen Texten durch den Abend begleitete. zg