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  • Di., 19. Juni 2018, 08:49 Uhr
    Stadtverordnetenversammlung beschloss Gastronomie im Schillercafé

    Innerstädtisches Wohnen an der Bahn strittig

    LAMPERTHEIM – Kann mit der Errichtung von 36 Reihenhäusern an der Eugen-Schreiber-Straße das innerstädtische Wohnen gestärkt werden? Dieser Frage gingen die Parlamentarier bei ihrer 15. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend nach. Der Beschluss wurde mehrheitlich gefasst, bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Wohnen an der Bahn, da muss man mit Lärm rechnen, ein Argument, das Carmen Kunz (Bündnis90/Die Grünen) in der Debatte anführte. Statt einer Lärmschutzwand mit der erforderlichen Höhe von 6 Metern sei nur eine Höhe von 2,8 Meter vorgesehen, andererseits werde mit einer Steigerung des Schienenverkehrs bis 2025 auf täglich 350 Güterzüge gerechnet. Auch gebe zu wenige Investoren. Dagegen meinte Fritz Röhrenbeck (FDP), dass es hier nur Gewinner geben könne. Ein Schandfleck komme weg und Wohnraum werde geschaffen, es müsse nicht immer sozialer Wohnungsbau sein. In einer sehr interessanten Lage könne bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Röhrenbeck wies auf ein Lärmschutzgutachten hin, nach dem durch das Schallschutzkonzept die Normwerte eingehalten und sogar unterschritten würden. Der Gehweg bleibe städtisches Gebiet, das habe nichts mit dem Bebauungsplan zu tun. Mit diesem Hinweis trat er Befürchtungen entgegen, dass der öffentliche Gehweg entfallen könnte. Karl-Heinz Horstfeld teilte mit, dass die SPD das Vorhaben unterstützen und mit Ja stimmen werde. Franz Korb (CDU) wollte die Kirche im Dorf lassen und kündigte die Zustimmung seiner Partei an. „Wir werden uns noch wundern, was wir alles bebauen werden“, mit Blick auf die zukünftige Schaffung von Wohnraum. Gernot Diehlmann (FDP) fand alle Argumente stichhaltig, als mögliche Alternativen nannte er Praxen, Büroräume oder ein Mischgebiet. Auch er geht von zunehmenden Lärmemissionen aus, wobei die erlaubte Grenze laut Gutachten mit 60 Dezibel erreicht werde, schon 61 Dezibel seien nicht mehr zulässig. Vorteilhaft für die Anwohner der anderen Straßenseite sei die neue Bebauung als wirksamer Lärmschutzriegel. Über die weitere Nutzung des zurzeit nicht bewirtschafteten Schillercafés auf dem Schillerplatz als Gastronomiebetrieb waren sich die Stadtverordneten bei einer Enthaltung weitgehend einig. Als Kompromiss und kleinstes Übel sah Röhrenbeck (FDP) einen Gastro-Betrieb, dessen Pachtzeit auf fünf Jahre festzuschreiben wäre. Während Gregor Simon (Grüne) die ursprünglich hier geplante VRN-Mobilitätszentrale als schlecht für die Belebung der Innenstadt und die Renovierungskosten in Höhe von 22.000 Euro kritisierte, kam der CDU-Fraktionsvorsitzende Edwin Stöwesand zum Ergebnis, dass es genug Interessenten gebe und es jetzt so gemacht werde, wie einst von der CDU vorgeschlagen. „Die CDU freut sich auf die Inbetriebnahme des Schillercafés“. Die SPD wolle keinen Leerstand und werde zustimmen, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt. „Der Kompromiss hat Vorteile und trägt unsere Handschrift“. Hannelore Nowacki

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